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Studierende siitzen an Tischen und schreiben auf Zettel, die vor ihnen liegen.<address>© stock.adobe.com - Kzenon</address>
Prüfungsphasen sind nicht nur für Studierende eine besondere Zeit, sondern auch für die Prüfungsämter.
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„Unsere größten Vorteile liegen in Agilität und Innovationskraft“

Wie ein „kleines“ Prüfungsamt arbeitet – Leiter Maik Rösler im Interview

Das Wort „klein“ trifft es nicht ganz, denn das Prüfungsamt der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät ist für über 6.000 Studierende zuständig. Der Vergleich mit den großen Prüfungsämtern lässt diese Bezeichnung jedoch zu – und das bringt durchaus Vorteile mit. Diplom-Volkswirt Maik Rösler, Geschäftsführer des Prüfungsamts FB 4, spricht im Interview mit Hanna Dieckmann darüber, wie Services schneller getestet und implementiert werden können. Er berichtet zudem über die Schnittstellen, an denen die verschiedenen Prüfungsämter zusammenarbeiten.

Welche spezifischen Anforderungen und Voraussetzungen führten dazu, dass Ihr Fachbereich ein eignes Prüfungsamt hat?

Ein zentraler Grund für unsere Eigenständigkeit ist neben der Größe unseres Fachbereichs mit über 6.000 Studierenden der Service-Gedanke: Im Gegensatz zu vielen anderen Modellen übernehmen wir die komplette Prüfungsplanung für den gesamten Fachbereich. Dazu gehört insbesondere die aufwendige, möglichst überschneidungsfreie Planung der Prüfungstermine für die Studierenden.

Welche Vor- und welche Nachteile bringt es mit sich, nicht unter einem „gemeinsamen Dach“ der großen Prüfungsämter zu sein?

Unsere größten Vorteile liegen in Agilität und Innovationskraft. Weil wir eigenständig sind, können wir als Vorreiter agieren: Wir waren beispielsweise das erste Prüfungsamt, das zu Beginn der 2000er-Jahre eine komplett papierlose Prüfungsanmeldung etabliert hat. Und wir sind vermutlich die ersten, die die rein digitale Abgabe von Abschlussarbeiten rechtssicher in die Prüfungsordnungen integriert haben. Wir können neue Services schneller testen und implementieren.

Gibt es trotz der Trennung Austausch mit den anderen Prüfungsämtern und wenn ja, wie sieht der aus?

Der Austausch ist aus unserer Sicht sehr wertvoll und hilfreich. Wenn wir Pilotprojekte wie die digitale Abgabe der Abschlussarbeit erfolgreich eingeführt haben, teilen wir unsere Best Practices gerne mit den anderen Prüfungsämtern. Darüber hinaus gibt es das reguläre Tagesgeschäft: Da unsere Studierenden Nebenfächer in anderen Fachbereichen belegen und umgekehrt viele Fachfremde bei uns Prüfungen ablegen, sind wir auf operativer Ebene ständig vernetzt. Auch der Umgang von Studierenden mit Beeinträchtigungen bei Prüfungen wurde im Austausch nun uniweit vereinheitlicht. Ebenso sitzen wir bei der Weiterentwicklung des Campus-Management-Systems gemeinsam am Tisch.

In über 20 Jahren nach der Unterteilung der Prüfungsämter hat sich sicherlich vieles verändert. Was sind die Herausforderungen und Ziele der kommenden Jahre?

Die Ziele der nächsten Jahre liegen aus unserer Sicht in der qualitativen Weiterentwicklung der Digitalisierung. Dazu gehört zum Beispiel der Umgang mit künstlicher Intelligenz in Prüfungsleistungen und die weitere Automatisierung im Hintergrund, um mehr Zeit für die persönliche Beratung der Studierenden zu haben. Die größte Herausforderung ist es, unseren hohen Servicegrad erfolgreich in universitätsweit standardisierte IT-Systeme (CMS) zu integrieren und dabei eine ebenso komfortable wie zuverlässige Nutzererfahrung für Lehrende und Studierende sicherzustellen.

Dieser Artikel ist Teil einer Themenseite und stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 5, 22. Juli 2026.

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