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Studierende sitzen in einem Hörsaal und schreiben eine Klausur. Man sieht sie von hinten, wie sie auf ihre Zettel schreiben.<address>© stock.adobe.com - Bohdan</address>
Prüfungen sind nicht nur für Studierende ein wichtige Angelegenheit, sondern auch für die Prüfungsämter.
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Gemeinsam mit dem Prüfungsamt auf neuen Wegen

Ein Gastbeitrag aus der Perspektive eines Fachbereichs

Wer an ein Prüfungsamt denkt, denkt meist an Prüfungsanmeldungen und Zeugnisse – und vielleicht an versäumte Fristen oder ausstehende Antworten. Aus Sicht eines Fachbereichs beginnt die Zusammenarbeit jedoch deutlich früher: dort, wo Studiengänge entwickelt und Prüfungsordnungen entworfen werden.

Als Referent für Lehre und Studium sowie als Beauftragter für das Qualitätsmanagement des Fachbereichs Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften begleite ich diese Prozesse an der Schnittstelle zwischen Studierenden, Fachbereichen, zentraler Verwaltung und dem Prüfungsamt I. Das Qualitätsmanagementsystem für Studium und Lehre bildet dabei den Rahmen, um unsere Studiengänge kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Porträtbild von Christian Weyer. Er lächelt in die Kamera, er trägt blonde, kurze Haare und einen dunkelblauen Anzug, ein weißes Hemd und eine dunkelblaue Krawatte.<address>© privat</address>
Christian Weyer
© privat
Das Prüfungsamt I ist dabei weit mehr als eine Verwaltungsstelle. Es sorgt für die rechtssichere Umsetzung der Prüfungsordnungen und ist damit ein unverzichtbarer Partner. Die besten Lösungen entstehen häufig dort, wo unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen – manchmal nach intensiven Diskussionen und der Erkenntnis, dass es mehr als nur einen guten Weg gibt. Es geht nicht darum, Regeln zu umgehen, sondern sie klug weiterzudenken und gemeinsam neue Wege für Lehre und Prüfungen zu entwickeln.

Die Zusammenarbeit hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Mit der Einführung des neuen Campus-Management-Systems wurde die Prüfungsverwaltung zukunftsfähig weiterentwickelt – ein Prozess, der nur durch die enge Kooperation zwischen Fachbereichen, zentraler Verwaltung und Prüfungsamt gelingen konnte. Digitalisierung hat viele Abläufe vereinfacht, zugleich sind Studienverläufe vielfältiger und Anforderungen komplexer geworden. Hinzu kommt der rasante Einzug künstlicher Intelligenz. Lehrende wie Studierende müssen einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Werkzeugen entwickeln. Etablierte Prüfungsformate und die zu vermittelnden Kompetenzen müssen wir neu bewerten, da nicht alles, was bislang funktionierte, auch zukünftig tragfähig ist.

Gerade in Zeiten des Wandels zeigt sich der Wert der Zusammenarbeit. Universitäre Strukturen wirken von außen manchmal sperrig – und tatsächlich brauchen gute Entscheidungen Zeit, weil wir unterschiedliche Zuständigkeiten und Perspektiven berücksichtigen.

Trotz aller Ordnungen und Prozesse bleibt Raum für den Blick auf den Einzelfall. Nicht jede Studiensituation passt in ein Schema. Wo Gestaltungsspielräume bestehen, lassen sich gemeinsam studierendenorientierte Lösungen finden. Vielleicht ist genau das das größte Missverständnis über Hochschulverwaltung: Sie besteht nicht nur aus Paragrafen und Formularen, sondern vor allem aus Menschen, die gemeinsam daran arbeiten, gute Lösungen möglich zu machen.

Christian Weyer ist Beauftragter für das Qualitätsmanagement in Studium und Lehre (QMS) und seit 2013 Referent des Prodekans für Studienangelegenheiten am Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Universität Münster.

Dieser Artikel ist Teil einer Themenseite und stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 5, 22. Juli 2026.

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