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Münster (upm/jh).
Lehre an der WWU<address>© WWU - Robert Matzke</address>
Lehre an der WWU
© WWU - Robert Matzke

Fünf Meinungen zur Frage, was gute Lehre ausmacht

„Voller Adrenalin, zufrieden, erschöpft“

Eine wichtige Aufgabe des Zentrums für Hochschullehre ist die Verbesserung der Lehre in all ihren Facetten. Je nach Blickwinkel kommen dabei unterschiedliche Aspekte zum Tragen. Fünf Meinungen zur Frage, was gute Lehre ausmacht:

Prof. Dr. Annette Marohn<address>© Valerie Hollwedel</address>
Prof. Dr. Annette Marohn
© Valerie Hollwedel
Prof. Dr. Annette Marohn, Mitglied des ZHL-Vorstands:

Gute Lehre aktiviert, überrascht, ist forschungsorientiert, praxisnah, zugewandt. All dies ist richtig und trifft trotzdem nicht den Kern: Lehre ist gut, wenn sie bewegt – den Geist und auch das Herz! Gute Lehre lässt uns in neue Welten eintauchen, erweitert Perspektiven und löst Emotionen aus. Sie ist ein gemeinsamer Prozess von Lehrenden und Lernenden und niemals gut genug. Gute Lehre erkennt man unter anderem am eigenen Gemütszustand zum Ende der Veranstaltung: voller Adrenalin, zufrieden, erschöpft!

 

 

Priv.-Doz. Dr. Matthias Freise<address>© WWU</address>
Priv.-Doz. Dr. Matthias Freise
© WWU
Privatdozent Dr. Matthias Freise, Studiendekan am Fachbereich Erziehungs- und Sozialwissenschaften:

Gute Hochschullehre zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur reines Fachwissen vermittelt, sondern auch Kompetenzen, Fertigkeiten und ein Wertefundament ausbildet. Ich bin deshalb ein Verfechter des forschenden Lernens, bei dem die Studierenden mit mir den Prozess eines Forschungsvorhabens von der Entwicklung der Frage über die Wahl und Ausführung der Methoden bis zur Prüfung und Darstellung der Ergebnisse in selbstständiger Arbeit (mit-)gestalten, erfahren und reflektieren.

 

 

Stella Martin<address>© privat</address>
Stella Martin
© privat
Stella Martin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ökonometrie und Wirtschaftsstatistik:

Gute Lehre regt zur Reflexion an. In der Methodenausbildung ist mir wichtig, Studierende dabei zu begleiten, sich Werkzeuge für ihre Methodenkoffer anzueignen. Fundierte Lehre fördert Neugier, vermittelt kritische Weitsicht und bestärkt Studierende darin, sich einzumischen und das Fach, seine Kultur, seine Methoden und die Antworten, die es gibt, kritisch zu begleiten.

 

 

 

 

 

Jakob Thies<address>© Niklas Nottebom</address>
Jakob Thies
© Niklas Nottebom
Jakob Thies, Student und Vorsitzender der Fachschaft Jura:

Gute Hochschullehre begeistert! Sie ist digital frei zugänglich, verfügt über didaktisch gut ausgebildetes Lehrpersonal und ermöglicht eine zeitlich flexible Studiengestaltung. Dabei gibt sie uns Studierenden interdisziplinären Freiraum zur eigenen Schwerpunktsetzung und sorgt damit für ein interessengerechtes Studium, das nicht nur wissenschaftliche Methoden vermittelt. Sie stärkt in diesen Zeiten demokratische Werte, damit das Stichwort „Demokratische Universität“ nicht zur bloßen Phrase wird.

 

 

 

Prof. Dr. Tobias Leuker<address>© privat</address>
Prof. Dr. Tobias Leuker
© privat
Prof. Dr. Tobias Leuker, Vorsitzender der Kommission für Lehre und Studium:

Gute Hochschullehre muss zunächst einen guten Einstieg in das Fach bieten, für das sich die Studierenden entschieden haben. Dabei sind historische Zusammenhänge ebenso wichtig wie methodische Zugänge. Ist dies erreicht, geht es mir vor allem darum, in den Studierenden Neugier für Wissensbereiche zu wecken, die sie vielleicht noch nicht als relevante Gegenstände ihres Fachs wahrgenommen haben, und sie zu motivieren, innerhalb dieser Bereiche Fragestellungen zu entwickeln und zu bearbeiten.

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 5, 6. Juli 2022.

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