Forschungsschwerpunkt "Religion und Politik"

Der Forschungsschwerpunkt „Religion und Politik“ der Universität Münster untersucht seit 2007 das komplexe Verhältnis von Religion und Politik quer durch die Epochen und Kulturen. Die 140 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und 10 Ländern befassen sich besonders mit „Dynamiken von Tradition und Innovation“. In epochenübergreifenden Untersuchungen von der Antike bis heute analysieren sie, wie Religion zum Motor politischen und gesellschaftlichen Wandels wird. Das Augenmerk gilt dem Paradox, dass Religionen ihr Innovationspotential regelmäßig im Rückgriff auf ihre Traditionen entwickeln.

Die Forschenden konzentrieren sich auf die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam und ihre polytheistischen Vorläufer. Im Zentrum stehen Europa und der Mittelmeerraum sowie deren Verflechtungen mit Vorderasien, Afrika, Nord- und Lateinamerika. Der Forschungsverbund ist der bundesweit größte dieser Art und unter den Exzellenzclustern in Deutschland einer der ältesten und der einzige zum Thema Religion.

Die WWU ist durch den Exzellenzcluster „Religion und Politik“ zu einem in Größe und Vielfalt der Disziplinen, Methoden, Kulturen und Epochen national und international herausragenden Standort für interdisziplinäre Religionsforschung geworden. Ein weltweit einzigartiger „Campus der Religionen“ wird ab 2023 die evangelische, katholische, orthodoxe und islamische Theologie und Einrichtungen der bekenntnisungebundenen Religionsforschung der Universität zusammenführen und den inter- und transdisziplinären sowie interreligiösen Austausch fördern. Die Universität hat ein Center for Digital Humanities (CDH) eingerichtet, das die in den Digital Humanities arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der WWU zusammenführt.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Forschungsschwerpunkt „Religion und Politik“ profitiert von drei epochenbezogenen Forschungs-Centren, die aus dem Verbund hervorgegangen sind: das Centrum für Religion und Moderne (CRM), das Centrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung (CMF) und das Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM). Die Hans-Blumenberg-Gastprofessur für Religion und Politik – benannt nach dem berühmten Münsteraner Philosophen – bringt innovative Impulse aus der internationalen Forschung nach Münster.