Integriertes Natur-Ressourcen-Management

Forschungsschwerpunkt der AG Angewandte Landschaftsökologie und Ökologische Planung

Ziel der Ökologischen Planung ist der nachhaltige und verantwortungsvolle Umgang mit den Landschaftspotenzialen und -ressourcen. Unter dem Leitbild des Integrierten Natur-Ressourcen-Managements entwickeln wir auf innovative Weise klassische Konzepte der Ökologischen Planung ganzheitlich weiter. Es sollen Antworten gefunden werden auf Probleme, die durch aktuelle Tenzdenzen in der Ressourcennutzung entstehen. Neben den klassischen Funktionen und Schutzgütern (Wasserhaushalt, Klima, Boden, Lebewelt) beinhaltet das auch gänzlich neue Anforderungen, wie landschaftliche Energieproduktion oder integrative Elemente wie die Vertiefung der Kenntnisse über das Wesen der Mensch-Umwelt-Beziehung, der Umweltkommunikation oder der Erfordernis, die Komplexität der uns umgebenden Umwelt und Ökosystemen sicht- und verstehbar zu machen. Wir folgen dabei dem Leitbild der transformativen Wissenschaft.

  • Laufende Projekte

    GrünSchatz - Erneuerbare Energien mit Biodiversität verbinden

    EUfMa - Gewässerentwicklung erheblich veränderter Fließgewässersysteme

  • abgeschlossene Projekte

    Wege zur Vielfalt - Lebensadern auf Sand

    Westfälisches Naturerbe kennen und erleben

    Netzwerk Grüne Grenze


    Handbuch und Datenbank Produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen


    Projektbeschreibung


    Artenschutz ist wichtig! Doch darüber, wie er am Besten zu erreichen ist, gibt es unterschiedliche Ansichten. Produktionsintegrierte Maßnahmen stellen einen Weg dar, die Arten der offenen Agrarlandschaft zu unterstützen – doch nur wenige gehen bisher diesen Weg.

    Im Vorhaben wurde
    •    ein Handbuch für die Anwender und
    •    eine Datenbank mit Maßnahmen und deren Wirkungsweise auf Zielarten, zur Veröffentlichung und Bereitstellung insbesondere im Internet
    entwickelt.
    Planungsverfahren können so schneller und zielgerichteter durchgeführt werden. Wir hoffen, dass mehr Landwirte produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen kennen und nutzen und dass mehr Flexibilität in der Beratung durch Maßnahmenträger, Flächenpoolbetreiber oder Ökokontoinhaber erzielt und somit eine Erhöhung der Akzeptanz dieser Instrumente durch Projektentwickler, Behörden oder den Landwirten selber erreicht werden kann. Nicht zuletzt gewinnt natürlich ganz maßgeblich der Naturhaushalt und das Arteninventar der Kulturlandschaften durch Ausgleichsmaßnahmen, die in die landwirtschaftliche Produktion integriert sind, und dennoch für die einzelnen Betriebe leistbar bzw. finanziell lukrativ sein können.
    Das Forschungsvorhaben gliedert sich in drei wesentliche Teilschritte, die nachfolgend methodisch kurz umrissen werden:
    1.    Eine Datenbankentwicklung bildet einen zentralen Teil des Vorhabens. Hier sollen die Grundlagen geschaffen werden für ein System, das sukzessive erweiterbar ist und letztlich auch mit entsprechenden Geodaten (z.B. den Geodateninfrastrukturen) erweitert werden kann. Insofern bietet das Vorhaben erhebliche Innovationsmöglichkeiten für eine Etablierung produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen. Die Datensätze der Datenbank werden aus Maßnahmentypen gebildet.    
    Die Datenbank ist publiziert und über das Internet auf den Seiten der Stiftung anzurufen.
    2.    Entwicklung eines gedruckten Handbuches, das die rechtlichen und verwaltungstechnischen Grundlagen in kompakter Form enthält und einen Überblick über Wirkung der Maßnahmen aufzeigt.
    3.    Durchführung einer Fachtagung in Münster zur Vorstellung der Ergebnisse des Projektes.


    Finanzierung und Partner

    Förderung durch die Landwirtschaftliche Rentenbank.
    In Kooperation mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, Münster


    Ergebnisse

    Die Datenbank ist unter folgender Adresse abrufbar: http://www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/datenbank/

    Das Handbuch ist erschienen und kann bei der Stiftung bestellt werden.

    Die Fachtagung „Artenschutz mit der Landwirtschaft – Möglichkeiten und Grenzen produktionsintegrierter Maßnahmen“ fand unter reger Beteiligung am 04.07.2012 im Schloß zu Münster statt. Die einzelnen Beiträge sind unter folgender Adresse abrufbar: http://www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de/web/projekte/oeffentlichkeitsarbeit/tagung/

    Das Projekt wurde nominert für den Umweltpreis der Stadt Münster 2012.

  • Promotionen

    laufend

    • Gewässerentwicklung durch Gewässerunterhaltung - Potenziale der Entwicklung von Tieflandfließgewässern im Münsterland durch Gewässerunterhaltung (Moritz Hillebrand), laufend

    erfolgreich abgeschlossen

    • Konzept der hydromorphologischen-ökologischen Aue und Herleitung hierauf basierender Leitbilder für die obere Ems – Integration von dynamischen Prozessen in das Verständnis von Fließgewässern und die EU-WRRL (Harald Grote)
    • Die Wahrnehmung räumlicher Veränderungen durch die Erschließung erneuerbarer Energieträger (Eva Huth)
    • Grüne Infrastruktur – mit Landwirtschaft Lebensräume schaffen  (Jenny Schmidt)
    • Detection and Impact of an Invasive Ecosystem Engineer from Leaf to Landscape Scale merging Field Spectroscopy and Remote Sensing with Ecophysiology (André Große-Stoltenberg)
    • Unmanned Aerial Systems in Landscape Ecology – New Remote Sensing Capabilities and Perspectives for Scalable Enviromental Applications and Analyses (Jan R.K. Lehmann)
    • Boundary Work for Collaborative Water Resources Management: Conceptual and Empirical Insights from a South African Case Study (Esther I. Dörendahl)
    • Understanding spatial growth and spatial resilience of megacities based on the DPSIR conceptual model, Study case: Greater Cairo Metropolis, Egypt
      (Ahmed Abdelhalim Mostafa Hassan)
    • Water-Saving in the Landscapes and Lifeworlds of Khorezmian Farmers, Uzbekistan (Lisa Oberkircher)

  • Publikationen

    • Hejkal, J., Buttschardt, T.K., Klaus, V.H. (2016): Connectivity of public urban grasslands: implications for grassland conservation and restoration in cities. In: Urban Ecosystems. Online First. doi:10.1007/s11252-016-0611-8
    • Grabski-Kieron, U., Buttschardt, T. K., Foerster, J., Böhmichen, J. & Lehmann, J. R. K. (2016): Grenzüberschreitender Biotopverbund - Handlungsansätze und Herausforderungen für Planung und Naturschutzpraxis. - Naturschutz und Biologische Vielfalt 146, 150 S. Link
    • Buck, O., Pereira, C., Grosse-Stoltenberg, A., Räkers, J., Buttschardt, T.K., Wolf, P.-J., Müterthies, A. (2014): Erlebnis Naturerbe. Vermittlung von Naturschutz-Themen mit Geoinformationstechnologien. Naturschutz und Landschaftsplanung 46 (2), 2014, 023–029.
    • Pe'er, G., L. V. Dicks, P. Visconti, R. Arlettaz, A. Báldi, T. G. Benton, S. Collins, M. Dieterich, R. D. Gregory, F. Hartig, K. Henle, P. R. Hobson, D. Kleijn, R. K. Neumann, T. Robijns, J. Schmidt, A. Shwartz, W. J. Sutherland, A. Turbé, F. Wulf, A. V. Scott (2014): EU agricultural reform fails on biodiversity. Science 6 June 2014: 344 (6188), 1090-1092. [DOI:10.1126/science.1253425]
    • Holzmann, C., J. Thiele, T.K. Buttschardt (2014): Neophyten-Management am Beispiel des Riesen-Bärenklaus. Bedingungen erfolgreicher Bekämpfung von Heracleum mantegazzianum. In: Naturschutz und Landschaftsplanung 46(3), 2014, 079-085
    • Kupilas, B., T.K. Buttschardt, F. Müller (2011): Bedeutung der Maßnahmen nach EG-Wasserrahmenrichtlinie für die Anpassung von Fließgewässern an den Klimawandel. Dynaklim Publikationen Nr. 10 / Juli 2011
    • Oberkircher, L., B. Tischbein, A.-K. Hornidge, G. Schorcht, A. Bhaduri, U. K. Awan, A. M. Manschadi  (2010): Rethinking Water Management in Khorezm, Uzbekistan - Concepts and Recommendations ZEF Working Paper Series No 54. Center for Development Research. Bonn
  • Abschlussarbeiten

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