25. November: Gewalt gegen Frauen stoppen!

WWU Münster positioniert sich am Internationalen Aktionstag
Foto Rektorat
© WWU - Brigitte Heeke

Gewalt an Frauen geht uns alle an! Der 25. November wurde von der UN als internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen benannt, um die Bedrohung geschlechtsspezifischer Gewalt wiederkehrend in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu stellen. Denn Gewalt gegen Frauen ist nicht nur eine Reihung von Einzeltaten, sondern es handelt sich um eine Manifestierung struktureller Geschlechterungleichheit, die Frauen jedes Alters und in allen Lebenslagen treffen kann: Etwa ein Drittel aller Frauen erfährt mindestens einmal in ihrem Leben sexualisierte oder physische Gewalt. Laut Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts wird allein in Deutschland etwa jeden dritten Tag eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. Die aktuelle Auswertung der Zahlen zur Partnerschaftsgewalt von 2020 zeigt auch: Es gab abermals einen Anstieg in den angezeigten Taten (+4,9 % im Vergleich zu 2019). 80,5 % der Opfer sind weiblich, 79,1 % der Tatverdächtigen männlich.

Orangene Fahne vor dem Schloss
© WWU - Johannes Sträßer

Der Aktionstag dient auch dazu, sich mit Betroffenen zu solidarisieren, den Mut derer zu unterstreichen, die das Schweigen brechen, und derer, die Betroffenen den Rücken stärken. Die WWU Münster beteiligt sich bereits seit 2014 mit unterschiedlichen Aktionen. Um ein deutliches und weit sichtbares Zeichen für die klare Positionierung der WWU gegen Gewalt an Frauen zu setzen, ist in der Woche vom 22. - 25. November eine orangene Flagge am Schlossgebäude gehisst.

Weiterführende Informationen zu den geschichtlichen Hintergründen des Aktionstages, zu Statistiken, den verschiedenen Dimensionen und vielschichtigen Folgen von Gewalt gegen Frauen bietet die digitale Ausstellung des Büros für Gleichstellung zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen von 2020:
https://www.uni-muenster.de/Gleichstellung/gegen-gewalt-an-frauen-digitale-Ausstellung.html

Kein Platz für Gewalt gegen Frauen

Fotos

© Beate Tollkühn
  • © Beate Tollkühn
  • © Beate Tollkühn
  • © Beate Tollkühn
  • Büro für Gleichstellung
    © Beate Tollkühn / WWU
  • Botanischer Garten
    © Beate Tollkühn
  • Technischer Dienst im Dezernat 4
    © Beate Tollkühn
  • © Beate Tollkühn
  • Dezernat 3.5
    © Beate Tollkühn
  • ULB
    © Beate Tollkühn
  • ULB
    © Beate Tollkühn
  • WWU IT
    © Beate Tollkühn

In Anlehnung an die italienische Kampagne „Panchina Rossa“ – rote Bänke werden seit 2016 in Italien als Symbol gegen Gewalt an Frauen genutzt – wurde in den letzten Wochen an der WWU an verschiedenen Orten eine Bank aufgestellt. Beschäftigte der WWU aus unterschiedlichen Bereichen haben sich klar positioniert: An der WWU soll es keinen Platz für Gewalt gegen Frauen geben.

Ein Hinweis: Die Bank steht nun im Frei-Raum in der ULB und kann dort gerne für weitere Aktionen entliehen werden. Interessierte melden sich bitte bei Karl-Heinz Rydzik in der ULB.

Warum Orange?

© WWU/Lea Sophie Fetköte

Die Farbe Orange hat sich in den vergangenen Jahren als internationale Signalfarbe im Kontext des Kampfes gegen Gewalt an Frauen herausgebildet. So nutzen die Vereinten Nationen die Warnfarbe Orange, um auf den internationalen Aktionstag aufmerksam zu machen. Unter dem Motto #Orangetheworld sollen 2021 erneut Wahrzeichen in Städten auf der ganzen Welt orange beleuchtet werden, um eine erhöhte Sichtbarkeit für die strukturelle Gewalt an Frauen zu schaffen.
Weitere Informationen zum Aktionstag der UN: https://www.un.org/en/observances/ending-violence-against-women-day

Maßnahmen an der WWU Münster

Poster: Stop! Sehen Sie hin!
© WWU / Büro für Gleichstellung

Die WWU positioniert sich im Rahmen der partnerschaftlichen Vereinbarung (PDF), die für alle Mitglieder der WWU gilt, ganz deutlich: Fehlverhalten wie sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Diskriminierung wird vehement abgelehnt und als Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte betrachtet. Ziel ist es, ein menschenwürdiges und intaktes Arbeits- und Studienklima sicherzustellen.

Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende und Beschäftigte der WWU finden Sie auf unserer Homepage.

Mitmachaktion Hilfetelefon Aktionsmotiv
© Hilfetelefon

Hilfetelefon Gegen Gewalt an Frauen

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist mit seiner kostenfreien Telefonnummer 0800 116 016 rund um die Uhr an 365 Tagen erreichbar und bietet anonyme Beratung und Information für Betroffene in den unterschiedlichsten Sprachen. Angehörige, Freund*innen sowie Fachkräfte können sich ebenfalls an das Hilfetelefon wenden.
Weitere Informationen unter: www.hilfetelefon.de


Warum bezieht sich der Aktionstag nur auf Gewalt an Frauen?

Der internationale Aktionstag am 25. November wurde ausgerufen, um sichtbar zu machen, dass Frauen in besonderer Weise von Gewalt betroffen sind und dass Gewalt gegen Frauen Erscheinungsform und Konsequenz eines omnipräsenten Sexismus ist. Daher beschränkt sich der Aktionstag auf diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt – ohne Gewalt gegen andere Geschlechtsidentitäten damit verharmlosen zu wollen. Unter „Frau“ verstehen wir hier Personen, die sich selbst als Frau identifizieren oder von anderen als Frau gelesen werden.
Gerade bei dem Thema Gewalt, ist es jedoch wichtig, intersektionale Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsdimensionen zu beachten: Hautfarbe, sexuelle Orientierung, die Tatsache, ob man sich mit dem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifiziert oder nicht – all diese Markierungen tragen dazu bei, dass sich Diskriminierungsformen verstärken und die erfahrene Gewalt zusätzlich rassistische, homophobe, ableistische und/oder trans*feindliche Züge annimmt.
Diesem Gedanken folgend möchten wir an dieser Stelle auch auf den Trans* Day of Remembrance aufmerksam machen, der jedes Jahr am 20. November der Ermordung trans* und genderdiverser Personen gedenkt und gegen Gewalt an Trans*Personen sensibilisiert.