Prof. Dr. Britta Herrmann

Universität Münster
Germanistisches Institut
Abteilung für Neuere deutsche Literatur
Schlossplatz 34
48143 Münster
Raum: SH 138
Telefon: (0251) 83 25400
Telefax: (0251) 83 25431
E-Mail: Prof. Dr. Britta Herrmann

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Sprechstunden im Sommersemester (Anmeldung über das Sekretariat):
Dienstags, 13.00 Uhr
Für inhaltliche Fragen stehe ich Ihnen während meiner Sprechstunden zur Verfügung. Bei organisatorischen Fragen, Terminvergaben und Fragen zu eingereichten Hausarbeiten, wenden Sie sich bitte an das Sekretariat.


14.00-17.45 Uhr. Johannisstraße 4, Raum 101.
„Neue Formen, die als Sprachspiele, Schallspiele, Hörtexte, Hörkollagen, Hörobjekte oder Hörbeispiele bezeichnet werden, nehmen in wachsendem Maße neben den Handlungs- und Unterhaltungshörspielen traditioneller Art einen selbstverständlichen Platz im Programm der Rundfunkanstalten ein. Wahrscheinlich wird man eines Tages feststellen, daß […] die Hörspielabteilungen auf dem Gebiet der heute als experimentell bezeichneten Literatur eine entscheidende, wenn nicht die führende Rolle übernommen hatten. Die Revolution innerhalb des Hörspiels wird von einer Avantgarde, vor allem junger Autoren und Regisseure, vorangetrieben.“
Dies formulierte Hans Schmitthenner, Hörspielleiter des Bayerischen Rundfunks, im Jahr 1969. Das ist lange her. Zu dieser Zeit war die Remodellierung der subjekt- und gesellschaftskonstituierenden Realität von Sprache, von sprachlichem Handeln, Hörverhalten und Klangereignissen ein Ziel akustischer (und anderer) Literaturformen.
Was ist der Stand der Diskussion heute?
Im Gespräch mit Fachleuten aus Rundfunk, Wissenschaft und Kunst werden diese Fragen diskutiert und vertieft. Mit dabei sind u.a. Martina Müller-Wallraf (WDR), Ingo Kottkamp (DLR Kultur), Andreja Andris (Hörspielfestival Berlin), Andreas Bülhoff (Burg Hülshoff/Center for Literature), Tabea Nixdorff und Monique Ulrich.

Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20.00 Uhr. Studiobühne, Domplatz 23.
Abends werden in der Studiobühne drei sprachkünstlerische Duos in dialogischen Formaten auftreten. Sprache wird hier mit künstlerischen Mitteln als Ereignis untersucht.
Club Real treten in ihrer Performance Organismendemokratie in einen Dialog und verhandeln Rechte für alle Lebewesen. Als Insekten verkleidet wird leidenschaftlich diskutiert, ein Dialog als Streitgespräch. Club Real wurde 2000 in Berlin gegründet und realisiert unterschiedliche Kunst- und Performanceprojekte, oftmals partizipativ und ortsspezifisch. Neben ihren Performances lädt Club Real das Publikum auch in Installationen, Eins-zu-Eins-Begegnungen, und politischen Rollenspielen dazu ein, alternative Realitätsentwürfe mitzugestalten.
Ulrich Nixdorff (Monique Ulrich und Tabea Nixdorff) performen Paratexte – Texte, die neben dem eigentlichen Textkörper stehen, etwa Widmungen oder Fußnoten – die sie in Archiven und Bibliotheken sammeln. Ihr Stück Sounding Out (Reading Paratexts) erkundet dieses ‚neben‘ als Ort und hört sie als Zeugnisse der vielen Arbeitsschritte und kollektiven Anstrengungen bei der Entstehung eines Buches ab. Als Künstlerinnen-Duo arbeiten die beiden seit 2018 zusammen und haben seither performative Lesungen gegeben und während Aufenthaltsstipendien gemeinsam recherchiert.
Das Duo Andreas Bülhoff und Marc Matter verwandeln Wortmusik in ein DJ-Set, indem Schleifen (Loops) aus mehrdeutigen Wörtern übereinandergeschichtet und mit Soundeffekten verfremdet werden. In ihrer Sound-Performance Again As wird auf vier Plattenspielern eine Art Sprechmusik auf der Basis von zusammengemischten Schallplatten improvisiert. Von diesem Projekt existiert auch eine Radiofassung, die vom SWR Rundfunk in Auftrag gegeben wurde. Die beiden betreiben auch das Verlagsprojekt Spoken Matter, welches sprachbasierte Audioarbeiten auf Tonträgern und im Internet zugänglich macht.
„Language Sound Matters: Poetry in Performances“ ist eine experimentelle und spielerische Veranstaltung. Die Performances eröffnen Zugänge zu Texten jenseits des Lesens: Literatur ist hier Sound und Performance von Menschen und nicht-menschlichen Wesen – Stimme, Klang, Wiederholung und Rhythmus.
Eine Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsstelle Phonopoetik/Prof. Herrmann und Burg Hülshoff – Center for Literature.

Hörspiel und Radiokunst.
Aspekte radiophoner Literatur im transnationalen Kontext.
Berlin 2025.

Diskurse des Sonalen.
Klang - Kunst - Kultur.
Berlin 2019.
Rez.: Maren Haffke: Mit oder ohne Ohren, mit oder ohne Schall. Theorie- und Begriffsarbeit in den Sound Studies, in: Zeitschrift für Medienwissenschaft 12 (2020), H. 22,2: Zirkulation, S. 200–205. (Link)
Rez.: Hannah V. Eldridge, [Rezension ‚Diskurse des Sonalen. Klang – Kunst – Kultur‘], in: Monatshefte 113 (2021), H. 1, S. 119–122. (Link)

Anthropologie und Ästhetik
Interdisziplinäre Perspektiven.
Paderborn 2019. (Link mit Leseprobe)

Über den Menschen als Kunstwerk.
Zu einer Archäologie des (Post-) Humanen im Diskurs der Moderne (1750-1820).
Paderborn 2018. (Link mit Leseprobe)

Dichtung für die Ohren.
Literatur als tonale Kunst.
Berlin 2015. (Link mit Leseprobe)

Am 24. Oktober 1924 lief im neuen Medium Rundfunk das erste deutsche Hörspiel: Hans Fleschs medienreflexive ‚Funkgroteske‘ Zauberei auf dem Sender. Kurze Zeit später bildete sich eine große Bandbreite neuartiger, radiophoner Literatur heraus. Dazu gehören sowohl medienspezifische Transpositionen von Theater- und Prosatexten als auch zahlreiche Originaltexte für den Funk, darunter neue Formate wie Lehrstücke, interaktive Sendungen, Hörbilder und Features, immersive und klanglich experimentelle Arbeiten.
Doch obwohl zahlreiche renommierte Autoren/Autorinnen für den Rundfunk gearbeitet haben und obwohl die Anfänge so gut wie aller noch heute gängiger Genres – etwa auch des Kinderhörspiels – hier zu finden sind, ist die „große Zeit des Abenteuers im akustischen und phonetischen Gefild“ (Fritz Walter Bischoff) literaturgeschichtlich, medien- und kulturwissenschaftlich sowie aus didaktischer Perspektive erstaunlich wenig erforscht.
Aus Anlass des einhundertsten Geburtstag des Hörspiels setzt die Tagung sich mit frühen Überlegungen zu funkliterarischen Ästhetik auseinander, mit dem Stand der Dokumentation von Hör- und Sendespielen des Weimarer Rundfunks, mit Anleihen der neuen Kunst- und Unterhaltungsform an Oper und Reportage, mit akustischen Raumkonstruktionen und Katastrophenerzählungen, mit didaktischen Provokationen und dem generellen Verhältnis von Pädagogik und Rundfunk.
Das Programm zur Tagung finden Sie hier.
Vorberichterstattung finden Sie auf Seite 5 der Münsteraner Universitätszeitung wissen/leben.
Eine Tagungspublikation ist geplant.
Organisation: Prof. Dr. Britta Herrmann und Prof. Dr. Sebastian Bernhardt

Die Klanginstallation „everyday sounds“ zeigt die Ergebnisse einer klangorientierten Feldforschung. Inspiriert von der Klanglandschaft Münsters erarbeiteten Studierende des germanistischen Instituts der Universität Münster unter Leitung der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Britta Herrmann und der Klang- und Medienkünstlerin Anja Kreysing in einem Workshop vielseitige Soundscapekompositionen.

Im März 2024 hat Frau Prof. Herrmann die Soochow-Universität in Taipei besucht und dort am 25.03.2024 einen Vortrag mit dem Titel "Zwischen Fakt und Fiktion. Streiflichter zu Kleists Anekdoten" gehalten. Nachfolgende Bilder geben einen Eindruck der Veranstaltung. Ziel dieses Aufenthalts war u. a. die Anbahnung einer erweiterten Kooperation mit der Soochow-Universität.




Seit Erfindung akustischer Speicher- und Sendemedien existieren Texte, die audiomedial produziert und rezipiert werden. Selbst wenn diese Texte nur in Skriptform vorliegen, weil es keine akustischen Realisationen (mehr) davon gibt, sind sie – ähnlich wie üblicherweise auch Dramen und Partituren – nicht für die stumme Lektüre konzipiert, sondern für die Aufführung, und zwar speziell im audiotechnischen Medium, meist dem des Rundfunks, mit all seinen je aktuellen technischen und politischen Bedingungen, Verfahren und Möglichkeiten. Montage, Aleatorik, Permutationen, Rhythmus, Verzerrungen, Loops, Überlagerungen, Stille und vieles mehr formen nun den radiophonen Text. Dies trug wesentlich zur Herausbildung der Neo-Avantgarde bei, sei es im Kontext der Konkreten Poesie, sei es im Umfeld von Tel Quel und dem Nouveau Roman oder anderer Literaturszenen.
Die neuen literarischen (Klang-)Formen wurden nicht zuletzt im regen internationalen Austausch gefunden, z.B. mit Frankreich, Belgien und der ehemaligen Tschecheslowakei. Hier besteht eine riesige Forschungslücke, denn auch international gibt es nur wenige Untersuchungen zur radiophonen Literatur. Ihre Erforschung dürfte einen neuen Blick auf die internationalen Neo-Avantgarden, ihre Vernetzungen und nationalen Unterschiede, ermöglichen.
Die Tagung setzt daher folgende Schwerpunkte:
1) Transnationale Austauschbeziehungen und politische Felder akustischer Ästhetik
2) Entwicklung neuer (intermedialer) Ästhetiken und künstlerischer Praktiken
3) Edition und Archiv

WS 2021/22
Ab jetzt sind Anmeldungen für den Workshop mit Kerstin Hensel (10. bis 11. Januar 2022) bei Frau Willamwoski unter ndlmwe@uni-muenster.de möglich. Voraussichtlich findet der Workshop im Festsaal am Schlossplatz 5 statt. Die Anzahl der Teilnehmer:innen ist auf max. 47 begrenzt.

WS 2019/20
Der Schweizer Dramatiker, Autor und Regisseur Milo Rau hatte im Wintersemester 2019/20 die Poetik-Dozentur am Germanistischen Institut der Universität Münster inne.
Link für weitere Informationen

Hörbücher, Hörspiele, Features und Podcasts boomen, Lesungen und Poetry Slams sind attraktive Events aktueller Vortragskünste, Literatur erscheint als Klangkunst, Musiker erhalten Literaturnobelpreise:
Der Blog versammelt Beiträge zu akustischen Texten aller Art, stellt einige in Podcasts vor („vOHRgestellt), behandelt andere in wissenschaftlichen Texten („Essays“, „Publikationen“) und will insgesamt eine Plattform bieten, um über das Verhältnis von Klang, Kunst und Kultur nachzudenken – unter literaturtheoretischen, ästhetischen, performativen, kulturgeschichtlichen, sozialen, medienkulturellen oder anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen.
Er richtet sich an Studierende, Lehrende, Forschende und alle, die Anregungen für die Ohrenlektüre suchen oder diese wissenschaftlich vertiefen wollen.
Link zum Blog: Phonopoetik. Klang-Kunst-Kultur
Hörbuch: mediale und ästhetische Bedingungen akustischer Literatur für Kinder (Seminar WiSe 2023/24)
Tagung "100 Jahre Hörspiel" (24/25.10.2024)
April 2023: Miszellen
Gastvortrag zum Weimarer Rundfunk an der Universität Innsbruck
Das Ziel des „Forschungsnetzwerk 18. Jahrhundert“ ist es, Forscherinnen und Forscher der WWU, die aus unterschiedlichen fachlichen und methodischen Perspektiven zum 18. Jahrhundert arbeiten, miteinander ins Gespräch zu bringen und die interdisziplinäre Vernetzung bestehender und zukünftiger Forschungsprojekte zum 18. Jahrhundert zu stärken.
Eine erste Plattform dafür stellt die kürzlich ins Leben gerufene Mailingliste „Forschungsnetzwerk-18-Jahrhundert“ dar, die ein informelles und interdisziplinäres Nachrichten- und Vernetzungsportal ist. Denn hierüber können die Mitglieder u.a. Hinweise und Informationen zu Projekten, Tagungen und Forschungsaktivitäten austauschen und mögliche Kooperationen initiieren.
Über folgenden Link können Sie sich unverbindlich in die Mailingliste eintragen: Forschungsnetzwerk 18. Jahrhundert
Wir freuen uns über eine rege und anregende Interaktion!