Lehre

Lehrveranstaltungen im SoSe 2019


Seminar: Ingeborg Bachmann (096321)
Mo. 14:00 -16:00 Uhr (VSH 19 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

Ingeborg Bachmann zählt zu den wichtigsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Zugleich wurde sie zum Mythos der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur stilisiert: eine Lyrikerin, die als poeta assoluta gefeiert wurde, eine poeta docta, die über Heidegger promoviert hat und als geistige Nachlassverwalterin Robert Musils und Ludwig Wittgensteins gilt; einerseits erscheint sie als gebrechliche und gebrochene Sirene, andererseits als politisch denkende Intellektuelle, als Medienprofi und als Feministin.

Exemplarisch wird das Seminar sich ihrer Lyrik, ihrer Prosa und ihren Hörspielproduktionen sowie ihren theoretische Abhandlungen und Essays widmen. Verknüpft werden sollen die Analysen und medienreflexiven Überlegungen mit der Erkundung historischer und sozio-kultureller Dimensionen der Nachkriegsliteratur zwischen 1945 und 1970.

Literatur:
Ingeborg Bachmann:
Anrufung des Großen Bären (Gedichtsammlung 1956); Simultan (Erzählungsband 1972); Malina (Roman 1971); Andrea Stoll: Ingeborg Bachmann. Der dunkle Glanz der Freiheit. Biografie (2013) Ina Hartwig: Wer war Ingeborg Bachmann? Eine Biografie in Bruchstücken (2017).


Seminar: Master - und Forschungskolloquium (096322)
Mo. 18:00 Uhr - 20:00 Uhr (VSH 18 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

Dieses Kolloquium bietet die Gelegenheit, über eigene Arbeiten zu sprechen (Vortrags- und Diskussionssitzungen zur Konzeptklärung) oder auch theoretische Texte zu diskutieren, an die man sich alleine nicht heranwagt.

Bemerkungen:
Die Anmeldung erfolgt persönlich beim Dozenten.


Seminar: Neues Hörspiel (096326)
Di. 14:00 Uhr - 16:00 Uhr (VSH 18 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

Als "akustische Gattung unbestimmten Inhalts" versuchte das Neue Hörspiel ab den 60er Jahren eine neue Hörkultur zu schaffen und zu einem "deep listening" anzuregen. Inspirierte von neuen technischen Möglichkeiten (Stereophonie, elektronischen Manipulationen), experimenteller Musik und konkreter Poesie wurden der Sprache nun Musik, Geräusch, Originalton-Material und Stimmexperimente als Zeichensysteme an die Seite gestellt, aus denen die akustischen Texte und ihre Semantiken entstanden, oft mit Mitteln der Collage. Erzählstrukturen wurden so aufgebrochen, sprachliche Zusammenhänge in Frage gestellt, die fabel dem discours untergeordnet. Dabei geht es häufig um die Irritationen (allzu) geläufiger Wahrnehmungen, um Medien-, Sprach- und Gesellschaftskritik, um das Aufdecken des buchstäblich 'Unerhörten' und um Versuche, neue klangästhetische Erfahrungen zu generieren.

Das Seminar wird versuchen, sich einige dieser akustischen Texte zu erarbeiten und sie innerhalb der jeweiligen literarischen und gesellschaftlichen Diskurse von den sechziger Jahren bis zur Gegenwart zu kontextualisieren. In Frage kommen Arbeiten von (auch literarisch) bekannten Autoren wie Franz Mon, Gerhard Rühm, Peter Handke, Mauricio Kagel, Ferdinand Kriwet, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Andreas Ammer, Michael Lentz. Die genaue Auswahl wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben.

Literatur:
Friedrich Knilli: Das Hörspiel. Mittel und Möglichkeiten eines totalen Schallspiels. Kohlhammer, Stuttgart 1961.
Klaus Schöning (Hrsg.): Hörspielmacher: Autorenportraits und Essays. Königstein/Ts. 1983;
Reinhard Döhl: Das Neue Hörspiel. Geschichte und Typologie des Hörspiels. Darmstadt 1992;
Günter Rinke: Das Pophörspiel. Definition – Funktion – Typologie. Bielefeld 2017.


Seminar: Rhythm Is It! (096318)
Di. 16:00 Uhr - 18:00 Uhr (VSH 18 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

»One christmas, was I three, was I four? I don’t remember. My parents gave me a drum kit, and then, that was it. Lost forever. [...] There is a part of the brain, the pre-civilised human parts of the brain, I mean almost maybe, whichever part is descended from the lizards, where rhythm is it. The first idea, I think, probably the first communication, was through rhythm, before words.« Sir Simon Rattles Annahmen über den Rhythmus sollen dem Seminar Anlass geben, über das Verhältnis von Rhythmus und literarische (Klang-)Ästhetik nachzudenken. Es will erstens einen Überblick über aktuelle und historische Theorien zum Vers- und Prosarhythmus erarbeiten und zweitens anhand von ausgewählten Gedichten und Prosatexten der Frage nachgehen, wie sich Rhythmus in geschriebener Sprache manifestiert (durch Metrum, Silbenfüllung, Satzbau…). Viele Autoren und Autorinnen haben sich beim Schreiben der ›Maulprobe‹ bedient, Texte also zur Überprüfung ihrer (Klang-)Ästhetik gesprochen oder sprechen lassen. Daher werden wir – drittens – unsere analytischen Ergebnisse ebenfalls an Sprech- und Hörerfahrungen koppeln: An einem Blocktermin (31.5 und 1.6) wird das Seminar zusammen mit Regine Andratschke, einer Schauspielerin des Theaters Münster, erproben und erörtern, welche Sprechweisen die zuvor erarbeiteten Textbeispiele aufgrund ihrer rhythmischen Gestaltung nahe legen.

Literatur:
Gumbrecht, Hans Ulrich: Rhythmus und Sinn. In: Materialität der Kommunikation, hrsg. von Hans Ulrich Gumbrecht und K. Ludwig Pfeiffer, 2. Aufl., Frankfurt a.M. 1995, S. 714–729. – Helbling, Hanno: Rhythmus: ein Versuch. Frankfurt a.M. 1999. – Lobsien, Eckhard: Paradoxien der Prosa. Rhythmus, Aufmerksamkeit, Widerstreit. In: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft 46.1 (2001). S. 19– 42. – Zollna, Isabel: Der Rhythmus in der geisteswissenschaftlichen Forschung. Ein Überblick. In: Brigitte Schlieben-Lange (Hg.): Rhythmus. Göttingen 1994. (= Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 24.) S. 12–52.



Lehrveranstaltungen im WiSe 2018/2019


Lehrveranstaltungen im WiSe 2017/2018

Lehrveranstaltungen im SoSe2017


Lehrveranstaltungen im WiSe 2016/2017


Lehrveranstaltungen im SoSe 2016


Lehrveranstaltungen im WiSe 2015/2016


Lehrveranstaltungen im SoSe 2015


Lehrveranstaltungen im WiSe 2014/2015


Lehrveranstaltungen im SoSe 2014:


Lehrveranstaltungen im WiSe 2013/2014: