Lehrveranstaltungen im WS 2021/22

Vorlesung: Hörspiele der Nachkriegszeit (096133)

Di. 10:00 Uhr - 14:00 Uhr (VSH 219 Aula des vom-Stein-Hauses - Schlossplatz 34)

1945: Alles liegt in Schutt und Trümmern, die Theater und Kinos sind unbespielbar, Zeitungen sind aufgrund von Papierknappheit und alliierter Lizenzvergabe rar, Fernsehen gibt es noch nicht. In dieser Nachkriegs-Situation avanciert der Rundfunk zum wichtigsten Kulturinstrument und Publikationsmedium – und das Hörspiel zur beliebtesten Sendegattung bis weit in die sechziger Jahre hinein: mit Einschaltquoten in Millionenhöhe, festen Wochenterminen zur Primetime und Familien, die sich in freudiger Erwartung vor dem Radioapparat versammelten. Zahlreiche wichtige Autoren und Autorinnen haben für den Rundfunk geschrieben, sind durch ihn bekannt geworden, wurden in ihrem literarisches Schaffen durch ihn beeinflusst: Günter Eich, Heinrich Böll, Ilse Aichinger, Ingeborg Bachmann, Alfred Andersch, Martin Walser, Wolfgang Weyrauch und viele andere mehr. Verhandelt wurden Themen, die uns teilweise heute wieder sehr präsent sind: Angst vor atomarer Bedrohung und einem weiteren Krieg, Flucht und Migration, Existenzängste, Umgang mit den Verbrechen der Vergangenheit, Möglichkeiten einer gerechteren Zukunft. Die Hörspiele vergegenwärtigen mit ihrer akustischen Sinnlichkeit und Eindrücklichkeit vergangene Stimmen und Stimmungen und machen unsere Fantasie und Emotionen zum eigentlichen Medium ihrer Aufführung. Zugleich hat jedes Hörspiel seine eigene akustische Ästhetik – je nach Regisseur, Redaktion, Tondramaturgie und audiomedialen Möglichkeiten. Das Hörspiel ist nicht nur vertonter Text, sondern ein eigenständiges Klangkunstwerk von vielen Mitwirkenden, wie der Film.

Die Vorlesung will einen Überblick über diese in der Literaturwissenschaft stark vernachlässigten akustischen Seite der Literatur- und Kulturgeschichte geben und zugleich zu literaturtheoretischen und audiomedialen Reflexionen anregen: über Autorschaft, Adaptationen, akustische Zeichen und Rundfunkpolitik.


Vorlesung: Einführung in die germanistische Literaturwissenschaft (096136)
Mo. 16:00 Uhr - 18:00 Uhr (Schloss - S10)


Seminar: Performative Lyrik (096281)
Mo. 14:00 Uhr - 16:00 Uhr (VSH 05 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

Lyrik existiert nicht (nur) auf dem Papier. Jedes Wort ist auch ein Klang, der Stimmungen und Emotionen erzeugt, jeder Vers hat einen Rhythmus, jeder Gedichtvortrag ist eine Aufführung des Textes mit Stimme und Körper, die all unsere Sinne betrifft. Das haben nicht erst Rap und Hip Hop entdeckt. Im Seminar wird es um Phänomene des Performativen im Text (z.B. Laustilistik, Metrum, Periodenbau) gehen sowie um die Performance des Textes (etwa Gedichtvorträge bzw. Sprachinstallationen, Formen lyrisch-akustischer Kunst, evtl. auch Gedicht-Vertonungen). Das genaue Seminarprogramm wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Literaturhinweise:
Anna Bers, Peer Trilcke (Hg.): Phänomene des Performativen in der Lyrik. Systematische Entwürfe und historische Fallbeispiele, Göttingen 2017.


Seminar: Hörtextkritik I (096373)
Di. 16:00 Uhr - 18:00 Uhr (VSH 18 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

Wie klingt ein gutes Hörspiel? Was unterscheidet einen virtuosen Hörbuchsprecher von eher mittelmäßigen Vorlesern? Welche akustischen Mittel erzeugen innovative, literarische, ästhetische Audio-Effekte? Und wie lassen sich individuelle Höreindrücke überhaupt objektiv und vergleichbar beschreiben? Literaturwissenschaftliche Kriterien für eine fundierte Hörtextanalyse fehlen bislang. Dieser Forschungslücke widmet sich das Seminar: Zum einen auf der Grundlage theoretischer Überlegungen u.a. zu akustischer Performanz, Wirkungsästhetik und Literaturkritik, zum anderen anhand eigener hörkritischer Analysen verschiedenster Hörtextformate. So sollen im Seminar Hörtextkritiken, z.B. Podcasts, entstehen. Die besten können im Anschluss eventuell auch veröffentlicht werden.

Dazu werden die Überlegungen und Ergebnisse dieses Seminarteils mit praktischen Übungen im zweiten Seminarteil ergänzt. Das Projektseminar teilt sich demnach auf 2 Seminare mit insgesamt 4 SWS auf. Bedingung für die Teilnahme an diesem Seminar ist deshalb der gleichzeitige Besuch des Seminars „Hörtextkritik II” (Veranstaltungs.-Nr. 316108).


Master- und Forschungskolloquium (096377)

Mo. 18:00 Uhr - 20:00 Uhr (VSH 18 vom-Stein-Haus - Schlossplatz 34)

Dieses Kolloquium bietet die Gelegenheit, über eigene Arbeiten zu sprechen (Vortrags- und Diskussionssitzungen zur Konzeptklärung) oder auch theoretische Texte zu diskutieren, an die man sich alleine nicht heranwagt.

Bemerkungen:
Die Anmeldung erfolgt persönlich bei der Dozentin bzw. über Frau Heide (Lehrstuhlsekretariat) unter aheide@uni-muenster.de

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