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Münster (upm/jri)
Als Juniorprofessor erforscht Prof. Dr. Henk Meier den Einfluss Europas auf den nationalen Sport.<address>© upm</address>
Als Juniorprofessor erforscht Prof. Dr. Henk Meier den Einfluss Europas auf den nationalen Sport.
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Sportliches Europa

Prof. Dr. Henk Erik Meier erforscht als Juniorprofessor den Einfluss der EU auf den Sport

Der italienische Stürmer Luca Toni ist amtierender Torschützenkönig in Deutschland, Mittelfeldspieler Michael Ballack war 2007 englischer Pokalsieger. Ohne sie wären die Fußballvereine FC Bayern München und FC Chelsea um zwei Stars ärmer. Dass die beiden Top-Spieler in ganz Europa kicken können, geht auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) im Jahr 1995 zurück. Als neuer Juniorprofessor untersucht der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Henk Erik Meier am Institut für Sportwissenschaft der WWU Münster, welchen Einfluss europäische Entscheidungen auf den nationalen Sport haben. Er leitet seit Oktober den Arbeitsbereich Sozialwissenschaften des Sports.

„Die EU nimmt zunehmend Einfluss auf den nationalen Sport", erklärt Meier. Als wegweisend gilt das so genannte Bosman-Urteil von 1995, das die europäische Fußballlandschaft grundlegend umkrempelte. Damals klagte der belgische Profi-Fußballer Jean-Marc Bosman vor dem EuGH gegen die Transferregelungen für Fußballprofis. Er sah die für europäische Staatsbürger geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit dadurch eingeschränkt. Der EuGH gab ihm Recht und erklärte gleichzeitig die Ausländerbeschränkungen für ungültig, die bis dahin in einigen Vereinen galten.

„Praktisch über Nacht wurde ein europäischer Markt für Profi-Fußballer geschaffen, auf dem Ablösesummen und Spielergehälter dramatisch stiegen", sagt Prof. Meier. Zu den Folgen zählten nicht nur ein steigender Anteil ausländischer Spieler bei deutschen Clubs, sondern auch ein gewachsener Kapitalbedarf, eine zunehmende Kommerzialisierung des Sports und höhere wirtschaftliche Risiken. Die einst starken Verbände hätten an Macht eingebüßt, Spieler und Vereine seien gestärkt worden. Ähnliche Einflüsse europäischer Politik könne man auch in anderen Sportarten beobachten.

Mit der Juniorprofessur will das Institut für Sportwissenschaft der WWU Münster einen neuen Schwerpunkt etablieren und verstärkt europäische Fragestellungen der Sportwissenschaft in den Fokus nehmen. „Das Forschungsgebiet ist relativ neu", sagt Institutsdirektor Prof. Dr. Michael Krüger. Insbesondere junge Wissenschaftler beschäftigten sich mit dem Thema. Deshalb hat das Institut eine Juniorprofessur eingerichtet und mit Meier einen Experten auf diesem Gebiet gefunden. Geplant ist eine anschließende Übernahme, der so genannte „Tenure Track". „Dies soll eine Kontinuität des Forschungsbereichs am Institut für Sportwissenschaft sicherstellen", so Krüger. Als nächstes Projekt planen Meier und Krüger eine vergleichende Untersuchung zur Dopingkontrolle in europäischen Ländern. Ein entsprechender Projektantrag läuft zur Zeit.

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