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Münster (upm).
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Steinfurter Landschaftslabor soll von Universitäts-Expertise profitieren

Stiftung fördert „agroforst innovate! Center“ mit fünf Millionen Euro / Klimaresiliente Landwirtschaft als Ziel

Für eine klimaresiliente Landwirtschaft: Mit dem „agroforst innovate! Center“ entsteht eine institutionelle Plattform für den Wissenstransfer. Sie vereint Forschung, landwirtschaftliche Praxis und gesellschaftliche Akteure und treibt die Umsetzung neuer Ansätze für eine nachhaltige Landnutzung voran. Die Arbeitsgruppe „Angewandte Landschaftsökologie und ökologische Planung“ von Prof. Dr. Tillmann Buttschardt an der Universität Münster bringt Expertise in Ökologie, Landschaftsforschung und nachhaltiger Landnutzung ein und begleitet die Entwicklung und wissenschaftliche Auswertung eines neuen Landschaftslabors. Partner sind der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband, der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft und die „Joachim Herz Stiftung“, die das Vorhaben mit fünf Millionen Euro fördert.

Das Zentrum entwickelt, kombiniert und begleitet innovative Maßnahmen unter realen Bedingungen. Dazu zählen agroforstliche Gehölzstrukturen, Maßnahmen zur dezentralen Wasserregulation (z.B. Retentionssysteme und künstlich angelegte Feuchtgebiete) sowie Verfahren zur Kohlenstoffbindung und Kreislaufwirtschaft wie Kompostierung und Pflanzenkohle. Es soll seine Arbeit im Januar 2027 aufnehmen. Herzstück wird ein rund 50 Hektar großes Landschaftslabor auf einem Hof im Kreis Steinfurt sein: Auf einem Betrieb werden die Konzeption sowie die Erprobung und Skalierung agroforstlicher Systeme umgesetzt. Im Fokus stehen Klimaanpassung, Wassermanagement und Bodenschutz. Die Ansätze, Erfahrungen und Praktiken sollen auf andere Betriebe und Regionen übertragen werden können.

„Die Organisationsform biete eine langfristige Perspektive, das zur Verfügung gestellte Geld flexibel und zielgerichtet einzusetzen“, betont Tillmann Buttschardt. Gerade im diesjährigen Sommer und Herbst mit historischen Niedrigwasserständen sei zu beobachten, wie gravierend der Klimawandel verlaufe. Vor diesem Hintergrund sei eine praktisch ausgerichtete Initiative, die relevante Gruppen und Einrichtungen einbezieht, von besonderer Bedeutung. Für Forschung und Lehre eröffne das Vorhaben neue Möglichkeiten, wissenschaftliche Fragen unter realen Bedingungen zu bearbeiten, Kooperationen auszubauen und Studierende praxisnah zu schulen.

Agroforstwirtschaft kann durch die Kombination von Gehölzen mit Ackerkulturen und/oder Tierhaltung dazu beitragen, Böden zu schützen, Wasser in der Landschaft zu halten und landwirtschaftliche Betriebe an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Doch bislang fehlen dauerhafte Strukturen, um das Wissen umzusetzen.

Das Thema Agroforstwirtschaft wird am Institut für Landschaftsökologie seit einigen Jahren von Studierenden vorangetrieben. So erhielt die studentische Initiative für landwirtschaftlichen Wissensaustausch für ihr Engagement zugunsten einer nachhaltigen Gestaltung von landwirtschaftlich genutzten Flächen mit Gehölzen im Jahr 2021 den Studierendenpreis des Rektorats der Universität Münster. Die Initiative initiierte auch das bundesweite Forschungsprojekt „agroforst-monitoring“, das von Tillmann Buttschardt wissenschaftlich begleitet wird und mit weiteren Forschungseinrichtungen, landwirtschaftlichen Betrieben und gemeinnützigen Verbänden zusammenarbeitet.

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