Wissenschaft mitten in der Stadt
Die Wissenschaft verlässt die Hörsäle und zieht mitten in die Stadt: Die Universität Münster bereitet sich auf den NRW-Tag vor. Das große Landesfest, das alle zwei Jahre in einer anderen Stadt stattfindet, verbindet vom 28. bis 30. August Kultur, Wissenschaft und Austausch auf verschiedenen Themenmeilen und Bühnen miteinander. Gleichzeitig wird das 80-jährige Bestehen des Landes Nordrhein-Westfalen unter dem Motto „Demokratie lebt. Vielfalt verbindet.“ gefeiert. Die Universität Münster ist mit einer Vielzahl an interaktiven Angeboten und öffentlichen Vorlesungen beteiligt, die zeigen, wie Forschung den Alltag der Menschen bereichert.
Die Hochschule macht somit Forschung und Lehre einem breiten Publikum zugänglich und besetzt damit zentrale Bereiche des Events. Auf der „Wissenschaftsmeile“ an der Universitätsstraße geben unter anderem der Exzellenzcluster Mathematik Münster, das „StadtLabor Münster“ sowie Projekte zur KI-Transformation und Batterieforschung Einblick in ihre aktuellen Arbeiten. Auch auf der „Sportmeile“ (Lindenhofwiese) und der Meile „Dialog & Vielfalt“ (Überwasserkirchplatz) ist die Uni vertreten. Dort möchten die theologischen Fakultäten sowie der Exzellenzcluster Religion und Politik mit ihren Angeboten den interreligiösen Austausch fördern.
Ab 2027 vereint der neue „Campus der Theologien und religionsbezogenen Studien“ die katholische, evangelische und islamische Theologie sowie weitere Einrichtungen: ein Leuchtturmprojekt, das seinesgleichen sucht. Der NRW-Tag bietet die Gelegenheit, dass sich die drei Theologien und der Cluster gemeinsam präsentieren. Im Zelt können die Gäste mit Forscherinnen und Forschern und Studierenden ins Gespräch kommen. „Auf der Bühne greifen abwechslungsreiche Beiträge aktuelle Forschung und gesellschaftlich relevante Themen auf“, betont Dr. Rainer Gottschalg, Koordinator der religionsbezogenen Wissenschaften für den NRW-Tag.
Ein Highlight des Programms sind die Kurzvorlesungen auf der Programmbühne der Wissenschaftsmeile am 29. und 30. August. Hier öffnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, bildlich gesprochen, die Hörsaaltüren für die Öffentlichkeit: Die Themen reichen von der Erforschung von Plastik in der Umwelt über Quantenmaterialien und die „Wissenschaft des Glücks“ bis hin zu Krokodilmumien sowie der Arbeit an der Großforschungseinrichtung „CERN“.
Neben den Informationszelten und Vorträgen beteiligt sich die Universität Münster am kulturellen Programm. Auf der Bühne der Wissenschaftsmeile beim Juridicum sind Musikauftritte geplant, während auf der Sportmeile am Kastellgraben der Hochschulsport für Dynamik sorgt. Der NRW-Tag wird gemeinsam vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Münster in Kooperation mit der Halle Münsterland organisiert und integriert zudem das Stadtfest „Münster Mittendrin“ sowie das Sommerkonzert der Landesregierung.
Autorin: Hanna Dieckmann
Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 5, 22. Juli 2026.