Experten intensivieren Forschung über „Fake News“ in sozialen Medien
Soziale Medien sind ein idealer Nährboden für falsche und irreführende Informationen („Fake News“), da sie auf ein Maximum an Klicks, Likes und das Teilen von Informationen ausgelegt sind. Reißerische Falschmeldungen erhalten dadurch mehr Aufmerksamkeit als sachliche Nachrichten. Das absichtliche Verbreiten von falschen Inhalten – die Desinformation – steht im Mittelpunkt von zwei neuen Forschungsprojekten der Universität Münster. Die Gesamtfördersumme beträgt rund 2,9 Millionen Euro. „Wir wollen das kritische Denken fördern, widerstandsfähige demokratische Strukturen im digitalen Zeitalter stärken und wissenschaftliche Methoden weiterentwickeln“, unterstreicht Koordinator Prof. Dr. Thorsten Quandt vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster.
Das vierjährige Projekt „Manipulation der Vergangenheit: Rechtsextreme Ideologien und die Instrumentalisierung von Geschichte“ wird von der „VolkswagenStiftung“ im Rahmen des Programms „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ gefördert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen analysieren, wie Gruppen aus dem rechten politischen Spektrum die deutsche Geschichte des Nationalsozialismus, des Faschismus unter Benito Mussolini in Italien und des diktatorischen Regimes unter dem spanischen General Francisco Franco für ihre Zwecke nutzen, um Einfluss auf gesellschaftspolitische Debatten zu nehmen und um junge Anhänger zu gewinnen. Viele Beobachter warnen davor, dass die zunehmende politische Radikalisierung von Jugendlichen im rechtsextremen Spektrum eine ernste Bedrohung für die europäische Demokratie darstellen könnte, insbesondere durch den strategischen Einsatz und die Neuinterpretation faschistischer historischer Fakten in Ländern mit entsprechender Vergangenheit. Die Wissenschaftler werden deswegen auch untersuchen, wie Geschichte verzerrt wird und wie visuelle Social-Media-Plattformen wie TikTok und YouTube diese Inhalte algorithmisch verstärken. Geplant ist die Entwicklung von hilfreichen Unterrichtsmaterialien für Schulen und ein entsprechender Werkzeugkoffer für Lehrkräfte. Das Online Communication Lab unter Leitung von Thorsten Quandt arbeitet dafür mit Experten von der Universität La Sapienza Rom und von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona zusammen.
Links zu dieser Meldung
- Weitere Informationen über das Projekt „Manipulation der Vergangenheit: Rechtsextreme Ideologien und die Instrumentalisierung von Geschichte“
- Zur Pressemitteilung der VolkswagenStiftung
- Weitere Informationen über das Projekt „Synthetische Desinformationsdaten, Infrastruktur für Kollaboration und Analyse-Toolbox für die Social Media-Forschung“