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Münster (upm/kn).
Das Foto ist ein Symbolbild, auf dem Geld und Forscher abgebildet sind.<address>© Uni MS - Robert Matzke</address>
Zwei neue Forschungsprojekte beschäftigen sich mit falschen und irreführenden Informationen im Netz und den sozialen Medien.
© Uni MS - Robert Matzke

Experten intensivieren Forschung über „Fake News“ in sozialen Medien

Institut für Kommunikationswissenschaft erhält 2,9 Millionen Euro für zwei neue Projekte

Soziale Medien sind ein idealer Nährboden für falsche und irreführende Informationen („Fake News“), da sie auf ein Maximum an Klicks, Likes und das Teilen von Informationen ausgelegt sind. Reißerische Falschmeldungen erhalten dadurch mehr Aufmerksamkeit als sachliche Nachrichten. Das absichtliche Verbreiten von falschen Inhalten – die Desinformation – steht im Mittelpunkt von zwei neuen Forschungsprojekten der Universität Münster. Die Gesamtfördersumme beträgt rund 2,9 Millionen Euro. „Wir wollen das kritische Denken fördern, widerstandsfähige demokratische Strukturen im digitalen Zeitalter stärken und wissenschaftliche Methoden weiterentwickeln“, unterstreicht Koordinator Prof. Dr. Thorsten Quandt vom Institut für Kommunikationswissenschaft der Universität Münster.

Das vierjährige Projekt „Manipulation der Vergangenheit: Rechtsextreme Ideologien und die Instrumentalisierung von Geschichte“ wird von der „VolkswagenStiftung“ im Rahmen des Programms „Transformationswissen über Demokratien im Wandel“ gefördert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen analysieren, wie Gruppen aus dem rechten politischen Spektrum die deutsche Geschichte des Nationalsozialismus, des Faschismus unter Benito Mussolini in Italien und des diktatorischen Regimes unter dem spanischen General Francisco Franco für ihre Zwecke nutzen, um Einfluss auf gesellschaftspolitische Debatten zu nehmen und um junge Anhänger zu gewinnen. Viele Beobachter warnen davor, dass die zunehmende politische Radikalisierung von Jugendlichen im rechtsextremen Spektrum eine ernste Bedrohung für die europäische Demokratie darstellen könnte, insbesondere durch den strategischen Einsatz und die Neuinterpretation faschistischer historischer Fakten in Ländern mit entsprechender Vergangenheit. Die Wissenschaftler werden deswegen auch untersuchen, wie Geschichte verzerrt wird und wie visuelle Social-Media-Plattformen wie TikTok und YouTube diese Inhalte algorithmisch verstärken. Geplant ist die Entwicklung von hilfreichen Unterrichtsmaterialien für Schulen und ein entsprechender Werkzeugkoffer für Lehrkräfte. Das Online Communication Lab unter Leitung von Thorsten Quandt arbeitet dafür mit Experten von der Universität La Sapienza Rom und von der Universität Pompeu Fabra in Barcelona zusammen.

Auf dem Foto sind die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Thorsten Quandt (r.) und Prof. Dr. Christian Grimme zu sehen.<address>© Max Henkler - OCL</address>
Prof. Dr. Christian Grimme (l.) und Prof. Dr. Thorsten Quandt
© Max Henkler - OCL
Das dreijährige Projekt „Synthetische Desinformationsdaten, Infrastruktur für Kollaboration und Analyse-Toolbox für die Social Media-Forschung“ (SynDIKAT) wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Förderkampagne „Desinformation – erkennen, verstehen, abwehren“ gefördert. Im Mittelpunkt stehen dabei methodische Fragestellungen der Desinformationsforschung. Ein zentrales Problem, betonen die Forscherinnen und Forscher, ist der Mangel an gemeinsam nutzbaren Social-Media-Datensätzen, um Methoden zur Erkennung und Bekämpfung von Desinformation zuverlässig vergleichen und bewerten zu können. Ziel ist es, einen rechtssicheren Datenaustausch zu ermöglichen und die Beurteilung von Erkennungsalgorithmen – sprich die Erkennung von bestimmten Mustern und Anomalien in den Daten – zu verbessern. Verantwortlich für das Projekt sind Prof. Dr. Christian Grimme vom Institut für Wirtschaftsinformatik und Prof. Dr. Thorsten Quandt vom Institut für Kommunikationswissenschaft als „Principal Investigators“ der Universität Münster. Weitere Partner sind das GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, das Center for Advanced Internet Studies und die TU Dortmund.

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