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Münster (upm/kk).
Falschfarbenbild des Mondes, aufgenommen durch drei Farbfilter im Rahmen der NASA-Mission Clementine.<address>© NASA</address>
Dieses Falschfarbenbild des Mondes wurde von der NASA-Mission Clementine aufgenommen. Es kombiniert Lichtreflexionen in drei Wellenlängen, um Unterschiede in der Oberflächenzusammensetzung hervorzuheben. Die roten Bereiche zeigen beispielsweise ältere Mondhochländer, während die blauen, gelben und orangefarbenen Bereiche jüngere Mare-Basalte mit unterschiedlichen Eisen- und Titangehalten darstellen.
© NASA

Universität Münster ist an neuer europäischer Mondsonde beteiligt

Kooperationsvertrag für die „Twardowski-Mission“ unterzeichnet / Mission ist für 2029 geplant

Die letzte europäische Mondmission liegt mehr als 20 Jahre zurück. Nun ist die Universität Münster Teil eines europäischen Konsortiums, das einen neuen Mondorbiter für die Europäische Weltraumorganisation (ESA) vorbereitet. Bei der Entwicklung der Raumsonde arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für Planetologie mit dem polnischen Raumfahrtunternehmen Creotech Instruments, dem Weltraumforschungszentrum der Polnischen Akademie der Wissenschaften, SATLANTIS und GMV Innovating Solutions zusammen - der entsprechende Kooperationsvertrag wurde jetzt unterzeichnet.

Prof. Dr. Harald Hiesinger, Dr. Carolyn van der Bogert (links) und Dr. Wajiha Iqbal im Spektroskopielabor des Instituts für Planetologie.<address>© Institut für Planetologie</address>
Prof. Dr. Harald Hiesinger, Dr. Carolyn van der Bogert (links) und Dr. Wajiha Iqbal im Spektroskopielabor des Instituts für Planetologie.
© Institut für Planetologie
Creotech Instruments ist Hauptauftragnehmer der ESA und koordiniert das Konsortium, das ein Missionskonzept aus einer früheren Phase weiterentwickelt. Das Ziel besteht darin, die sogenannte Twardowski-Mission vorzubereiten: einen europäischen Mondorbiter, der Ressourcen wie bestimmte Gesteine oder Eis mit hoher räumlicher und spektraler Auflösung auf dem Mond erkennen, kartografieren und analysieren soll. Der Start der Mission ist für 2029 geplant. Es wäre die erste vollständig europäische Mondmission seit der SMART-1-Mission der ESA von 2003 bis 2006 und Teil der langfristigen ESA-Strategie zur Erforschung des Mondes. Die Mission ist nach der berühmten Figur Pan Twardowski aus der polnischen Literatur benannt. Der Adelige hatte seine Seele gegen Ruhm und Macht dem Teufel verkauft.

Prof. Dr. Harald Hiesinger, Dr. Carolyn van der Bogert und Dr. Wajiha Iqbal von der Universität Münster verfügen über Expertise im wissenschaftlichen Missionsmanagement und -betrieb. Das Team unterstützt die Entwicklung der Parameter für die Nutzlast im sichtbaren bis mittleren Infrarotbereich sowie der dazugehörigen Datensätze. Ziel ist es, die Beobachtung von Gesteinen und Mineralien auf der Mondoberfläche zu optimieren. „Die Daten werden unser Verständnis des Mondes deutlich erweitern und wichtige Informationen über potenzielle Landeplätze liefern, die für die Planung und Durchführung bemannter und unbemannter Missionen sowie für die Erkundung von Mondressourcen relevant sind“, erläutert Carolyn van der Bogert. Für das Forschungsteam ist die Vorbereitung der Twardowski-Mission ein wichtiger Meilenstein für die zukünftige europäische Mondforschung. „Das Missionskonzept macht die wissenschaftlichen und technologischen Fähigkeiten Europas sichtbar und liefert einen neuen Datensatz mit bislang unerreichter spektraler Information über die Mondoberfläche und ihre Ressourcen“, betont Harald Hiesinger.

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