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Münster (upm/bhe).
Zu sehen ist ein Porträtfoto von Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann.<address>© Hebrew University</address>
Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann von der Jerusalemer Hebrew University ist zu Gast in der „Haindorf-Lecture“ der Universität Münster.
© Hebrew University

Wie die Hamas Bilder als Waffe einsetzte

„Haindorf-Lecture“: Medienwissenschaftler aus Jerusalem referiert über Terrorangriff auf Israel im Oktober 2023

Welche Rolle spielen Bilder bei der Vermittlung und Eskalation extremer antisemitischer Gewalt? Wie werden sie als politische und ideologische Botschaften eingesetzt? Über „Die Botschaft der Bilder“ spricht Prof. Dr. Tobias Ebbrecht-Hartmann von der Jerusalemer Hebrew University in der „Haindorf-Lecture“ der Universität Münster. Der öffentliche Vortrag findet am 29. Januar (Donnerstag) im Saal 1 der Bezirksregierung Münster (Domplatz 1-3) statt. Eine Anmeldung für die Veranstaltung unter dem Link https://indico.uni-muenster.de/e/haindorf-lecture2026 ist erforderlich.

Anhand von Dokumenten und Bildstrategien zeigt der Medienwissenschaftler, dass es sich beim Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 um ein neuartiges, live übertragenes Massenverbrechen handelte, bei dem die Täter moderne Bildmedien nutzten, um ihre Botschaften zu kommunizieren. Die massenhafte Verbreitung von Fotos und Videos dokumentierten nicht nur, sondern waren selbst Teil der Gewaltausübung. Die Bilder sollten dabei Bezüge zu früheren Pogromen und der Shoah aufrufen – nicht als historische Wiederholung, sondern als bewusst eingesetzte Waffe. Tobias Ebbrecht-Hartmann ist Professor für visuelle Kultur, Medienwissenschaften und deutsche Erinnerungs- und Kulturgeschichte im Studiengang Kommunikation und Medien.

Bei den „Haindorf-Lectures“ handelt es sich um eine Kooperation zwischen der Jüdischen Gemeinde, dem Beauftragten in Antisemitismusfragen der Stadt und dem Beauftragten der Universität Münster gegen Antisemitismus. Namensgeber der Lecture ist Prof. Dr. Alexander Haindorf (1784–1862), der für die jüdische Gemeinde, aber auch die Stadtgeschichte Münsters als ein früher Vertreter eines liberalen Judentums prägend war. Als Mediziner, Privatdozent und Pädagoge erfuhr er hohe Anerkennung. Im Frühjahr 1826 nahm die von ihm gegründete Marks-Haindorf-Stiftung ihren Lehrbetrieb auf.

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