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Münster (upm/kn).
Seit mehr als 40 Jahren baut die Universität Münster die strategische Partnerschaft mit der Universität Twente kontinuierlich aus.<address>© WWU - Jan Lehmann / UT - Eric Brinkhorst</address>
Seit mehr als 40 Jahren baut die Universität Münster die strategische Partnerschaft mit der Universität Twente kontinuierlich aus.
© WWU - Jan Lehmann / UT - Eric Brinkhorst

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Lehre

Seit 40 Jahren besteht zwischen den Universitäten Münster und Twente eine strategische Partnerschaft

Wissenschaftlicher Austausch über Ländergrenzen hinweg: Seit mehr als 40 Jahren arbeiten die Universitäten Münster und Twente zusammen. Die strategische Partnerschaft mit den Niederländern umfasst Forschungskooperationen, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und gemeinsame Studiengänge. „Die WWU als Volluniversität mit 15 Fachbereichen und die Universität Twente mit fünf Fakultäten ergänzen sich gut“, verdeutlicht Dr. Mareike Blömker, Koordinatorin der strategischen Partnerschaft mit der Universität Twente. „Die breit gefächerte Grundlagenforschung in Münster trifft auf die technische Anwendungsforschung in Twente“, ergänzt Prof. Dr. Johannes Wessels, Rektor der Universität Münster.

Um die Partnerschaft kontinuierlich auszubauen, haben die beiden Hochschulleitungen zuletzt eine weitere Förderlinie der sogenannten „Collaboration Grants“ ins Leben gerufen. Bislang gibt es eine Anschubfinanzierung für Forschungsprojekte. Die Vorhaben sollen zum einen die Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen vorantreiben und zum anderen das Potenzial für die Einwerbung von Drittmitteln haben. Die Fördersumme in Höhe von 80.000 Euro kann beispielsweise als Anschub für Projekte genutzt werden, die der Bildung neuer Konsortien oder dem Austausch mit Industriepartnern und Unternehmen dienen. Die Laufzeit beträgt zwölf Monate. Neu hinzu kommt die Unterstützung von Nachwuchsprojekten. Bis Ende März gibt es erstmals die Möglichkeit, sich für diese Förderlinie zu bewerben. Im Mittelpunkt stehen bilaterale Forschungsvorhaben, die durch Doktoranden umgesetzt werden. Für die Betreuung der Nachwuchskräfte können erfahrene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jährlich bis zu 50.000 Euro für bis zu vier Jahre erhalten. „Damit wollen wir nicht nur den Nachwuchs fördern, sondern auch eine längerfristige Zusammenarbeit sicherstellen“, erläutert Prof. Dr. Monika Stoll, Prorektorin für Forschung der Universität Münster.

Auch ein Promotionsabkommen für die Fachbereiche Physik sowie Chemie und Pharmazie, das im Herbst 2022 geschlossen wurde, soll die Doktorandenausbildung vereinfachen. Durch den Abbau verwaltungstechnischer Hürden und die Einführung übergreifender Regelungen rückt die wissenschaftliche Zusammenarbeit in den Fokus. Der Sonderforschungsbereich „Intelligente Materie: Von responsiven zu adaptiven Nanosystemen“ der WWU hat das Promotionsabkommen angestoßen. Forscher der Universitäten Münster und Twente bilden in dem Verbund eine Vielzahl von Doktoranden aus.

Weitere aktuell bedeutende Themen sind die Batterieforschung und die Förderung von wissenschaftlichen Ausgründungen. Um die weltweiten Herausforderungen der Energie- und Mobilitätswende bewältigen zu können, sind die Batterieforschung und die Energiespeicherung von zentraler Bedeutung. Die Universitäten Münster, Twente und Stanford (USA) arbeiten zukünftig auf diesem Gebiet zusammen, um unter anderem hoch qualifizierte Batterieforscher auszubilden. Das MEET Batterieforschungszentrum der WWU um dessen Direktor und wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Martin Winter profitiert von der trilateralen Expertise, mit der ein großer Teil der Wertschöpfungskette von Batterien abgedeckt wird.

Die Unterstützung von Gründungsinteressierten in der deutsch-niederländischen Grenzregion ist ein weiterer Baustein des Zusammenwirkens. Das „REACH EUREGIO Start-up Center“ an der WWU hat seit seiner Gründung im Jahr 2019 mehr als 200 Gründungsvorhaben betreut, woraus bislang 55 Start-ups hervorgegangen sind. Kooperationspartner sind das Gründungszentrum Novel-T der Universität Twente sowie die FH Münster und das Digital Hub münsterLAND. Durch strukturierte Programme soll der Transfer wissenschaftlicher Ideen in die Unternehmenspraxis vorangetrieben werden.

Die Entfernung zwischen den Universitäten Münster und Twente beträgt gut 70 Kilometer. Mit dem Auto ist man in einer guten Stunde vor Ort. Das ist einer der Gründe, warum die Zusammenarbeit für Studierende, Doktoranden und Forscher auch im Studien- und Arbeitsalltag gut funktioniert. Der persönliche Kontakt auf allen Ebenen ist die Grundlage der jahrzehntelangen Kooperation. „Der internationale Blick und die interkulturelle Zusammenarbeit machen den Austausch mit Twente für mich spannend“, schildert Mareike Blömker, die seit September 2020 die Partnerschaft mit Twente koordiniert.

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