2026

Prof. Dr. Joachim Kurtz
© Uni MS - Linus Peikenkamp

„Das Aussterben ist drastischer als je zuvor“ - Podcast zum Darwin-Tag am 12. Februar

Der Evolutionsbiologe Joachim Kurtz schildert die Bedeutung der Evolution in der heutigen Zeit

Der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Joachim Kurtz fordert mit Blick auf den Klimawandel und den drastischen Verlust von Biodiversität eine schnelle und entschlossene Antwort der Gesellschaft. „Wir kennen aus der Geschichte mehrere Aussterbe-Ereignisse. Machen wir so weiter wie bisher, steuern wir auf ein vom Menschen verursachtes Ereignis zu, das drastischer ausfallen wird als alle anderen zuvor. Wir sollten deswegen alles dafür tun, um das zu verhindern“, unterstrich der Wissenschaftler in der neuen Folge des „Umdenken“-Podcasts der Universität Münster anlässlich des „Darwin-Tags“ am 12. Februar. Der 1882 verstorbene britische Forscher Charles Darwin gilt bis heute wegen seiner Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturforscher. Die Evolution werde zwar einen Weg finden, damit auch nach einem solchen Einschnitt noch Organismen existierten, fügte Joachim Kurtz hinzu. „Aber es werden nicht dieselben sein.“ Die Menschheit müsse vor allem deutlich weniger Kohlendioxid (CO2) ausstoßen und Lebensräume schonen. 

Prof. Dr. Niels Petersen
© Uni MS - Linus Peikenkamp

Podcast: Ist das Völkerrecht bedeutungslos oder wichtiger denn je?

„Für einen Abgesang auf das Völkerrecht ist es zu früh“

Wenngleich sich die globale Weltordnung angesichts zahlreicher völkerrechtswidriger Konflikte in einer Krise befände, sei es „für einen Abgesang auf das Völkerrecht zu früh“, betont Prof. Dr. Niels Petersen von der Universität Münster in der neuen Folge des „Umdenken“-Podcasts. Die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA oder die Annexionspläne des US-Präsidenten Donald Trump mit Blick auf Grönland hatten zuletzt Zweifel an der Verbindlichkeit und Bedeutung des Völkerrechts aufkommen lassen. „Das Völkerrecht umfasst aber weit mehr als das Gewaltverbot, beispielsweise im Handelsrecht“, unterstreicht der Rechtswissenschaftler. Zudem plädiert er dafür, dass Deutschland seine Partnerschaften gezielt ausbaut, um unabhängiger von den USA zu werden. „Insbesondere in der Sicherheitspolitik sollte die EU mutiger werden und beispielsweise das Vereinigte Königreich und Kanada stärker einbeziehen“, sagt er.