„Religion und Politik“

Exzellenzcluster an der Universität Münster

Der Exzellenzcluster „Religion und Politik“, der 2007 eingerichtet wurde, untersucht noch bis 2027 das komplexe Verhältnis von Religion und Politik quer durch die Epochen und Kulturen. Im Zentrum des Interesses der rund 150 Forschenden aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen stehen Europa und der Mittelmeerraum sowie deren Verflechtungen mit Vorderasien, Afrika, Nord- und Lateinamerika. Der Forschungsverbund ist der bundesweit größte dieser Art und unter den Exzellenzclustern in Deutschland der einzige zum Thema Religion. Seit seiner Gründung bearbeitet der Exzellenzcluster eine Vielzahl an historischen und gegenwartsbezogenen Themen von aktueller Relevanz. weiterlesen

Slider Storm
© exc/L. Kerl/N. Stichweh

„Wir betreten zum Teil völliges Neuland“

Das Forschungsprojekt „Neues aus China? – Wissensquellen, Wissensaneignung und Wissenstransfer von Missionaren in China im 19./20. Jahrhundert“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ widmet sich der zentralen Fragestellung, zu welchem Zweck und in welchem Kontext christliche Missionare im genannten Zeitraum vor Ort ein sogenanntes „Chinawissen“ gewannen.  Sinologin und Projektleiterin Kerstin Storm sowie die Promovierende Lisa Kerl berichten von ihrer Arbeit mit den Quellen und den Erkenntnissen, wie Wissen an Einzelne, Gruppen oder Institutionen transnational transferiert wurde.
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Bild News Interview Lohwasser
© EXC/Richard Sliwka

„Der löwenköpfige Apedemak ist vielleicht gar kein Gott im ägyptischen Sinne“

Die Ägyptologin Angelika Lohwasser erforscht am Exzellenzcluster die Beziehung von Kult und Königtum im antiken Königreich von Kusch, Ägyptens südlichem Nachbarn. Da Kusch im 2. Jt. v. Chr. als Kolonie an das pharaonische Ägypten angegliedert war, finden sich dort auch in späteren Zeiten viele ägyptische Einflüsse. In der Forschung hat sich daher ein stark ägyptischer bzw. ägyptologisch geprägter Blickwinkel auf die kuschitische Kultur und Religion etabliert. Im Interview berichtet Angelika Lohwasser darüber, wie sie das Königreich von Kusch und insbesondere die Beziehung zwischen dem aus Ägypten stammenden Königsgott Amun und dem kuschitischen Gott Apedemak aus einer neuen, nicht nur ägyptischen Perspektive betrachtet. Weiterlesen

Slider Bockholt
© exc/Istanbul, Süleymaniye-Bibliothek

„Auftraggeber, Kopisten, Besitzer und Leser prägten die Übersetzungen und machten die Abschriften zu einem „lebenden“ Werk“

Mit den arabisch-osmanischen Übersetzungen von Werken der Koranexegese (arab. tafsīr), befasst sich Islamwissenschaftler Philip Bockholt in seinem Forschungsprojekt „Arabisch-osmanische Übersetzungen von Werken der Koranexegese (Tafsīr) als Ausdruck des innerislamischen Wissenstransfers im östlichen Mittelmeerraum zwischen 1400–1750“ am Exzellenzcluster „Religion und Politik“. Warum die Übersetzungen vom Arabischen ins Türkische so wichtig waren, welche Anpassungen während der Übersetzungen am Text festzustellen sind und welche Rolle die Übersetzungen bei der Vermittlung religiösen Wissens spielten, darüber spricht er im Interview. Weiterlesen