|
Münster (upm/lp).
Das Foto zeigt Professor Doktor Patrick Sänger. Er spricht in ein Mikrofon.<address>© Uni MS - Linus Peikenkamp</address>
Im Podcast schildert Althistoriker Prof. Dr. Patrick Sänger die Bedeutung der Papyrologieforschung.
© Uni MS - Linus Peikenkamp

Mit Papyrusrollen in den Alltag der alten Ägypter eintauchen

Neuer „Umdenken“-Podcast mit dem Althistoriker Patrick Sänger

Immer wieder gelingt es Forscherinnen und Forschern, mithilfe von Papyrusfragmenten in den Alltag der Menschen vor vielen Jahrhunderten einzutauchen und so manches wissenschaftliche Rätsel zu lösen. Das Gros der Arbeit mit dem Papier der Antike liegt allerdings noch vor ihnen: Schätzungen zufolge haben die Wissenschaftler bislang etwa 60.000 Fragmente untersucht und entziffert – rund eine Million unerschlossene Seiten, die überwiegend in Ägypten entdeckt wurden, liegen dagegen noch in den Archiven. „Mehrere Forscher-Generationen werden sich noch dieser faszinierenden Aufgabe widmen“, unterstreicht der Althistoriker Prof. Dr. Patrick Sänger in der neuen Folge des „Umdenken“-Podcasts der Universität Münster.

Patrick Sänger wird sich dabei in Kooperation mit der Universität Köln einem besonderen Schatz widmen. Etwa 20.000 Fragmente hellenistischer Papyri lagern seit den 1930er-Jahren in der Bancroft Library der University of California in Berkeley. Sie sind mit altgriechischen Texten unterschiedlicher Gattungen beschriftet: Es handelt sich um Werke großer Literatur, um königliche Erlasse, amtliche und private Korrespondenz, Verträge, offizielle Berichte, Steuerquittungen und viele andere Dokumente. Die Akademienunion unterstützt die Wissenschaftler über 15 Jahre mit rund 4,3 Millionen Euro, um mithilfe künstlicher Intelligenz („Fragment-Matching“) die Fragmente zu erschließen, die sich beim Herauslösen aus den Mumien ergaben. „Das Material wird uns voraussichtlich neue Einblicke in das hellenistische Ägypten geben“, betont Patrick Sänger, der seit 2018 an der Universität Münster lehrt und forscht.

Papyrus galt im antiken Mittelmeerraum als der Schreibstoff schlechthin. Er wurde in großen Massen in Ägypten produziert, hatte allerdings seinen Preis. „Insbesondere hochwertiger Papyrus wurde überwiegend von wohlhabenden Menschen verwendet“, erklärt Patrick Sänger. Ärmere Menschen dagegen nutzten seinerzeit häufig Tonscherben als Schreibmaterial.

Umdenken – der Podcast der Universität Münster

Im Podcast der Universität Münster kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zu Wort. Sie berichten über ihre Forschungsschwerpunkte, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und ihre persönliche Motivation. Alle Folgen sind auf Spotify, Deezer, Apple Podcasts und unter folgendem Link zu hören: https://www.uni-muenster.de/kommunikation/podcast/index.html

 

Links zu dieser Meldung