Die GSPoL macht's möglich

Ein eigenes Projekt im Zuge der Promotion realisieren?

GSPoL goes Praxis
© Christian Trick

Mit dem Projekt Zirkus|Wissenschaft startete GSPoL Promovierende Franziska Trapp im Rahmen ihrer ersten organisierten Konferenz Semiotics of the Circus 2015 durch. Sie promoviert zum kulturpoetischen Thema "Zur Narrativierung der zirzensischen Kunst – Grundlegung einer neuen Zirkusästhetik" bei Prof. Dr. Moritz Baßler (Germanistik, WWU). Im Zuge ihrer Dissertation wurde der Promovendin bewusst, dass interdisziplinäre zirzensische Forschung einen jungen, kaum vorhandenen Forschungszweig darstellt. Das aus Promotion und Konferenz gewachsene Projekt Zirkus|Wissenschaft sucht diese Forschung auszubauen, Akteur*innen international zu vernetzen und Zirkus als kulturwissenschaftliches Untersuchungsobjekt in der universitären Forschung und Lehre zu verankern. Die zweite internationale Konferenz mit zirkuswissenschaftlichen Fokus UpSideDown | Circus and Space soll wesentlich zu diesen Zielen beitragen.

Hier spricht sie nun von der Einbettung von Zirkus|Wissenschaft in die Strukturen der GSPoL und möchte Promotionsinteressierten und Promovierenden einen Einblick geben, welche Projekte durch eine Promotion entwickeln und entstehen können.

Fragen an...

Zirkus|Wissenschaft im Interview: Franziska Trapp antwortet

Aller Anfang ist...

Beim Start des Projektes mit der ersten internationalen Tagung Semiotics of the Circus (2015) wusste ich noch gar nicht, was auf mich zukommt und welche Schritte es zu erledigen gilt. Von der ehemaligen Koordinatorin der Graduate School, Maren Conrad, wurde ich in allen Bereichen unterstützt – sei es beim Verfassen von Anträgen, bei der Kommunikation mit der WWU, der Betreuung der Referent*innen, der Organisation von Verpflegung und der tatsächlichen Durchführung. In beinahe täglichen Telefonaten während der intensiven Vorbereitungszeit wurden ich geduldig auf das Koordinieren einer internationalen Veranstaltung dieser Größe vorbereitet und war sehr dankbar, dieses 'Sicherheitsnetz' der Struktur der GSPoL, nutzen zu können. Von dem Gelernten profitiere ich nun sehr bei der Organisation der zweiten Tagung UpSideDown | Circus and Space, die vom 28.-30. Juni 2017 in Münster stattfinden wird. Ein großes Dankeschön daher an Maren Conrad, ohne die mein Projekt sicher nicht in dieser Geschwindigkeit gewachsen wäre.

Privates - Projekt - PhD

Die Vereinbarung von Promotion, Projektdurchführung und Privatleben stellt mich immer wieder vor große Herausforderungen. Ich denke, ich habe im Laufe der Zeit aber gelernt jedem der drei Bereiche einen eigenen Raum zu geben, sodass deren Koordination durchaus möglich ist. Ich habe das Glück mit meiner Dissertation und dem Projekt Zirkus | Wissenschaft an etwas zu arbeiten, das mich persönlich sehr interessiert und bewegt. Für mich ist es ein großes Privileg im geschützten Promotionsrahmen die Möglichkeit zu haben, intensiv an einem Thema zu forschen, internationale Kooperationen aufzubauen, Forschungsreisen zu unternehmen und Studierende an meiner Faszination für den Zirkus teilhaben zu lassen.

Ausblick...Durchblick!

Durch die Organisation der Tagungen, die Übernahme von Lehrtätigkeiten, die Gründung der zirkuswissenschaftlichen Abteilung in der Universitätsbibliothek, das Herausgeben eines Sammelbandes, das Erstellen der Homepage, die Organisation von Exkursionen mit Studierenden, die Kommunikation mit der Presse und die Etablierung eines internationalen Netzwerkes erhalte ich Einblicke in die Vielseitigkeit der Arbeitsbereiche, die Teil der universitären Forschung sind und darüber sogar hinausgehen. Promovieren bedeutet keineswegs, sich ausschließlich inhaltlich mit seinem Forschungsthema zu beschäftigen. Gefordert und gefördert werden vor allem auch Organisationstalent und die Fähigkeit, eigene Projekte und Ideen zu realisieren und sie mit bestehenden Strukturen zu verknüpfen, sodass etwas Eigenes dabei entsteht.