Konferenzen der Graduate School Practices of Literature

organisiert von Promovendinnen und Promovenden

  • Plakat der Jubiläumstagung
    © GSPoL

    Jubiläumstagung: Die GSPoL wurde 10!

    Zum zehnjährigen Bestehen der Graduate School 'Practices of Literature' (GSPoL) wurde der 19. Juni 2018 zur Jubiläumstagung ausgerufen: Vielfältige Programmpunkte inklusive einem Info/Netzwerk - Café "Karriereplanung" mit Beirat und Alumni, einem Gastvortrag des internationalen Beiratsmitglied Dr. Nicholas Shrimpton (University of Oxford) sowie Poster- und Projektpräsentationen der Promovierenden und aus der Graduate School erwachsenen, eigenständigen Projekten bildeten das diverse und breitgefächerte Angebot der GSPoL ab. So bot die Tagung nicht nur die Gelegenheit, neue Projekte der GSPoL kennenzulernen und vergangene Revue passieren zu lassen, sondern auch, um Kontakte zwischen Mitgliedern, Alumni, Beirat, Hochschullehrenden und weiteren Interessierten zu knüpfen und zu vertiefen.

    Einführend ließen Sprecher Prof. Dr. Andreas Blödorn und Koordinatorin Dr. Anna Thiemann die letzten zehn Jahre der GSPoL Revue passieren:
    Die GSPoL freut sich über 34 Alumni, davon 18 veröffentlichte Dissertationen, 14 von Promovierenden organisierte Konferenzen, 9 durch die Graduate School entstandene Ringvorlesungen und 5 Münster Lectures.
    Im intensiven Gespräch mit Alumni und Beiratsmitgliedern währed des Info/Netzwerk-Cafés "Karriereplanung" wurden die verschiedensten beruflichen Optionen beleuchtet, die Promovierenden an der Graduate School nach Abschluss offenstehen. So berichtete Alumna  Dr. Caren Heuer von ihrer Arbeit als wissenschaftliche Projektkoordinatorin im Buddenbrookhaus Museum und Dr. Boris Hoge-Benteler, Fachreferent an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, von seiner Tätigkeit im Bibliothekskontext. Dr. Michael Kienecker, Verlagsleiter und Herausgeber beim Mentis-Verlag Münster, konnte aus seiner über dreißigjährigen Berufserfahrung im Verlagsbereich berichten. Prof. Patrick Miller, Mitherausgeber  The African American Intellectual Heritage bei der University of Notre Dame Press, fungierte als weiterer Ansprechpartner im Bereich der Herausgeberschaft.  Dr. Christina Riesenweber, Open-Access-Beauftragte der Freien Universität & Open-Access-Büro Berlin, gab Aufschluss über Berufsoptionen im öffentlich-universitären Kontext des Wissenschaftsmanagement. Dr. Matthias Schaffrick, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Siegen, vertrat die universitäre Berufslaufbahn.
    Anschließend beleuchtete Beiratsmitglied Dr. Nicholas Shrimpton (University of Oxford) bei seinem Gastvortrag die Verknüpfungsmomente englischer Literatur und des Biedermeier.
    Bei den nachfolgenden Poster- und Projektpräsentationen wurden zehn aktuelle Promotionsprojekte im Kleingruppengespräch in produktiver Atmosphäre vorgestellt. Projekte, die im GSPoL-Kontext entstanden sind, konnten multimedial in Szene gesetzt werden: So zeigte die LitFlix-Gruppe ihren aktuellsten Film, der die GSPoL-Veranstaltung Wissenschaftskommunikation heute? aufbereitet; das digitale Open Access Journal Textpraxis führte interaktiv durch seine Homepagestruktur. Zirkus | Wissenschaft trug mit der aktuellen Wanderausstellung der Graphic Recording Ergebnisse der 2017 stattgefunden Konferenz UpSideDown | Circus and Space graphisch die zentralen Themen des Projekts in die Jubiläumstagung.

    Die GSPoL freut sich sehr, zu diesem Anlass eine produktive Tagung mit spannendem Austausch und Input abgehalten zu haben und bedankt sich bei allen Teilnehmenden.

  • Konferenzposter
    © L.Espinoza

    "Pop Hero and Action Princess ? Negotiating Gender in Popular Culture" - Januar 2018

    12. - 13. Januar 2018 | Englisches Seminar der WWU Münster

    "Do Beyoncé, Nicki Minaj, or Miley Cyrus contribute to feminist* discourses? Are Sherlock and Dr. Watson more than friends? And can Thor be a woman?"

    Die Student Conference “Action Princess and Pop Hero? Negotiating Gender in Popular Culture” soll eine interdisziplinäre Perspektive auf die Verknüpfung der Konzepte Gender und Popkultur mit verschiedensten (besonders, aber nicht ausschließlich geisteswissenschaftlichen) Forschungsansätzen ermöglichen.

    Zur Konferenzwebsite


    Münster Lecture 2018

    Theory and Practice in Feminism* Today?

    12.01. 2018 I 19:00 Uhr I JO1 (Johannisstr. 4)

    Im Kontext der Studierendenkonferenz Pop Hero and Action Princess: Negotiating Gender in Popular Culture, die unter anderem von Promovierenden der GS PoL organisiert wird, findet die diesjährige Münster Lecture statt.

    Der internationale Women's March im Januar und die #MeToo-Debatte zeigen es deutlich: Feminismus hat Hochkonjunktur. Aber wie verhalten sich diese Grassroots-Bewegungen zur akademischen Praxis? Was ist dran an Alice Schwarzers jüngsten Vorwürfen, dass 'Genderwissenschaft' à la Judith Butler zu abstrakt und weltfremd sei? 

    Die diesjährigen Münster Lectures befassen sich mit der Beziehung zwischen feministischer Theorie und Aktivismus. Dazu haben die Organisator*innen die Kulturwissenschaftlerin Laina Dawes vom Department of Music an der Columbia University (USA) sowie Sonia Eismann, Mitgründerin, Mitherausgeberin und Chefredakteurin des Berliner Missy Magazine: Magazin für Pop, Politik und Feminismus, eingeladen. Der Eintritt ist frei.

  • Konferenzposter
    © Zirkus|Wissenschaft

    "UpSideDown | Circus and Space" - Juni 2017

    UpSideDown—Circus and Space | 28. - 30. Juni 2017, Münster | organisiert von GSPoL Promovendin Franziska Trapp

    Programm hier abrufbar.

    Keynotes

    Prof. Dr. Paul Bouissac | Toronto
    Prof. Dr. Louis-Patrick Leroux | Montréal
    Prof. Dr. Philippe Goudard | Montpellier
    Prof. Dr. Peta Tait | Melbourne
    Pascal Jacob | Paris

    Weitere Infos unter Zirkus|Wissenschaft

  • Plakat zur Tagung 'Plunder Müll Makulatur'
    Die Grenzen der Dinge. Literatur und materielle Randständigkeit seit dem 19. Jahrhundert.
    © GS PoL

    "Plunder – Müll – Makulatur" - Juli 2016

    Plunder – Müll – Makulatur: Die Grenzen der Dinge. Literatur und materielle Randständigkeit seit dem 19. Jahrhundert. HU Berlin. 15.07.2016.

    Lis Hansen, Mitglied der GS PoL, ist Mitorganisatorin der Tagung "Plunder – Müll – Makulatur: Die Grenzen der Dinge. Literatur und materielle Randständigkeit seit dem 19. Jahrhundert", die am 15.07.2016 im Institut für deutsche Literatur an der HU Berlin stattfand.

    Flyer mit Programm

  • Plakat der Konferenz 'Das Immaterielle Ausstellen'
    Interdisziplinäre Tagung zur Musealisierung von Literatur und performativer Kunst.

    "Das Immaterielle Ausstellen" - April 2016

    Interdisziplinäre Tagung zur Musealisierung von Literatur und performativer Kunst. 15.-16. April 2016. Zentrum für Kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck und Buddenbrookhaus, Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum in Lübeck.

    Die Tagung Das Immaterielle ausstellen widmet sich der Frage, inwiefern materielle Dinge als Überbleibsel, Reste oder Relikte Erinnerungsstücke und Zeugen für eine kulturhistorische Entwicklung sind oder vielmehr ein ästhetisches Erlebnis ermöglichen. Diskutiert werden Differenzen zwischen kulturtheoretischen Ansätzen, wissenschaftlichen Ansprüchen und praktizierter Kulturvermittlung, die sich etwa im Umgang mit Konzepten wie der Aura, der Authentizität und der Originalität herauskristallisieren.


    Organisatorinnen:

    Lis Hansen

    Janneke Schoene

    Levke Teßmann


    Kontakt


    Call for Papers (Frist: 15.01.2016)

    Programm

    Plakat

    Tagungsbericht

    Impressionen

  • Tagungsplakat Briefe Und Affekte

    "Briefe als Träger und Trigger von Affekten" - Juli 2015

    Transdisziplinäre Nachwuchstagung

    Kavaliershäuschen, Schlossplatz 6, 48149 Münster

    In der literaturwissenschaftlichen Brief-Forschung ist trotz wiederholter Kritik eine Korpus-Verengung, eine notorische Engführung von Brief(roman) und Empfindsamkeit, mithin von Brief und Affekt zu beobachten.

    Doch Briefe sind nicht gleich Briefe.

    Bestimmte Brieftypen weisen nicht eo ipso eine besondere Eignung zum Affektausdruck auf, sondern erhalten diese erst durch epistemologische Interessen und diskursive Zuschreibungen ihres jeweiligen historisch-kulturellen Umfelds. Die Tagung widmet sich dem oft wie scheinbar selbstverständlich behaupteten Zusammenhang von Brief und Affekt.

    Das Programm der Tagung können Sie hier als PDF downloaden.

    Die Tagung wird organisiert von Promovierenden der GS PoL und des Kollegs Literarische Formen.

    Kontakt

  • Konferenzposter

    "Literatur und Computerspiel in der digitalen Gesellschaft" - Juni 2015

    Interdisziplinäre Tagung, Münster

    Tagungsbericht


    Die projektierte Tagung interessiert sich für den Status Quo digitaler Literatur(en) in der Gegenwart. Dabei sind die beiden folgenden Fragen erkenntnisleitend: Weisen ›digitale Literaturen‹ gegenüber ›analogen Literaturen‹ strukturell ein gesteigertes Potenzial in Bezug auf soziale Relevanz auf? (Weil etwa ›die Gesellschaft‹ selbst vom Digitalisierungsdiskurs durchzogen ist?) Darauf aufbauend: Lässt sich das Feld der Computerspiele als der Ort identifizieren, in dem die (historisch in den 1990ern formulierten) Anforderungen an ›digitale Literaturen‹ derzeit eingelöst werden?

    Die sogenannte ›Kessler-Debatte‹, die Anfang 2014 in den deutschsprachigen Feuilletons geführt wurde, hat die Frage nach Rolle und Funktion literarischer Gesellschaftsbezüge erneut inhaltlich und strukturell kaum innovativ beantwortet. Wie Peer Trilcke in seiner Analyse zur Debatte aufgedeckt hat, offenbarte sich hier vor allem, nach welchen traditionell orientierten Werten, Praktiken und Erwartungen das literarische Feld an seinem wahrnehmbarsten Pol in Deutschland noch heute funktioniert. Vor allem sticht dabei mit Trilcke ein Merkmal heraus, nämlich die radikale »printmediale Verdrängung des Digitalen«, da die Debatte »wesentlich prä-digital« geführt worden sei.

    Ist dieser Ausschluss des Digitalitäts-Diskurses aus der Relevanz-Frage nun aber eine strategisch-konservative Marginalisierung oder ein plausibles Symptom gegenüber tatsächlich marginalen Randerscheinungen der Literatur? Die mit dem Web 2.0 assoziierten digitalen Versprechen und Probleme (Demokratisierung, Interaktivität, Heterogenität, Transparenz vs. Beliebigkeit, Trivialität, Unübersichtlichkeit, Überwachung) sind in allen gesellschaftlichen Bereichen zentrale Elemente des Handelns und der Kommunikation geworden, spielen aber im literarischen Feld immer noch eine untergeordnete Rolle.

    Ein Feld der Kulturproduktion, in dem sich hingegen solche Entwicklungen und die damit verbundenen Kulturtechniken momentan stark artikulieren, ist das der Computerspiele. Möglicherweise werden gerade hier die zentralen Ansprüche an Literatur im ›digitalen Zeitalter‹ in die Praxis umgesetzt, den Bezug auf die gesellschaftliche Realität eingeschlossen.

    Die Tagung tritt vor diesem Hintergrund für eine Neurelationierung, Theoretisierung und Operationalisierung ›digitaler Literatur(en)‹ ein. Dabei soll nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden aber vor allem Konvergenzen der – lediglich heuristisch getrennten – Felder ›Literatur‹, ›Computerspiel‹ und ›Gesellschaft‹ gefragt werden, die theoretisch analysiert oder an Beispielen expliziert werden können. Die drei Ebenen (1) Ästhetik, (2) Produktions- und Distributionszusammenhänge sowie (3) Rezeptionsweisen, journalistische und wissenschaftliche Praktiken sollen der Tagung dabei als Matrix dienen, um theoretische und praktisch denkbare Formen und Potentiale digitaler Literaturen ausloten zu können. Zu denken wäre beispielsweise an folgende Problem- und Fragenkomplexe:

    (1) Welche Indizien gibt es, dass das, was vor 15 Jahren von ›digitaler Literatur‹ als Hypertext, Hyperfiction und ergodic literature erwartet wurde, derzeit auf ästhetischer Ebene von Computerspielen eingelöst zu werden scheint? Inwieweit bedienen sich Computerspiele dabei auch ›genuin literarischer‹ Techniken? Wo finden sich umgekehrt in der Printliteratur Spuren von gamification, seriellem und transmedialem Erzählen? Wo liegen die Grenzen des angestrebten Vergleiches?

    (2) Lassen sich die Ausdifferenzierungsmechanismen des literarischen Feldes kulturhistorisch mit der Entwicklung des Feldes der Computerspiele in der Gegenwart vergleichen? Welche Entwicklungen artikulieren sich etwa in Kämpfen und Aushandlungen über die eigene Stellung wie #Gamergate, #sosehengameraus, die Indie-Game-›Bewegung‹, die Games-as-art-Debatte und das Aufkommen von Serious Games? Wie werden die Konzepte ›Gesellschaftsbezug‹ oder ›Autonomiestatus‹ hier inszeniert und verhandelt?
    Wie wirken sich analoge und digitale Medienformate auf die Entwicklung von Verlagslandschaft, Literaturmarkt, Autorschaft etc. aus? Welchen Status hat ausschließlich digital manifeste Literatur wie Blogs, ›Twitteratur‹ im Feld? Wie lassen sich Versuche von Schriftstellern, ihre Rezipienten oder andere AutorInnen am Schreibprozess zu beteiligen, hier einordnen?

    (3) Können in den populären Rezeptionsweisen, journalistischen und wissenschaftlichen Praktiken Marginalisierungsmechaniken des klassischen Feuilletons gegenüber dem Digitalisierungsdiskurs kultursoziologisch beschrieben oder kulturhistorisch begründet werden? Inwiefern ändern sich die Formen der Literaturkritik in Relation zur Spielekritik, die ihrerseits dominiert wird von dezentralen, pluralen und heterogenen Anschlusskommunikationen. Wo sind die Orte dieser dezentralen Bewertungspraxis in beiden Feldern und welche kulturelle Bedeutung kommt ihnen zu?

    Für die Keynotevorträge konnten Dr. Thomas Ernst (Universität Duisburg-Essen) und Prof. Dr. Rolf F. Nohr (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig) gewonnen werden. Außerdem wird es eine Abendveranstaltung mit Eric Jarosinski alias @NEINQuarterly geben. Darüber hinaus ist die Einbindung des für den Deutschen Computerspielpreis 2015 nominierten digitalen Spieltisches »Spiel des Friedens« im LWL Museum für Kunst und Kultur geplant.

  • Konferenzplakat

    "Semiotics of the Circus" - April 2015

    - Internationale Konferenz -

    Die Westfälische Wilhems-Universität Münster und die Graduate School 'Practices of Literature' luden zur ersten deutschen Konferenz ein, die dem Thema Zirkus/Zirkussemoitik gewidmet ist. Die Konferenz fand vom 15. - 17. April 2015 in Kooperation mit dem Cirque Bouffon statt. Die Konferenz wurde auf Englisch abgehalten.

    Programm

    Impressionen

  • Konferenzplakat Arbeit Autobiographie

    "Work in Progress. Arbeit und auto/biographisches Erzählen" - März 2015

    - Tagung, Mannheim -

    Die (eigene) Arbeit ist maßgeblich prägend für das Selbstkonzept von Personen. Diese Erkenntnis wird bereits seit einigen Jahren im wissenschaftlichen Diskurs durchleuchtet. Dabei wird die Differenz und gleichzeitige Korrelation von Arbeits- und Lebenswelten erkannt und verschiedene Auswirkungen der (Re)Organisation der Arbeitswelt auf die Lebensgestaltung von Personen konstatiert: Der Wandel der Arbeitswelt erfordert Anpassung, Neudenken und Reorganisation menschlicher Gewohnheiten, Traditionen, Einstellungen, etc.

    Ein wesentliches Merkmal des gegenwärtigen Wandels der Arbeitswelt ist die Entgrenzung der Arbeit, d.h. die Übertragung ihrer Strukturen und Inhalte auf andere Lebensbereiche, die für gewöhnlich als Sphären der Nicht-Arbeit gelten. Entsprechend großen Einfluss gewinnt die Arbeit auf die individuelle Lebensgestaltung und personale Identitätsbildung, wie sie in auto/biographischen Realisierungsformen Ausdruck finden: Die Arbeit – im Sinne einer holistisch verstandenen diskursiven Wissenskategorie – prägt das Schreiben und das Erzählen über das (eigene) Leben und die Darstellung der Persönlichkeit. Diese Befunde führen zu einer ganzen Reihe von Fragestellungen zum Verhältnis von Arbeit, Leben und Identität, die aus soziologischer, psychologischer und historischer Perspektive untersucht werden – doch auch die Literatur- und Sprachwissenschaften nehmen sich der Problematik an. Ziel der Tagung ist es daher, diese vielfältigen Diskursverknüpfungen in den Blick zu nehmen und zu fragen, wie verschiedene Dimensionen der Arbeit die Darstellung des (eigenen) Lebens prägen. Der Blick soll dabei einerseits auf Auto/Biographien und andere auto/biographische Medien gerichtet werden, auf Genres also, die eine explizite Fokussierung auf das Leben eines einzelnen Individuums bzw. auf das Individuum als Folie allgemeinerer, epistemologischer Reflexionen erlauben. Andererseits sollen auch auto/biographische Realisierungsformen in Betracht gezogen werden, die in den Geschichtswissenschaften, der Soziologie oder in der Psychologie als Datengrundlage benutzt werden.


    Plakat und Programm zur Tagung stehen zum Download bereit.


    Organisatoren:
    Iuditha Balint (Mannheim)
    Katharina Lammers (Münster)
    Kerstin Wilhelms (Münster)
    Thomas Wortmann (Mannheim)

    Kontakt:  arbeit.und.autobiographie@gmail.com

  • "Neuverhandlungen des Holocaust" - November 2014

    Konferenz und Konzert mit Esther Bejarano - 09. November 2014, Bennohaus Münster

    Konzept

    Wie drängend ist das Thema Auschwitz in unserer heutigen Gesellschaft noch? In einer Zeit, in der die Nachrichtensendungen von Bildern fundamentalistischer Glaubenskrieger, dem Bürgerkrieg Mitten in Europa und im Nahen Osten und Naturkatastrophen dominiertsind – brauchen wir da ein Erinnern an Auschwitz? Die Antwort ist ja. Gerade jetzt, fast 70 Jahre nach der Befreiung vom Hitlerfaschismus durch die bedingungslose Kapitulation des Dritten Reichs finden überall auf der Welt Kriege, Verfolgung, Unterdrückung und systematischer Massenmord statt. Aus Auschwitz lernen heißt für das Jetzt lernen heißt für die Zukunft lernen.

    Längst ist das Thema Auschwitz in unseren Schulen etabliert, der Forschungsbereich ausgebaut, ein gesellschaftlicher Konsens hergestellt. Gedenkstätten, Zeitzeugengespräche, Dokumentationen zeigen uns das wahre Gesicht des Faschismus – und doch ist Neonazismus ein Problem und drängt zurzeit in die Mitte der Gesellschaft. Was tun, um aufzuklären, der Propaganda der Neonazis etwas entgegenzusetzen ohne zu bevormunden? Wie kann ein Gedenken an Auschwitz in der Lebenswelt junger Menschen verankert werden, auch wenn direkt Betroffene des Dritten Reichs in ihrem Umfeld nicht oder nicht mehr vorhanden sind?

    Es wird Zeit, den Holocaust neu in den Blick zu nehmen.

    Während die ‚vierte Generation‘ sich fragt, ob sie Ur-Opas Verhalten im Dritten Reich wirklich noch etwas angeht, erscheinen regelmäßig Beiträge, Internet-Videos, Facebook-Seiten, die Erinnern und Gedenken unter ganz neuen Perspektiven verhandeln. Auschwitzüberlebende tanzen gemeinsam mit jungen Menschen auf dem ehemaligen KZ-Gelände zu Gloria Gaynors „I will survive“, Facebook-User erstellen ein Profil für den 1942 in Majdanek ermordeten Henio Zytomirski und lösen damit teils heftige Debatten aus. Wie politisch korrekt muss die dritte oder vierte Generation noch sein? Ist es wichtig, dass gedacht wird oder auch wie gedacht wird? Wie gehen Schulen, Gedenkstätten und Pädagogen mit dieser neuen Erinnerungskultur um?

    Die Konferenz Neuverhandlungen des Holocaust diskutiert diese drängenden Fragen mit WissenschaftlerInnen, mit MitarbeiterInnen von Gedenkstätten und mit dem münsterschen Publikum.

    Kulturveranstaltung

    Esther Bejarano und die Microphone-Mafia bilden den Höhepunkt des Konferenztages. Die 89jährige Holocaustüberlebende, Bundesverdienstkreuzträgerin und Vorsitzende des Internationalen
    Auschwitz-Komitees Bejarano singt gemeinsam mit der Hip-Hop-Gruppe Lieder über ihre Auschwitz-Vergangenheit und über gegenwärtige rechte Tendenzen in unserer Gesellschaft. In ihren Texten hat Bejarano ihre Vergangenheit als eine der wenigen Überlebenden des Mädchenchors von Auschwitz verarbeitet. Die Musik der Microphone Mafia transferiert diese Erinnerungen in einen gegenwärtigen populärmusikalischen Diskurs.
    Den thematischen und musikalischen Ausklang liefern Quijote, mit dem Programm „Ein Licht vom Rand der Seele“, in dem sie dem Buchenwald-Schwur ein musikalisches Denkmal setzen.

    Beitragende

    Ester Bejarano, Auschwitz-Überlebende und Vorsitzende des Auschwitz Komitees, Künstlerin. Schirmherrin der Veranstaltung.
    Dr. Kirstin Frieden, Kulturwissenschaftlerin, München.
    Jakob Smigla-Zywocki, freier wissenschaftlicher Mitarbeiter Gedenkstätte Villa ten Hompel und Franz-Hitze-Haus, Münster.
    Prof. Dr. Ingo Zimmermann, Pädagoge, Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Münster.
    Prof. Dr. Herbert Schui, Professor für Volkswirtschaftslehre (emerit.), Hamburg.

    Programm
    Plakat 

  • Konferenzplakat

    "Fallgeschichten des Zufalls" - September 2013

    In der aktuellen literaturwissenschaftlichen Theoriebildung ist eine erstaunliche Konjunktur des Zufalls respektive verwandter Termini und Konzepte zu verzeichnen. Mit der ›Störung‹, dem ›Spiel‹, der ›Aleatorik‹ sowie dem ›Nicht-Wissen‹ und Phänomenen der Kontingenz werden Konzepte angebracht, die mit der Struktur und Idee des Zufälligen operieren, konzeptuell jedoch nicht deckungsgleich sind. Das Problem des Zufalls tritt dabei nicht nur in der literaturwissenschaftlichen Theoriedebatte zu Tage, sondern behauptet auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen seine Relevanz. Im Rahmen einer breit angelegten, interdisziplinären Sondierung nimmt die Tagung das Zufällige in seinen textuellen Erscheinungsformen in den Blick. Diese Untersuchungsperspektive richtet sich einerseits auf Abbildungen des Zufalls in theoretischen und künstlerischen Modellen sowie andererseits auf die Bedeutung des Zufallsprinzips für die Produktion und Genese von Wissen. Diese Fragestellung teilt die Tagung mit ihrem Kooperationspartner, dem Sprengel Museum Hannover, wo vom 15. Mai 2013 bis zum 15. September 2013 die Ausstellung ›Purer Zufall. Unvorhersehbares von Marcel Duchamp bis Gerhard Richter‹ stattfindet. Die Tagung zielt darauf, ›Zufall‹ als epistemologischen Schlüsselbegriff zu erproben. Auf dem Weg zu einer textuellen Epistemologie wird Zufall als Objektiv in Stellung gebracht, durch das literarische Wissensbildung und der epistemologische Status von Texten in einem grundsätzlichen Sinn reflektiert werden können. Die Beiträge aus der Philosophie, Kunstgeschichte, Mathematik, theoretischen Physik, Musikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, Wissenschaftstheorie sowie aus der Klassischen Philologie und der neueren Philologie stellen nicht nur fachspezifische Zugänge zum Problem des Zufalls vor, sondern beleuchten vor allem verschiedene Transfermöglichkeiten, um den Zufall als grundsätzliches erkenntnistheoretisches Phänomen durch Übertragung und Vergleich zu schärfen. So tritt der Zufall in unterschiedlichen Medien zu Tage, begegnet verschiedenen Erkenntnisinteressen und -instrumenten und formiert sich in den disparaten Blicken der Disziplinen auf ihn als je spezifisches wissenschaftliches Phänomen.

    Die Veranstaltung wurde organisiert von Christoph Pflaumbaum (Graduate School Practices of Literature), Carolin Rocks (Ludwig-Maximilians-Universität München), Stefan Tetzlaff (Graduate School Practices of Literature) und Christian Schmitt (Universität Bremen). In Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover, dem Niedersächsischen Landesmuseum Hannover sowie dem Zentrum für Wissenschaftstheorie der WWU Münster. Die Tagung wurde gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung.

    Programm

  • Conference poster Crimes Of Passion

    "Crimes of Passion: Repräsentationen der Sexualpathologie" - Juli 2013

    Die Tagung Crimes of Passion widmet sich der Trias Sexualität – Kriminologie – Literatur im frühen 20. Jahrhundert und versucht sich an einer fundierten Zusammenschau. Internationale (Nachwuchs-) Wissenschaftler werden die Repräsentationen und Philosophien sexueller Devianz im breitesten Sinne analysieren, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf den Wechselwirkungen zwischen Literatur, Philosophie, Kriminologie und Sexologie liegt. Dabei ist es ein besonderes Anliegen, ausgehend von einem weiten Textbegriff sowohl literarische als auch wissenschaftliche Repräsentationen sexueller Devianzen einer literaturwissenschaftlichen Lektüre zu unterziehen. Zusätzlich sollen die anthropologischen, geschichtswissenschaftlichen, kunstgeschichtlichen, soziologischen und kulturpoetologische Fragen im historischen Kontext der Sexualpathologie diskutiert werden.

    Das detallierte Programm finden Sie hier
    Hintergrundinformationen zum Poster: Alastair – ein vergessener Künstler

    Kontakt:
    crimesofpassionconference@gmail.com

    Berichterstattung:
    Den Artikel zur Konferenz in der Münsterschen Zeitung (24.7.2013) finden Sie hier