Dr. Janneke Schoene

Beuys’ Hut. Analyse eines autofiktionalen Künstlersubjekts

Janneke Schoene
© Art Historicum

Der deutsche Künstler Joseph Beuys (19721-1986) gilt als authentischer Künstler; er scheint als ‚Subjekt seiner Kunst‘ unverzichtbar. Die exegetische Beuys-Rezeption spiegelt diese Annahme wider, ebenso wird sie immer wieder von Ausstellungskritiken nahegelegt. Derartige Annahmen sind Ausgangspunkt des Dissertationsprojekts und sollen als Ausdruck eines Autoritäts- und Autorisationsparadigma der Autorschaft betrachtet werden. Vor dem Hintergrund der Popularität der Künstler-Person und der Tradierung und Kanonisierung seiner Biographie wird untersucht, wie sich dieses Künstler-Subjekt inszeniert sowie fiktionalisiert. Gegenstand der Analyse sind Selbstentwürfe ebenso wie museale Praktiken, die der Konstruktion und Konstitution von Identität dienen. Beuys selbst soll als ‚Werk neben dem Werk‘ greifbar werden. Das Dissertationsprojekt ist eine interdisziplinäre Studie und eine Arbeit an der Schnittstelle von Kunst- und Literaturwissenschaft. Vor allem literaturwissenschaftliche Modelle und Begriffe aus dem Bereich der Autobiographie- bzw. Autofiktionsforschung sollen fruchtbar gemacht werden. Als Ergebnis soll letztlich ein Beitrag zur Diskussion des Verhältnisses von Künstler und Werk geleistet werden.

  • Studium

    2016 Promotion, Graduate School Practices of Literature, WWU Münster
    2011 M.A., Kulturpoetik, WWU Münster
    2009 B.A., Kunstgeschichte und Germanistik, WWU Münster

    Berufspraxis

    aktuell Koordinatorin im Kuntverein Malmö, Schweden
    seit 01/2013 Assistentin der Verlagsleitung, Ardey Verlag, Münster 
    09/2014-10/2015 Wissenschaftliche Hilfskraft, Graduate School Practices of Literature
    WS 2014/2015 Lehrauftrag Germanistik, WWU Münster
    08-12/2014 Mitarbeiterin der Kunstvermittlung, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster
    seit 12/2012-08/2014 Mitarbeiterin PR & Marketing, Brand Expression, Münster
    seit 12/2011

    Redakteurin, kunst raum münster, patterson + schade. Agentur für KommunikationMünster

    SoSe 2013 Lehrauftrag Germanistik, WWU Münster
    WS 2013/14 Wissenschaftliches Mentoring einer ausländischen Masterstudierenden, WWU Münster
    11/2012 - 01/2013 Mitarbeiterin Kunstvermittlung, Kunstmuseum Picasso, Münster
    01/2012 - 10/2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau
    09/2011-01/2012 sowie
    09/2010-01/2011

    Cicerone, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

    Forschungsaufenthalte

    09/2015 Forschungsaufenthalt im Archiv des Guggenheim Museums New York. Stipendium des SMARTnetworks/DAADs.

    Sonstiges

    seit Anfang 2014 Redaktion Textpraxis. Digitales Journal für Philologie, Online-Zeitschrift der
    Graduate School Practices of Literature, Münster
    Ende 2012-SoSe 2015 Organisationsteam Münster Lectures, Vortragsreihe der Graduate School Practices of Literature

    Praktika

    04/2011 - 06/2011 Westfälischer Kunstverein, Münster
    11/2010 - 12/2010 Literaturkommission für Westfalen, Münster
    03/2010 - 04/2010 Regiehospitanz Städtische Bühnen, Münster
    02/2009-04/2009 European Medial Art Festival, Osnabrück

  •  

    Vorträge und Publikationen

    2019

    Beuys’ Hut, Schlingensiefs Family. Zu performativer Kunst und Autofiktion,
    Ringvorlesung des Graduiertenkolleg 1767. Faktuales und Fiktionales Erzählen.

    2019 Within a labyrinth of gazes. Exhibiting Christoph Schlingensief, in Stedelijk Studies:
    Lose Yourself! On Labyrinthine Exhibitions as Curatorial Model, Issue #7, 2018,
    Stedelijk Museum Amsterdam.
    2019 The Objectification of the artist’s subject. Christoph Schlingensief’s late stagings,
    in: IKON, #12.2019, Centre of Iconographic Studies of the Faculty of Humanities
    and Social Sciences, University of Rijeka.
    2015 Der Autor – ein anderer. Inszenierung von Autorschaft und Autor bei Ulrich Holbein.
    Aufsatz in Holbein-Sammelband (erscheint 2015).
    SoSe 2015 Musealising Joseph Beuys: Objects, Events and Performativity. Vortrag auf der Konferenz
    "Transformations: Growth, Decay, Remains", Department of German, Scandinavian & Dutch,
    University of Minnesota. Stipendium des SMARTnetworks/DAADs.
    2015 Autor, Figur, Autor-Figuren: Erschriebene Identitäten bei Goetz, Lottmann und Herbst,
    Rezension zu: Innokentij Kreknin: Poetiken des Selbst. Identität, Autorschaft und Autofiktion
    am Beispiel von Rainald Goetz, Joachim Lottmann und Alban Nikolai Herbst. Berlin/Boston:
    de Gruyter, 2014. Erschienen in: KULT_online Nr. 41.
    2015 Rezension zu: Esther Kraus: Faktualität und Fiktionalität in autobiographischen Texten des
    20. Jahrhunderts. Marburg: Tectum 2013. Erschienen in: DIEGESIS 4, H. 1 (2015).
    09/2014 Digital vs. analog. Subjektkonstitution in Blog und Tagebuch von Christoph Schlingensief.
    Vortrag in der Sektion "Das digitalisierte Subjekt: Neue Medien als techniques de soi.
    Grenzbereiche zwischen Fiktion und Alltagsreferentialität", 9. Kongress des
    Franko-Romanisten-Verbandes, Münster (erscheint 2015).
    06/2014 Kunst ist Leben - das Leben als Kunstwerk. Auffassungen einer "ästhetischen Existenz"
    bei Brock, Beuys, Vostell. Vortrag auf dem Symposium Beuys Brock Vostell -
    Frühe Positionen der Performativität, ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie,
    Karlsruhe (erscheint 2015).
    12/2013 „Angst davor, nicht im eigenen Bild sterben zu dürfen“ – Autonomie und Kontrollverlust in
    Christoph Schlingensiefs Inszenierungen des Sterbens. Vortrag auf der Tagung
    "Schlusspunkt. Poetiken des Endes", Universität Duisburg-Essen (erscheint 2015).

    2012
    Das Plakat bei Joseph Beuys: Werbung und Kunst, in: Stiftung Museum
    Schloss Moyland (Hg.): Beuys is here. Plakate und Multiples aus dem Museum Schloss
    Moyland [Ausst.-Kat.], Bedburg Hau, 2012, S. 9-13.