

















Dieses Projekt wurde initiiert als Begleitforschung des institutionellen sozial-ökologischen Transformationsprozesses des Residenzprogramms für internationale Künstler*innen der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. Dieser Prozess nahm sich vor, sich von der Permakultur inspirieren zu lassen, um ein Leitbild für ein gerechtes und nachhaltiges Miteinander innerhalb der Künstlerdorfgemeinschaft sowie zu den Bürger*innen des Orts zu schaffen.
Und zwar lauten die Ethik-Prinzipien der Permakultur: 'Sei achtsam mit der Erde', 'Sei achtsam mit den Menschen', 'Begrenze Konsum und Wachstum, verteile Überschüsse gerecht'. Hinzu kommen die Gestaltungsprinzipien, wie 'Erziele eine Ernte', 'Integriere statt abzugrenzen', 'Nutze die Ränder und schätze das Marginale', 'Nutze und schätze Vielfalt', 'Beobachte und interagiere', 'Nutze Veränderung und reagiere kreativ darauf', 'Wende Selbstregulierung an und akzeptiere Feedback', 'Kleine und langsame Lösungen'… diese können für jeder Art Beziehungen in Gemeinschaften von Menschen und Mehr-als-Menschen verstanden werden (siehe Foto-Banner auf dieser Seite).
In einem gemeinsamen Forschungsprozess erkundete Cornelia Steinhäuser aus landschaftsökologisch-ethnographischer Perspektive durch zahlreiche Gespräche und Beteiligung an Aktivitäten die im Künstlerdorf gelebten Verständnisse von Nachhaltigkeit, Gärtnern und dem Lernen von der Natur. Gleichzeitig unternahm Jakob Kreß im Rahmen seiner sozialwissenschaftlichen Bachelorarbeit eine Feldstudie und eine sozial-ökologische Kartierung des Künstlerdorfes und konzipierte im Rahmen dessen das Künstlerdorf als Reallabor. Die Erkundung und Evaluation des so kartierten ‚experimentellen Settings‘ Reallabor erfolgte daraufhin durch eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung: das Forschungs- und Projektpraktikum: ‚Subtile Vernetzungen: Das Künstlerdorf Schöppingen als transformatives Reallabor‘. Dabei wurden weitere ‚Realexperimente‘ unternommen, wie die Mitgestaltung eines Visionstages mit Bürger*innen zur Wahrnehmung von und möglichen Kooperationen mit dem Künstlerdorf und einem Diskussionsforum. Gleichzeitig erkundeten die Studierenden sichtbare und unsichtbare Vernetzungen allen Lebens in Schöppingen durch das Wasser und stellten dies auf Wasser-Verbindungskarten dar.
Diese Arbeit wurde im Jahr 2024 erneut mit einem gemeinsamen Program "Making Worlds" aufgegriffen und vertieft. In der Lehrveranstaltung "Projektpraktikum" (im Master der Landschaftsökologie) erstellte die nächste Studierendengruppe gemeinsam mit Künstler*innen, Bürger*innen und Wissenschaftler*innen eine Story Map mit dem Titel "Making Maps - Making Worlds: Wasser in und um Schöppingen". Diese kann man unter folgendem Link einsehen: https://storymaps.arcgis.com/stories/848c1d7571264be291108c23c2bfb717
In 2025 schließlich fand das gemeinsam gestaltete Program "Verwobene Landschaften" in der Region statt. An drei zweitägigen Exkursionsthemen "Wasser", "Erde" und "Pflanzen" erkundeten Künstler*innen, Bürger*innen und Wissenschaftler*innen verschiedene Orte und betrachteten die verschiedenen Zyklen von der Entstehung bis zur Verarbeitung und Weiterverwendung.
Das Projekt erhielt 2022 den Citizen Science Preis der Universität Münster und hat, vor allem, zu einem tiefen Prozess des voneinander Lernens aller Beteiligten geführt.
Projektverantwortliche: Dr'in Cornelia Steinhäuser
Projektlaufzeit: Mai 2022 - Dezember 2025
Steinhäuser, Cornelia (2022). Begegnungen mit Mensch und Natur im Künstlerdorf Schöppingen: Socializing with people and nature at the Künstlerdorf. In Julia Haarman (Ed.), Ecosystem Künstlerdorf (pp. 21–41). Stiftung Künstlerdorf Schöppingen.
Steinhäuser, Cornelia (2023). Über die Kunst von der Natur zu lernen. Blogeintrag im ZIN-Blog Nach(haltig)-gedacht
Nolte, N.; Steinhäuser, C. (2023): Nachhaltige Veränderungen gemeinsam anstoßen. Künstlerdorf Schöppingen, Bürger*innen und die Wissenschaft. Münsterland Magazine 3/23.
Steinhäuser, Cornelia (2024) Wie wir durch relationales Lernen zu uns selber finden können In: Julia Haarmann, ed. Making Worlds, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, S. 56-64
Steinhäuser, Cornelia; Kreß, Jakob (2025): Fostering Reflexivity through Integrative Approaches of the Sciences and Arts. Insights from a Transformative Real-world Lab with a Permaculture Intervention in Northwest Germany. In: Soziologie und Nachhaltigkeit 11 (2), S. 109–129. DOI: 10.17879/sun-2025-9217.
Poster
Steinhäuser, C., Kreß, J., Leggatt, O., Wälde, P. und Haarmann, J.: Nachhaltige und gerechte Transformation im Münsterland gemeinsam anstoßen. Posteraustellung im Rahmen des Campus Earth Day der Universität Münster, 13.10.2023.
Vortäge
Cornelia Steinhäuser "Assessing Impact Beyond Metrics in a Creative Transition. A Living Lab approach in an Artists Residency" New Ruralities: Contestations and Iterations on Rural Spatialities. 32th Colloquium of the IGU Commission on the Sustainability of Rural Systems, Manila, Philippines, 2 -7 December 2025.
Cornelia Steinhäuser "Seeds of Interdependence: Cultivating the Interspecies Relationship between Humans and the Earth" Contested rural spaces / Territorios rurales en disputa, 31th Colloquium of the IGU Commission on the Sustainability of Rural Systems, Mendoza, Argentina, 16. - 20. September 2024
Cornelia Steinhäuser, Mayra Citlalli Rojo Gómez: “Shifting boundaries: exploring approaches in a more-than-human world”, Lecture Series Interdependencies 2024, Geographisches Kolloquium, University of Münster, 7 - 8 May 2024
Cornelia Steinhäuser: “Harvesting Diversity: the cultivation of varied knowledges through farming and gardening in diverse communities”, ZIN Brotzeitkolloquium 2024 - Universität Münster, 18 April 2024
Cornelia Steinhäuser, Grashina Gabelmann and Henriette Aichinger: ExperiSpace ‘Collective creation of a digital Emotional Map’, IfL workshop #9, 20 – 21 March 2024, Leipzig
Cornelia Steinhäuser: „Von artistic research zu kreativen Methoden der Geographie“, Session „Künstlerisch-performative Zugänge zu Raum“, Deutscher Kongress für Geographie 2023, Goethe Universität Frankfurt am Main, 19.-23. September 2023
Cornelia Steinhäuser: „ An artist’s residency as an actor of social-ecological sustainability in the rural environment ", Clashes of knowledge: "Green deal" concepts and challenges for sustainable rural systems, 30th Colloquium of the IGU Commission on the Sustainability of Rural Systems, Lodz, Poland 5-9 June 2023
Abschlussarbeiten
Kreß, J. (2022): Das ,Künstlerdorf Schöppingen’ als Reallabor: Erkundungen einer sozial-ökologischen Transformation im Kulturbetrieb (unveröffentlichte Bachelorarbeit)
Leggatt, O. (2024): „Water is a special Place“: What relevance do Place Meanings and Place Scales for Human Place Relationships and Resilience of Social-Ecological Systems? An ethnographic research approach
Lehrveranstaltungen
Sommersemester 2025:
Drei Exkursionen nach Schöppingen im Programm Verwobene Landschaften
Sommersemester 2024:
Projektpraktikum: Making Maps - Making Worlds: Eine StoryMap zum Wasser in und um Schöppingen
Wintersemester 2023/24:
Hydrogeologische und landschaftsökologische Exkursion zu den Schöppinger Quellen.
Sommersemester 2023:
Interdisziplinäres Forschungs- und Projektseminar: Subtile Vernetzungen: Das Künstlerdorf Schöppingen als transformatives Reallabor (Leitung: Cornelia Steinhäuser, Jessica Hoffmann, Jakob Kreß)



