


Die Zahlen sprechen für sich, in Deutschland wird statistisch jede dritte Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Laut einer EU-weiten Studie aus dem Jahr 2022 hat zudem circa jede dritte Frau an Hochschulen bereits Gewalt erfahren. Damit ist klar, Gewalt an Frauen ist Teil einer strukturellen Geschlechterungerechtigkeit, die uns alle betrifft. Die Universität Münster setzt darum auch dieses Jahr im Rahmen des internationalen Aktionstages gegen Gewalt an Frauen am 25. November ein Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung jeglicher Form. Um auf Gewalt gegen Frauen an Hochschulen aufmerksam zu machen, wurde jeder dritte Platz in einem Hörsaal mit einer Frauensilhouette versehen.
Da Gewalt an Frauen ein allgegenwärtiges Phänomen ist, welches ein Teil unserer alltäglichen Lebensrealität ist, solidarisiert sich die Universität Münster mit den Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt. Zwei von drei Frauen erfahren in ihrem Leben sexuelle Belästigung, was insbesondere eine stärkere Sensibilisierung gegenüber sexualisierter Gewalt an Frauen verlangt. Fehlverhalten wie Stalking, Mobbing, jegliche Art von Diskriminierung, sowie emotionale und körperliche Gewalt müssen somit mehr Aufmerksamkeit erhalten und konsequent bekämpft werden, damit öffentliche Räume und speziell die Universität keine Orte der Unsicherheit und Bedrohung für Frauen bleiben. Unterstützende Angebote, wie das Hilfetelefon der Bundesregierung, oder universitätsinterne Beratungsangebote sind dabei wichtige Anlaufstellen für Betroffene. Doch auch jede*r Einzelne kann durch ein aufmerksames Miteinander einen Unialltag mitgestalten, indem sich alle Menschen sicher und wohlfühlen. Darum fordert die Universität Münster: Stoppt Gewalt gegen Frauen!

Maßnahmen an der Universität Münster

Die Universität Münster positioniert sich im Rahmen der partnerschaftlichen Vereinbarung (PDF), die für alle Mitglieder der Universität gilt, ganz deutlich: Fehlverhalten wie sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Diskriminierung wird vehement abgelehnt und als Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte betrachtet. Ziel ist es, ein menschenwürdiges und intaktes Arbeits- und Studienklima sicherzustellen.
Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende und Beschäftigte der Universität Münster finden Sie auf unserer Homepage.

Hilfetelefon Gegen Gewalt an Frauen
Warum bezieht sich der Aktionstag nur auf Gewalt an Frauen?
Der internationale Aktionstag am 25. November wurde ausgerufen, um sichtbar zu machen, dass Frauen in besonderer Weise von Gewalt betroffen sind und dass Gewalt gegen Frauen Erscheinungsform und Konsequenz eines omnipräsenten Sexismus ist. Daher beschränkt sich der Aktionstag auf diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt – ohne Gewalt gegen andere Geschlechtsidentitäten damit verharmlosen zu wollen. Unter „Frau“ verstehen wir hier Personen, die sich selbst als Frau identifizieren oder von anderen als Frau gelesen werden.
Gerade bei dem Thema Gewalt ist es jedoch wichtig, intersektionale Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsdimensionen zu beachten: Hautfarbe, sexuelle Orientierung, die Tatsache, ob man sich mit dem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifiziert oder nicht – all diese Markierungen tragen dazu bei, dass sich Diskriminierungsformen verstärken und die erfahrene Gewalt zusätzlich rassistische, homophobe, ableistische und/oder trans*feindliche Züge annimmt.
Diesem Gedanken folgend möchten wir an dieser Stelle auch auf den Trans* Day of Remembrance aufmerksam machen, der jedes Jahr am 20. November der Ermordung trans* und genderdiverser Personen gedenkt und gegen Gewalt an Trans*Personen sensibilisiert.