Foto Rektorat Hochschulrat
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Aktionstag gegen Gewalt an Frauen – 2023


Die Universität Münster beteiligt sich seit 2014 mit unterschiedlichen Aktionen. Auch in diesem Jahr positionieren sich das Rektorat sowie der Hochschulrat mit dem neuen Banner des Büros für Gleichstellung gegen Gewalt an Frauen.

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Die Zahlen sprechen für sich, in Deutschland wird statistisch jede dritte Frau Opfer von häuslicher Gewalt. Laut einer EU-weiten Studie aus dem Jahr 2022 hat zudem circa jede dritte Frau an Hochschulen bereits Gewalt erfahren. Damit ist klar, Gewalt an Frauen ist Teil einer strukturellen Geschlechterungerechtigkeit, die uns alle betrifft. Die Universität Münster setzt darum auch dieses Jahr im Rahmen des internationalen Aktionstages gegen Gewalt an Frauen am 25. November ein Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung jeglicher Form. Um auf Gewalt gegen Frauen an Hochschulen aufmerksam zu machen, wurde jeder dritte Platz in einem Hörsaal mit einer Frauensilhouette versehen.

Da Gewalt an Frauen ein allgegenwärtiges Phänomen ist, welches ein Teil unserer alltäglichen Lebensrealität ist, solidarisiert sich die Universität Münster mit den Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt. Zwei von drei Frauen erfahren in ihrem Leben sexuelle Belästigung, was insbesondere eine stärkere Sensibilisierung gegenüber sexualisierter Gewalt an Frauen verlangt. Fehlverhalten wie Stalking, Mobbing, jegliche Art von Diskriminierung, sowie emotionale und körperliche Gewalt müssen somit mehr Aufmerksamkeit erhalten und konsequent bekämpft werden, damit öffentliche Räume und speziell die Universität keine Orte der Unsicherheit und Bedrohung für Frauen bleiben. Unterstützende Angebote, wie das Hilfetelefon der Bundesregierung, oder universitätsinterne Beratungsangebote sind dabei wichtige Anlaufstellen für Betroffene. Doch auch jede*r Einzelne kann durch ein aufmerksames Miteinander einen Unialltag mitgestalten, indem sich alle Menschen sicher und wohlfühlen. Darum fordert die Universität Münster: Stoppt Gewalt gegen Frauen!

Foto Bonbonaktion
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Das Büro für Gleichstellung macht neben der Foto-Aktion im Hörsaal durch die Verteilung von Postkarten zum Thema "Stop! Gewalt gegen Frauen" mit Bonbons in der Signalfarbe orange, auf den Aktionstag aufmerksam.

Die Pressestelle der Universität Münster interviewte Prof. Dr. Bettina Pfleiderer zum Umgang mit Gewalt und Unterstützung für von häuslicher Gewalt betroffene Menschen. Das Interview ist hier zu finden.

Maßnahmen an der Universität Münster

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Die Universität Münster positioniert sich im Rahmen der partnerschaftlichen Vereinbarung (PDF), die für alle Mitglieder der Universität gilt, ganz deutlich: Fehlverhalten wie sexuelle Belästigung, Mobbing, Stalking und Diskriminierung wird vehement abgelehnt und als Beeinträchtigung der Persönlichkeitsrechte betrachtet. Ziel ist es, ein menschenwürdiges und intaktes Arbeits- und Studienklima sicherzustellen.

Ansprechpartner*innen für betroffene Studierende und Beschäftigte der Universität Münster finden Sie auf unserer Homepage.

Mitmachaktion Hilfetelefon Aktionsmotiv
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Hilfetelefon Gegen Gewalt an Frauen

Das bundesweite Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist mit seiner kostenfreien Telefonnummer 0800 116 016 rund um die Uhr an 365 Tagen erreichbar und bietet anonyme Beratung und Information für Betroffene in den unterschiedlichsten Sprachen. Angehörige, Freund*innen sowie Fachkräfte können sich ebenfalls an das Hilfetelefon wenden. Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

 

Warum bezieht sich der Aktionstag nur auf Gewalt an Frauen?

Der internationale Aktionstag am 25. November wurde ausgerufen, um sichtbar zu machen, dass Frauen in besonderer Weise von Gewalt betroffen sind und dass Gewalt gegen Frauen Erscheinungsform und Konsequenz eines omnipräsenten Sexismus ist. Daher beschränkt sich der Aktionstag auf diese Form der geschlechtsspezifischen Gewalt – ohne Gewalt gegen andere Geschlechtsidentitäten damit verharmlosen zu wollen. Unter „Frau“ verstehen wir hier Personen, die sich selbst als Frau identifizieren oder von anderen als Frau gelesen werden.

Gerade bei dem Thema Gewalt ist es jedoch wichtig, intersektionale Verschränkungen verschiedener Diskriminierungsdimensionen zu beachten: Hautfarbe, sexuelle Orientierung, die Tatsache, ob man sich mit dem von außen zugeschriebenen Geschlecht identifiziert oder nicht – all diese Markierungen tragen dazu bei, dass sich Diskriminierungsformen verstärken und die erfahrene Gewalt zusätzlich rassistische, homophobe, ableistische und/oder trans*feindliche Züge annimmt.

Diesem Gedanken folgend möchten wir an dieser Stelle auch auf den Trans* Day of Remembrance aufmerksam machen, der jedes Jahr am 20. November der Ermordung trans* und genderdiverser Personen gedenkt und gegen Gewalt an Trans*Personen sensibilisiert.