Umsetzung des Nachteilsausgleichs im Studium an der Universität Münster

Durch eine gesundheitliche Beeinträchtigung - sei es durch eine körperliche Behinderung, eine chronische oder psychische Erkrankung - können für Studierende im Verlauf des Studiums sowie bei Prüfungen Nachteile entstehen. Um diese individuellen und situationsbezogen Benachteiligungen im Studium zu verhindern, gibt es die Möglichkeit eines Nachteilsaugleichs für Studien- und Prüfungsleistungen. Die Möglichkeit eines Nachteilsausgleichs ist in allen Prüfungsordnungen der Studiengänge der Universität Münster vorgesehen.

Ein Nachteilsausgleich bedeutet keine Erleichterung oder Bevorteilung, sondern dient ausschließliche zur (formellen) Anpassung der Studien-­ und Prüfungsbedingungen. Sowohl fachliche als auch inhaltliche Ansprüche an die Studierenden bleiben hiervon unberührt.
Auch bei gleicher Diagnose können und werden sich die Beeinträchtigungen verschieden auf die jeweilige Studien- und Prüfungssituation auswirken. Dementsprechend muss jeder Nachteilsausgleich immer individuell und auf die symptombedingten Bedarfe der Studierenden abgestimmt sein. Ein Antrag auf Nachteilsausgleich kann grundsätzlich diagnosefrei gestellt werden. Entscheidend ist die (fach-)ärztliche Symptombeschreibung mit den entsprechenden Auswirkungen für das Studium. Die beantragten Maßnahmen und möglichen Optionen eines passenden Nachteilsausgleichs sollten präzise, nachvollziehbar und mit Bezug zu den ärztlichen Stellungnahmen bzw. Attesten dargestellt werden.

Zu den Möglichkeiten und Maßnahmen eines Nachteilsausgleichs oder bei Unsicherheiten, ob und welche Folgen - positive wie negative - ein Antrag auf Nachteilsausgleich haben kann, bietet die Zentrale Studienberatung eine fachunabhängige und vertrauliche Beratung an. Im Vorfeld eines Antrags auf Nachteilsausgleich kann es sich anbieten, direkten Kontakt mit der zuständigen Prüferin oder dem zuständigen Prüfer und dem Beauftragten für Studierende mit Beeinträchtigung am Fachbereich aufzunehmen.
Bei Fragen zur Antragstellung und Umsetzung eines Nachteilsausgleichs stehen die Mitarbeiter_innen der Prüfungsämter beratend zur Verfügung. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung und Umsetzung eines Nachteilsausgleichs liegt je nach Prüfungsordnung bei den Dekanen, den Prüfungsausschüssen oder Prüfungsbeauftragten der jeweiligen Fachbereiche.

Überblick Antragstellung und Umsetzung eines Nachteilsausgleichs

  • Gegebenenfalls ein Informations- oder Beratungsgespräch zu Rahmenbedingungen und Möglichkeiten des Nachteilsausgleichs mit der Zentralen Studienberatung, der/dem Beauftragten des Fachbereichs für Studierende mit Beeinträchtigung und der Prüferin oder dem Prüfer.
  • Formloser schriftlicher Antrag mit Maßnahmen zum Ausgleichs des beeinträchtigungsbedingten Nachteils, (fach-)ärztlichem Attest (Symptombeschreibung, Nennung der Diagnose nicht erforderlich) und gegebenenfalls weiteren Nachweisen durch die Studierende oder den Studierenden an das Prüfungsamt.
  • Der Antrag sollte so früh wie möglich - spätestens mit der Prüfungsanmeldung -  ­gestellt werden, damit eine Umsetzung des Nachteilsausgleichs gewährt werden kann.
  • Bearbeitung durch Mitarbeiter_innen des Prüfungsamts
  • Entscheidung über den Antrag durch die in den Prüfungsordnungen definierten Fachvertreterinnen und Fachvertreter (Dekane, Prüfungsausschüsse, Prüfungsbeauftragte).
  • Eine Antwort auf den beantragten Nachteilsausgleich erfolgt in schriftlicher Form (E-Mail, postalisch etc.).
  • Umsetzung des Nachteilsausgleichs gegebenenfalls in Absprache mit der betreffenden Prüferin oder dem betreffenden Prüfer.

Weitere Informationen zum Nachteilsausgleich

Um sich grundsätzlich zu den Rahmenbedingungen und Optionen eines Nachteilsausgleichs zu informieren, bietet die Informations- und Beratungsstelle Studium mit Behinderung (IBS) auf Ihrer Homepage eine umfangreiche Darstellung des Nachteilsausgleichs bei Studien- und Prüfungsleistungen an. Diese findet sich als PDF-Download im Handbuch "Studium und Behinderung" (PDF-Download 1,28 MB).

Die (hochschul-) rechtlichen Hintergründe zur gleichberechtigten Teilhabe an hochschulischer Bildung und den sich daraus ableitenden Voraussetzungen für die Nachteilsausgleiche finden sich in der Rubrik Rechtliche Hintergründe und Gesetze