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Münster (upm/nor)

Ältestes Kunstobjekt der Universität hängt wieder im Schloss

Universitätsgesellschaft Münster stellte 18.000 Euro für Restaurierung eines Gobelins zur Verfügung
Der Kunst-Kustos der Universität Münster, Dr. Eckhard Kluth, die Restauratorin Sabine Heitmeyer-Löns (M.) und Stephanie Kalbhenn-van Bremen von der Universitätsgesellschaft hängten jetzt den Gobelin wieder im Schloss auf.<address>© WWU - Julia Harth</address>
Der Kunst-Kustos der Universität Münster, Dr. Eckhard Kluth, die Restauratorin Sabine Heitmeyer-Löns (M.) und Stephanie Kalbhenn-van Bremen von der Universitätsgesellschaft hängten jetzt den Gobelin wieder im Schloss auf.
© WWU - Julia Harth

Wer vom Schlossfoyer aus die Treppen in den ersten Stock des Südflügels hochläuft, dem wird ab sofort auf der letzten Stufe und mit Blick auf die großflächige Wand vor ihm eine dramatische Szene ins Auge fallen: Herkules kämpft mit dem Kentauren Nessus, einem Tiermenschen, der seine Gattin Deïaneira bedroht. Zu sehen auf einem rund 2,50 mal 3,50 Meter großen Gobelin aus Wolle und Seide, dem ältesten Kunstobjekt der Universität, das die Universitätsgesellschaft Münster jetzt für rund 18.000 Euro restaurieren ließ.

Der Wandteppich wurde um 1640 in Brüssel gewebt. Da Gobelins damals deutlich teurer als Gemälde waren, dürfte er für repräsentative Räume im Wohnsitz eines reichen Bürgers oder Adeligen bestimmt gewesen sein. Anfang des 20. Jahrhunderts gelangte er in den Besitz eines Bremer Künstlers. Aus dessen Besitz erwarb die Universität Münster den Gobelin im Jahr 1967 zur Ausstattung des seinerzeit neu einzurichtenden Senatssaals. Die Universitätsleitung verstand damals den kämpfenden Herkules als Sinnbild für den inneren Kampf eines jeden Wissenschaftlers und Studierenden, den Verlockungen des Alltags nicht nachzugeben, sondern – ganz der Tugendheld – den Idealen der Wissenschaft nachzustreben.

Bis 2014 hing der Gobelin vor dem Senatssaal und der Aula, musste dann allerdings aufgrund von Schäden und Schädlingsbefall abgehängt werden. Die Havixbecker Expertin Sabine Heitmeyer-Löns übernahm die Restaurierung, die sie pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum der Universitätsgesellschaft jetzt abschloss.

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