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Münster (upm/jas)

Institut für Geologie vergibt "Heitfeld-Preise"

Erfolgreiche Abschlussarbeiten über Pollen und Sporen, Meteorite und Karbonatgestein
Drei Gratulanten und drei Preisträger (v.l.n.r.): Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels, Dekan Prof. Dr. Harald Strauß, Stella Rombeck, Dr. Vanessa Fichtner, Prof. Dr. Heinrich Bahlburg und Andre Heck<address>© WWU/Peter Grewer</address>
Drei Gratulanten und drei Preisträger (v.l.n.r.): Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels, Dekan Prof. Dr. Harald Strauß, Stella Rombeck, Dr. Vanessa Fichtner, Prof. Dr. Heinrich Bahlburg und Andre Heck
© WWU/Peter Grewer

Das Institut für Geologie und Paläontologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat in diesem Jahr zwei Absolventinnen und einen Absolventen ausgezeichnet: Stella Rombeck und Andre Heck nahmen für ihre Masterarbeit je einen mit 500 Euro dotierten Preis der "Hildegard und Karl-Heinrich Heitfeld Stiftung" entgegen. Dr. Vanessa Fichtner erhielt einen mit 1000 Euro dotierten Heitfeld-Preis für ihre Dissertation. Der Dekan des Fachbereichs Geowissenschaften, Prof. Dr. Harald Strauß, überreichte die Auszeichnungen bei einer Feierstunde am Donnerstag, 14. Juni, im Schlossgarten-Café.

Die Heitfeld-Preise werden jährlich von der Stiftung für herausragende Abschlussarbeiten und Dissertationen in der Geologie und Paläontologie vergeben. Damit sollen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Studiengang Geowissenschaften der Universität Münster gefördert werden. Der ehemalige WWU-Geologe Prof. Dr. Karl-Heinrich Heitfeld gründete die Stiftung im Jahr 2000. Neben den Absolventenpreisen lobt die Stiftung auch Stipendien für Studierende und Postgraduierte aus.

Zu den ausgezeichneten Arbeiten:

Geologen verwenden Spurensulfat (SO4) in marinen Karbonatgesteinen und Karbonatschalen, um die Aktivität von Mikroben und die Sauerstoffbedingungen in den Ozeanen der geologischen Vergangenheit zu rekonstruieren. Es herrscht jedoch Ungewissheit, inwieweit Druck, Temperatur und Fluide des Erdinnern diese Information im Laufe der Millionen Jahre modifiziert haben. In ihrer Doktorarbeit fand Vanessa Fichtner heraus, dass die Konzentration vom Spurensulfat im Karbonatgestein mit steigenden Temperaturen und Drücken abnimmt. Durch Analysen weiterer Schwefelphasen stellte sie fest, dass die Schwefelverteilung und -konzentration im Karbonat während der frühen Phase der Sediment-Ablagerung verschiedene Prozesse anzeigt wie den Abbau von organischer Materie oder Kristallumwandlung.

Die Palynologie beschäftigt sich damit, die Pflanzenwelt vergangener Zeiten mit Hilfe von Pollen und Sporen zu rekonstruieren. Bislang extrahiert das Institut für Geologie und Paläontologie der WWU solche sogenannten Palynomorphen aus Braunkohle, indem die aufgehellten und ausgesiebten organischen und anorganischen Bestandteile mithilfe einer Schwereflüssigkeit (Natriumpolywolframat-Lösung) getrennt werden. Zum Schluss werden die organischen und anorganischen Bestandteile von Hand mithilfe einer Pipette in getrennte Behälter überführt. In seiner Masterarbeit untersuchte Andre Heck, wie diese Standardmethode optimiert werden kann - zudem bestimmte er Fehlerquellen. Seine Ergebnisse zeigten, dass die Aufbereitungszeit der Proben bei gleichzeitiger Verbesserung der Endresultate um etwa 20 Stunden verkürzt werden kann, wenn man die Schweretrennung mithilfe einer Zentrifuge beschleunigt. Desweitern schlug er Vereinfachungen der Methode vor, die sowohl Material sparen als auch die Durchführung vereinfachen.

Meteorite sind Gesteinsbruchstücke, die bei Kollisionen planetarer Himmelskörper ins All geschleudert wurden und die Erdoberfläche erreichten. Was sie auf ihrem „Mutterkörper“ erlebt haben und was sie geformt hat, untersuchte Stella Rombeck in ihrer Masterarbeit. Dabei ging sie insbesondere auf ungewöhnliche, sekundäre Strukturen ein, die sich durch Eisenanreicherungen und Ablagerungen eisenreicher Minerale auszeichnen. Der Entstehungsprozess dieser Phasen wird in der Wissenschaft kontrovers diskutiert. Mithilfe von Hochtemperatur- und Hydrothermalexperimenten versuchte Stella Rombeck, die Entstehungsbedingungen zu verstehen und die aktuellen Bildungstheorien einzugrenzen. Beide Experimentreihen erzielten Ergebnisse, die strukturell und teilweise mineralogisch den eisenreichen Strukturen ähneln. Weiterhin zeigte sich, dass die eisenreichen Phasen nicht durch einen einzelnen Prozess oder ein einzelnes Ereignis entstanden sein können. Möglich wäre ein Zusammenspiel von Hochtemperaturereignissen und dem Einfluss fluider Phasen.

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