"Ein Beleg für unsere internationale Sichtbarkeit"
Mit Prof. Michinori Suginome von der Universität Kyoto, Japan, wird in den kommenden drei Jahren ein führender Experte auf dem Gebiet der Katalyse-Forschung regelmäßiger Gast an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) sein. Ermöglicht wird der zusammengenommen sechs Monate dauernde Forschungsaufenthalt durch den angesehenen Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung. Michinori Suginome nimmt den Preis am Freitag, 18. März, bei einem Symposium der Stiftung in Bamberg entgegen.
Gastgeber ist Prof. Dr. Armido Studer vom Organisch-Chemischen Institut. "Für unser gesamtes Institut ist es eine Ehre, dass ein Humboldt-Forschungspreisträger uns ausgewählt hat. Denn es ist ein Beleg dafür, dass wir mit unserer Forschung international wahrgenommen werden", betont er.
Michinori Suginome gilt als Pionier auf dem Gebiet der Entwicklung spezieller Katalysatoren. Als Katalysatoren werden Enzyme oder andere Moleküle bezeichnet, die einzelne Reaktionsschritte beschleunigen oder sogar erst möglich machen. Seine speziellen Katalysatoren haben einen Einfluss auf die sogenannte Chiralität der durch die Reaktion entstehenden Moleküle. Das bedeutet, sie entscheiden darüber, wie die Atome in den Molekülen angeordnet sind – vergleichbar mit einer Wendeltreppe, die entweder rechts- oder linksherum gewunden ist. Die Chiralität ist in der organischen Chemie ein entscheidender Faktor, da sie über die funktionalen Eigenschaften von Molekülen bestimmt. Michinori Suginomes Katalysatoren können wahlweise beide Chiralitäten erzeugen.
"Schaltbare" Katalysatoren
Der Hintergrund: Die Katalysatoren sind 'schaltbar' und können selbst beide Chiralitäten annehmen, abhängig zum Beispiel von der Wahl des Lösungsmittels. Je nachdem, wie man den Schalter beim Katalysator umlegt und welche Chiralität der Katalysator selbst hat, entsteht das gewünschte Reaktionsprodukt: Wendeltreppe rechts oder links herum. "Normalerweise werden zwei unterschiedliche Katalysatoren eingesetzt, um die jeweils gewünschte Chiralität zu erhalten. Kann man einen einzigen schaltbaren Katalysator verwenden, bedeutet das weniger Aufwand und damit einen großen Fortschritt", unterstreicht Armido Studer.
Michinori Suginome war bereits im Rahmen des internationalen Chemie-Graduiertenkollegs "International Research Training Group Münster (Deutschland) - Nagoya (Japan)" zu Gast an der WWU sowie im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 858. Seither bestehen enge Kontakte zum Organisch-Chemischen Institut. Im Zuge seiner Aufenthalte in Münster wird Michinori Suginome auch mit Prof. Dr. Helmut Zacharias vom Physikalischen Institut kooperieren.