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Münster (upm/ja)

WWU trauert um Prof. Dr. Christian Sigrist

Soziologe starb im Alter von 79 Jahren

Das Institut für Soziologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) trauert um Prof. Dr. em. Christian Sigrist. Der Soziologe starb Mitte Februar im Alter von 79 Jahren. Die Universität verliert einen engagierten Lehrer und Wissenschaftler.

Christian Sigrist gehörte zu jenen kritischen Intellektuellen und Unruhegeistern im Nachkriegsdeutschland, die sich Zeit ihres Lebens der Kritik der Herrschaft von Menschen über Menschen auch als Wissenschaftler verpflichtet fühlten. Auch regte er interdisziplinäre Forschungen unter anderem zum Alten Testament und zur Vor- und Frühgeschichte Israels an. Zugleich beteiligte sich Christian Sigrist an intensiven Auseinandersetzungen über die Rolle einer kritischen Soziologie an deutschen Universitäten, die ihn bis zu seinem Lebensende nicht losließen.

Christian Sigrist, geboren 25. März 1935 in St. Blasien (Baden-Württemberg), war ab 1971 ordentlicher Professor am Institut für Soziologie der WWU, an dessen (Neu-)Gründung er maßgeblich beteiligt war. Neben der Reform der Lehramtsstudien in den 1970er Jahren und des Magisterstudiums der Soziologie in den 1980er und 1990er Jahren engagierte er sich in seinen Feldforschungen insbesondere als Berater für die Agrarreform. Der vielleicht größte Teil seiner wissenschaftlichen Arbeitskraft wurde jedoch durch die sowjetische Intervention in Afghanistan in Anspruch genommen.

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