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Münster (upm/ja)

Prof. Birnbacher zum Ehrendoktor ernannt

Philosophische Fakultät verleiht dem renommierten Ethiker der Universität Düsseldorf den Doktortitel ehrenhalber
Ehrendoktor Prof. Birnbacher von der Universität Düsseldorf zwischen Prof. Quante, (l.) Direktor des Philosophischen Seminars der Uni Münster, und Prof. Pietsch<address>© WWU - Peter Grewer</address>
Ehrendoktor Prof. Birnbacher von der Universität Düsseldorf zwischen Prof. Quante (l.), Direktor des Philosophischen Seminars der Uni Münster, und Prof. Pietsch
© WWU - Peter Grewer

Prof. Dr. Dieter Birnbacher (65) von der Universität Düsseldorf gilt als einer der profiliertesten deutschen Ethiker der Gegenwart. In Anerkennung seines Schaffens hat ihm die Philosophische Fakultät der Universität Münster gestern Abend (15. November) die Ehrendoktorwürde verliehen – am Welttag der Philosophie. Die Initiative zur Verleihung der akademische Würde eines Doktors der Philosophie ehrenhalber (Dr. phil. h. c.) war von allen Hochschullehrern des Philosophischen Seminars ausgegangen. Prof. Dr. Michael Quante, Geschäftsführender Direktor des Philosophischen Seminars und zugleich Präsident der Deutschen Gesellschaft für Philosophie, hielt die Laudatio unter dem Motto "Ehrensachen meiden?".

Dieter Birnbacher, am 21. November 1946 in Dortmund geboren, studierte Philosophie, Anglistik und Allgemeine Sprachwissenschaft  in Düsseldorf und Cambridge (England). In seiner Habilitationsschrift beschäftigte er sich mit der "Verantwortung für zukünftige Generationen". Seit 2004 ist er Mitglied der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer. Er genießt hohes Ansehen in der deutschen Philosophie, auch weil er die europäische Medizinethik der Gegenwart entscheidend mitprägte. Vor seiner Emeritierung im Februar 2012 hatte er den Lehrstuhl für Praktische Philosophie an der Universität Düsseldorf inne.

Als beispielhaft für sein Schaffen gelten Dieter Birnbachers Beiträge zur Angewandten Ethik und besonders zur Medizinethik. Seine Arbeiten sind gekennzeichnet durch ein strenges Bemühen um eine von Vormeinungen und ideologischen Präferenzen freie Urteilsbildung. Das Spektrum der Themen reicht dabei von der Frage der Legitimität von Abtreibung über ethische Probleme der Genetik, der Organtransplantation, der Psychotherapie und Psychiatrie, der Reproduktionsmedizin und der Sterbehilfe bis hin zum Problem der Todesdefinition und zu Fragen der Verteilungsgerechtigkeit hinsichtlich medizinischer Leistungen. Sein politisches Engagement galt darüber hinaus nicht allein der Philosophie als einer universitären Disziplin. Die Einrichtung des Schulfachs Praktische Philosophie in Nordrhein-Westfalen ist wesentlich seiner Initiative zu verdanken.

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