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Münster (upm/tz).
Dr. Nadine Rosendahl (links) und Dr. Katja Wrenger stehen in einem Seminarraum und schauen in die Kamera. Die große Fensterfront im Hintergrund ist mit grünen Lamellen abgedunkelt.<address>© Uni MS - Brigitte Heeke</address>
Dr. Nadine Rosendahl (links) und Dr. Katja Wrenger möchten mit „GeoX Münster“ geografische Exkursionen ermöglichen.
© Uni MS - Brigitte Heeke

Münster unter der Datenlupe

Das Leuchtturmprojekt „GeoX Münster“ bringt Universität, Schulen und Stadt zusammen und macht Münster zum Lernort

Was lässt sich entdecken, wenn man die eigene Stadt mit einer geografischen Brille betrachtet? Genau darum geht es bei „GeoX Münster“. Hinter der Abkürzung steckt ein Exkursionstag für Schulen aus Münster und Umgebung, der die Stadt zum Lern- und Erkundungsraum macht und Schulklassen direkt vor Ort mit geografischen Fragestellungen in Kontakt bringt. „Exkursionen haben den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler die zahlreichen Aspekte eines Ortes selbst erkunden und dabei geografischen Fragen nachgehen können“, erklärt Dr. Katja Wrenger vom Institut für Didaktik der Geographie. „Die Lehrkräfte sehen zwar die Potenziale von Exkursionen. Allerdings gibt es einige Hürden, die sie daran hindern, eine solche Idee umzusetzen.“

Genau hier setzt „GeoX“ an. „Unser Ziel ist es, den Lehrerinnen und Lehrern den Zugang zu Exkursionen niedrigschwellig anzubieten und das Konzept so in die Schulen zu bringen“, erläutert Dr. Nadine Rosendahl, die das Projekt gemeinsam mit Katja Wrenger leitet. Dabei geht es jedoch um mehr als die Förderung schulischer Exkursionspraxis. Es wird ein Raum für den Austausch wissenschaftlicher und geografiedidaktischer Impulse zwischen Universität und Schule ermöglicht.

Um diesem Ziel nachzugehen, hat das Institut einen Exkursionstag unter der Leitung von Dozentinnen, Dozenten und studentischen Hilfskräften auf die Beine gestellt. Auf Basis von „GeoX“ erkundeten bereits rund 220 Schülerinnen und Schüler von neun Schulen verschiedene Orte in Münster. Mithilfe von Karten und Befragungen ermittelten sie beispielsweise, welche Funktionen der Markt am Domplatz erfüllt, wie sich die Altstadt über die Jahre gewandelt hat oder welche Nutzungs- und Bedeutungsmuster an der Aa erkennbar sind. Langfristig soll das Projekt als jährlich wiederkehrender Exkursionstag etabliert werden und so eine dauerhafte Verbindung zwischen Universität, Schulen und Stadt schaffen.

„GeoX Münster“ ist eins von sechs „Leuchtturmprojekten“ der Universitätsgesellschaft Münster. Mit dem Förderprogramm zeichnet der Verein jedes Jahr kreative Forschungs- und Lehrprojekte mit Bezug zur Universität Münster oder zur Stadt Münster aus, die zudem einen möglichst großen Effekt haben. Die Universitätsgesellschaft bezuschusste das GeoX-Team mit 4.400 Euro, das mit dem Geld unter anderem eine studentische Hilfskraft einstellen und die Werbung für das Projekt intensivieren konnte. „Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung, ohne die der Auftakt des Projekts in dieser Form nicht möglich gewesen wäre“, betont Nadine Rosendahl.

Aktuell steckt das Team in der Auswertung des ersten Exkursionstags und der darauf aufbauenden Programmplanung für das kommende Jahr. Und es kursieren neue Ideen. „Wir denken derzeit die Möglichkeit digitaler Stadtrallyes an, die in Ergänzung zu unseren Exkursionen auch ohne Dozentinnen und Dozenten durchgeführt werden können“, erzählt Katja Wrenger.

Autor: Tim Zemlicka

Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 6, 7. Oktober 2026.

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