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Münster (upm/anb).
Das Bild zeigt vier Personen auf einer Bühne. Drei von ihnen halten Siegerurkunden in den Händen.<address>© Uni MS - Nike Gais</address>
Die drei Erstplatzierten Dr. Damir Sakhapov (2. v. r.), Dr. Lea Püchel (l.) und Sarosh Madara erhielten von Prorektorin Prof. Dr. Monika Stoll die Siegerurkunden des zweiten „Falling Walls Lab Münster“.
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Göttinger Biophysiker gewinnt zweites „Falling Walls Lab Münster“

Damir Sakhapov setzt sich gegen sieben Nachwuchstalente durch / Qualifikation für Wissenschaftsgipfel in Berlin

Das zweite „Falling Walls Lab Münster“ hat einen Sieger: Dr. Damir Sakhapov überzeugte eine fünfköpfige Jury mit seiner Präsentation „Breaking the Wall of Missing Protein Dynamics“ und dem dahinterliegenden Vorhaben „TRÄPP“. Hierbei handelt es sich um eine neuartige Methode, mit der die Arzneimittelforschung beschleunigt und verbessert werden soll. Dazu haben der Biophysiker, der an der Georg-August-Universität Göttingen promovierte, und drei Mitstreiter einen nanofluidischen Chip entwickelt. Dieser hält einzelne Moleküle in einem elektrischen Feld über mehrere Sekunden im Messbereich – statt wie bisher nur Millisekunden. Unter dem Mikroskop können so die sonst unsichtbaren Bewegungen und Formveränderungen von Proteinen in Echtzeit beobachtet werden.

„Ich habe nicht mit dem Sieg gerechnet“, erklärte Damir Sakhapov nach der Siegerehrung. Entsprechend froh sei er über die Gelegenheit, „TRÄPP“ Anfang November beim Berliner „Falling Walls Science Summit“ vor internationalem Publikum präsentieren zu dürfen. Denn von der Idee, die das Team derzeit in ein Start-up überführen will, zeigte er sich überzeugt. Ebenso sah es auch die Jury, die aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität, der FH und des Wissenschaftsbüros der Stadt Münster bestand. Sie bewertete vor allem die Innovation und Relevanz der Ideen. „Wir waren sehr beeindruckt vom Potenzial der Erfindung und glauben, dass viele Menschen auf der Welt von ihr profitieren können“, begründete Prof. Dr. Monika Stoll, Jurymitglied und Prorektorin für Forschung an der Universität Münster, die Entscheidung. „Die fachliche und globale Relevanz der Idee hat uns als Jury am meisten überzeugt“, ergänzte Prof. Dr. Nora Verfürth von der FH.

Zu sehen sind zahlreiche Menschen auf einer Bühne.<address>© Uni MS - Nike Gais</address>
Publikum, Organisatoren und Gewinner bejubelten im „REACH – Euregio-Start-up Center“ das „Falling Walls Lab Münster“ 2026.
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Acht Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentierten am Freitag in dreiminütigen englischsprachigen Vorträgen ihre Ideen im „REACH – Euregio-Start-up Center“, das Gründungen wissenschaftlicher Start-ups an der Universität und der FH Münster fördert. Platz zwei belegte Dr. Lea Püchel vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Uni Münster. Sie entwickelt eine Software, die Kita-Personal Orientierung und Rechtssicherheit bei der Datenerfassung bieten soll. Den dritten Platz sicherte sich Sarosh Madara, der an der Integration von künstlicher Intelligenz in Autowerkstätten arbeitet. In weiteren Präsentationen ging es unter anderem um Farbenblindheit im Fußball, die Überwindung von Sprachbarrieren im digitalen Raum und die Unterstützung internationaler Studierender bei der Wohnungssuche.

Hintergrund:

Das „Falling Walls Lab Münster“ war einer von sechs bundesweiten Vorentscheidungen für das Gipfeltreffen der jeweiligen Sieger, den „Falling Walls Science Summit“. Der globale Gipfel findet jährlich um den 9. November, den Tag des Mauerfalls, in Berlin statt und versammelt hunderte Gäste aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Medien. Damir Sakhapov hat am 6. November die Gelegenheit, sich mit der Konkurrenz zu messen, was das Innovationspotenzial und die gesellschaftliche Wirkung seiner Idee betrifft.

Weltweit richteten dieses Jahr 91 Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein eigenes „Falling Walls Lab“ aus, um die innovativsten Köpfe ihrer Region sichtbar zu machen – von Schweden bis Botswana, von Taiwan bis Kanada. Die Gewinnerinnen und Gewinner der regionalen „Labs“ kämpfen in Berlin um den Titel „Breakthrough of the Year“ in der Kategorie „Emerging Talents“. Der globale Gipfel wird seit 2009 von der „Falling Walls Foundation“ ausgerichtet und bringt hochrangige Wissenschaftler mit führenden Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammen.

 

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