Mathematiker ins Emmy Noether-Programm aufgenommen
Der Mathematiker Dr. Robin J. Sroka hat mit seinem Projekt überzeugt: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert den Wissenschaftler der Universität Münster im Rahmen des Emmy Noether-Programms mit rund 1,3 Millionen Euro. Damit kann er in den kommenden sechs Jahren eine eigene Forschungsgruppe mit dem Titel „Kohomologie und K-Theorie: eine Untersuchung neuer Verbindungen“ aufbauen.
„Münster bietet das ideale Umfeld für die neue Forschungsgruppe“, sagt Robin J. Sroka. „Durch den Exzellenzcluster ‚Mathematik Münster‘ und den Sonderforschungsbereich ‚Geometrie: Deformationen und Rigidität‘ gebe es hier eine große Dichte an Expertinnen und Experten aus verschiedenen mathematischen Feldern. Da unser Projekt Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Bereichen in den Blick nimmt, werden wir vom Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sehr profitieren.“
Das Emmy Noether-Programm der DFG hat zum Ziel, herausragenden Nachwuchsforscherinnen und -forschern wissenschaftliche Unabhängigkeit zu bieten und sie für eine Hochschulprofessur zu qualifizieren.
Zum Projekt
Die Mathematik untersucht komplexe Strukturen, etwa Symmetrien, Zahlensysteme oder geometrische Objekte, und versucht diese anhand bestimmter Strukturmerkmale zu unterscheiden. Zwei wichtige „Werkzeuge“ dafür sind die Kohomologie und die K-Theorie. Beide helfen auf unterschiedliche Weise dabei, verborgene Muster und grundlegende Eigenschaften mathematischer Objekte sichtbar zu machen.
Kohomologische Stabilität ist ein Phänomen, das auf dem Zusammenspiel dieser beiden Werkzeuge basiert. Es tritt in Situationen auf, in denen Folgen von mathematischen Objekten studiert werden, die zusammen eine „höhere“ algebraische Struktur bilden. Die Forschung interessiert sich sowohl für die Kohomologie der Folgeglieder, als auch für die K-Theorie der höheren algebraischen Struktur. Kohomologische Stabilität stellt nun eine Beziehung zwischen Mustern in der Kohomologie der Folgeglieder und ihrer gemeinsamen K-Theorie her. Dadurch lassen sich „kohomologische“ und „K-theoretische“ Informationen ineinander überführen.
Robin J. Srokas Gruppe wird neue Varianten dieses Zusammenhangs in Bereichen untersuchen, in denen solche Verbindungen bisher kaum verstanden sind. Ziel ist es, neue Beziehungen zwischen Kohomologie und K-Theorie zu beweisen und diese zu nutzen, um neues Licht auf Fragen aus der Topologie, Algebra, Geometrie sowie der Theorie dynamischer Systeme zu werfen.
Zur Person
Dr. Robin J. Sroka ist seit 2023 Postdoktorand an der Universität Münster und seit 2024 als Projektleiter am Exzellenzcluster Mathematik Münster beteiligt. Aktuell verfolgt er außerdem einen Teil seiner Forschung zum Thema „High-dimensional cohomology of arithmetic groups“ im Rahmen einer „Young Research Group“ gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Benjamin Brück. Vor seiner Zeit in Münster war er Postdoktorand an der McMaster University in Kanada und Junior Fellow am Institut Mittag-Leffler in Schweden. Seine Promotion schloss er 2021 an der Universität Kopenhagen ab.