Ein Team für frische Impulse
Wenn es stimmt, was der US-amerikanische Management-Experte und Hochschullehrer Stephen Covey einst postulierte, wonach „Stärke in den Unterschieden und nicht den Gemeinsamkeiten liegt“, darf man sich auf ein tatkräftiges neues Rektorat an der Universität Münster freuen. Denn auch bei der Zusammensetzung des künftigen Teams seien verschiedene Gedanken leitend gewesen, unterstreicht die designierte Rektorin Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl. Beispielsweise eine möglichst große Fächervielfalt sowie Kenntnisse in der universitären Selbstverwaltung – zudem sei es von Vorteil, dass einige Mitglieder die Universität Münster sehr gut kennen, während andere Erfahrungen aus anderen Hochschulen mitbrächten. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir als Team sowohl in den Bereichen Forschung, Lehre und Digitalisierung, als auch für wichtige Querschnittsthemen wie etwa dem Wissenstransfer in die Gesellschaft und der Karriereentwicklung Impulse setzen werden“, betont Susanne Menzel-Riedl – das neue, zunächst fünfköpfige Rektorat nimmt am 1. Oktober seine Arbeit auf.
Das Prorektorat für Forschung übernimmt der Neurologe Prof. Dr. Sven G. Meuth. Er will seinen Fokus auf drei Aspekte legen: ein eindeutiges Profil, eine Priorisierung der stärksten Felder und eine strategische Stärkung der Forschungsaktivitäten. Die Leitidee ist dabei, die starken Leistungen in den Sonderforschungsbereichen und einzelner Personen so zu bündeln, dass man daraus in der nächsten Runde des Exzellenzwettbewerbs mit zwei bis drei Exzellenzcluster-Anträgen ins Rennen gehen könne. „Wir werden auch die Nachwuchsförderung, die Berufungen, die Verbesserung der Infrastruktur und die internationale Sichtbarkeit konsequent auf dieses Ziel ausrichten“, unterstreicht der Mediziner.
Der Informatiker Prof. Dr. Benjamin Risse übernimmt die Verantwortung für das neu geschaffene Prorektorat für Digitalisierung. Er wird den digitalen Wandel in Forschung, Lehre und Verwaltung begleiten und dabei „zukunftsweisende Fragen“ stellen und unter Beteiligung vieler anderer Experten aus der Hochschule zu beantworten versuchen – etwa zur Rolle von künstlicher Intelligenz und zum Management der rasant wachsenden Datenmengen. Darüber hinaus will er die universitätsweite Expertise zu diesen Themen zusammenführen und Kooperationen mit innovativen Unternehmen schmieden. „Aus der Nutzung unserer Datenschätze, der Spitzenposition in Data Science und der Verbindung von Technologie, Recht, Wirtschaft, Geisteswissenschaften und Lehrerbildung soll eine einzigartige Digitalisierungsstrategie entstehen“, formuliert er das Ziel.
Ein weiteres Prorektorat, in dem Themen wie Internationalisierung, Gleichstellung und Diversity verankert werden sollen, wird Susanne Menzel-Riedl um den Jahreswechsel einrichten. So bestehe die Chance, dass das neue Rektorat gemeinsam über die Ausrichtung und einen Vorschlag zur Besetzung dieser Position entscheidet.
Zum Rektorat zählt zudem Matthias Schwarte, der seit 2012 als hauptamtlicher Kanzler der Verwaltung vorsteht. Die Amtszeit der Prorektoren läuft analog zu der von Susanne Menzel-Riedl über sechs Jahre, eine Wiederwahl ist möglich. Die Dauer der Prorektoren-Wahl am 17. Juli deutet jedenfalls auf einen großen Vertrauensvorschuss innerhalb der Universität hin: Nach nur 22 Minuten waren sowohl der Urnengang als auch die Auszählung beendet.
Autor: Norbert Robers
Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 5, 22. Juli 2026.