Hochschulwahlversammlung wählt neues Rektoratsteam
Ein neues Team für eine neue Amtsperiode: Die Hochschulwahlversammlung der Universität Münster hat heute (17. Juli) den drei Vorschlägen der designierten Rektorin, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, für die Prorektorate mit großer Mehrheit zugestimmt – analog zum Amtsantritt von Susanne Menzel-Riedl beginnt deren sechsjährige Amtszeit am 1. Oktober. Neu im Rektorat ist der Mediziner Prof. Dr. Sven G. Meuth, der das Prorektorat für Forschung übernimmt. Ebenfalls neu berufen wurde der Informatiker Prof. Dr. Benjamin Risse, der das neu eingerichtete Ressort Digitalisierung verantworten wird. Für Kontinuität steht Prof. Dr. Ulrike Weyland, die bereits seit 2022 als Prorektorin für Studium und Lehre fungiert und dieses Amt auch in der kommenden Amtsperiode übernehmen wird. Kanzler Matthias Schwarte vervollständigt das Rektorat, seine Amtszeit läuft bis Ende Juni 2027.
„Als Team bringen wir unterschiedliche fachliche Kenntnisse und Erfahrung in der universitären Verwaltung ein. Zudem werden wir davon profitieren, dass manche von uns die Universität Münster sehr gut kennen und andere wiederum eine externe Perspektive einbringen, weil sie bereits an anderen Hochschulen gearbeitet haben“, betonte Susanne Menzel-Riedl. „Ich habe große Lust auf die Zusammenarbeit und unsere Aufgaben.“
In der heutigen Hochschulwahlversammlung waren vier Hochschulratsmitglieder und 23 Mitglieder des Senats stimmberechtigt. Um eine gleiche Gewichtung der einzelnen Stimmen zu gewährleisten, werden alle Stimmen mit einem bestimmten Faktor multipliziert. Sven Meuth und Benjamin Risse bekamen demnach 207 von 207 möglichen Stimmen, Ulrike Weyland bekam 202 Stimmen.
Kurzporträts der Prorektoren und der Prorektorin
Sven G. Meuth studierte Humanmedizin und Neurobiologie an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, 2004 erhielt er die Approbation als Arzt. 2005 promovierte er zum Dr. med., 2007 folgte die Promotion zum Dr. rer. nat. Von 2004 bis 2010 war er als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg tätig. 2011 erhielt er die Anerkennung als Facharzt für Neurologie. Im selben Jahr wurde er auf die Professur für Neuropathophysiologie an der Universität Münster berufen. Von 2011 bis 2013 war er leitender Oberarzt und anschließend bis 2020 stellvertretender Direktor der Klinik für allgemeine Neurologie am Universitätsklinikum Münster. Von 2016 bis 2020 leitete er als Direktor das Institut für translationale Neurologie am Universitätsklinikum Münster. An der Medizinischen Fakultät Münster engagierte er sich zudem von 2017 bis 2019 als Prodekan für Forschung und 2019 als Dekan. Von 2020 bis 2026 war er Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Seit Februar 2026 ist er Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster.
Benjamin Risse hat in Münster studiert und promoviert. Nach einer Station als Research Associate in der Insect Robotics Group am Institute for Action, Perception and Behaviour der University of Edinburgh (Großbritannien) kehrte er 2017 zunächst als Juniorprofessor an den Fachbereich Mathematik und Informatik der Universität Münster zurück. Seitdem leitet er die Arbeitsgruppe „Computer Vision & Machine Learning Systems“ – zunächst als Juniorprofessor. 2022 wechselte er mit seiner Arbeitsgruppe an das Institut für Geoinformatik im Fachbereich Geowissenschaften, zudem arbeitet er mit dem Fachbereich Mathematik und Informatik eng zusammen. Seine Arbeitsgruppe betreibt sowohl Grundlagen- als auch angewandte Forschung zum Thema künstliche Intelligenz und entwickelt zentrale Methoden in Bereichen wie Deep Learning, Computer Vision, Optimierung und Erklärbarkeit weiter. Benjamin Risse ist Mitglied in zahlreichen Arbeitsgemeinschaften und Berufsverbänden, darunter die Gesellschaft für Informatik e. V. (GI), das „Institute of Electrical and Electronics Engineers“ (IEEE) sowie der Deutsche Hochschulverband (DHV).
Ulrike Weyland studierte für das Lehramt an Berufsschulen an den Universitäten Hamburg und Osnabrück. Nach einer Lehrtätigkeit an Berusschulen wechselte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Universität Osnabrück, wo sie promovierte. Es folgte der Ruf auf eine Professur an der Fachhochschule Bielefeld. Seit 2015 lehrt und forscht sie mit dem Schwerpunkt Berufspädagogik an der Universität Münster. Im Fachbereich Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften engagiert sie sich seit vielen Jahren in verschiedenen Gremien und Funktionen, unter anderem als Prodekanin für Studium und Lehre sowie zuletzt als Dekanin. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem die Kompetenzmessung und -entwicklung in der beruflichen Bildung – insbesondere in Gesundheitsberufen –, die Professionalisierung durch Praxisphasen und forschendes Lernen in der Lehrerausbildung sowie die Digitalisierung in der beruflichen Bildung. Seit 2015 liegt ihr Fokus zudem auf der Förderung professioneller Unterrichtswahrnehmung mithilfe von Videos. Seit Dezember 2022 ist Ulrike Weyland Prorektorin für Studium und Lehre.
Kurzporträts der designierten Rektorin und des Kanzlers
Susanne Menzel-Riedl studierte Biologie, Pädagogik und Englisch an den Universitäten Münster und Dakar (Senegal) sowie am College of William and Mary in den USA. Sie schloss das Studium für das höhere Lehramt sowie den Magisterstudiengang ab. Von 2004 bis 2007 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Biologiedidaktik der Georg-August-Universität Göttingen, an der sie 2007 auch promovierte. Anschließend war sie Postdoktorandin im Graduiertenkolleg der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Passungsverhältnisse schulischen Lernens“. Im Jahr 2008 nahm sie eine Juniorprofessur in Osnabrück an, drei Jahre später folgte die Berufung zur Professorin für Biologiedidaktik. Vom 1. Oktober 2016 an war sie nebenberuflich Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung an der Universität Osnabrück und wirkte maßgeblich am Zukunftskonzept „UOS 2020” mit. Seit Oktober 2019 ist sie Präsidentin der Universität Osnabrück. Im November 2022 wurde sie zur Vorsitzenden der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen gewählt. Seit Dezember 2023 ist sie zudem Vizepräsidentin für Hochschulsystem und Organisation der Hochschulrektorenkonferenz.
Matthias Schwarte ist seit März 2012 Kanzler der Universität Münster. Davor leitete er von Juni 2009 bis Februar 2012 das Dezernat für Finanzen und Controlling an der Universität Münster. Der aus Lingen stammende Diplom-Kaufmann hat von 1989 bis 1995 Betriebswirtschaftslehre mit juristischem Schwerpunkt an der Oldenburger Carl von Ossietzky Universität studiert. Bevor Matthias Schwarte zur Universität Münster wechselte, war er unter anderem für „PwC Consulting“ und als Leiter der Abteilung „Public Financial Management“ für IBM Deutschland tätig.