Engagement für das Vergangene
Nach dem Umbau dürfen sich die Besucherinnen und Besucher des Archäologischen Museums der Universität Münster auf eine wahrhaft göttliche Begrüßung freuen. Bacchus, der Gott des Weines und der Ekstase, und Hygieia, die Göttin der Gesundheit, heißen alle Gäste willkommen – wer mag, kann sie als Gipsabgüsse erwerben.
Die Statuetten sind eines der zahlreichen Projekte, für die sich die Gesellschaft zur Förderung des Archäologischen Museums der Universität Münster e. V. (GEFAM) engagiert hat. So hat die GEFAM die Finanzierung der ersten 30 Exemplare übernommen. „Durch die Einnahmen können seitdem regelmäßig neue Abgüsse angefertigt und gleichzeitig die Arbeit des Museums unterstützt werden“, erzählt der Vereinsvorsitzende Dr. Helge Nieswandt, der bis zum März 2025 als Kustos des Museums gearbeitet hat. Er war an der Gründung der GEFAM beteiligt und übernahm den Vorsitz im vergangenen Herbst vom bis dato einzigen Vorsitzenden, Walter Osthues. „Wir wollen dort handeln, wo kleinere Beträge einen Unterschied machen können“, betont Helge Nieswandt.
So übernahm der Verein in den vergangenen Jahren zum Beispiel den Kauf eines Plakataufstellers, einer Münzvitrine oder die Programmieranpassung eines interaktiven Katalogs der Münzsammlung. Zuletzt mobilisierte er Sponsoren für die Einrichtung einer Virtual-Reality-Station, mit der die Museumsgäste antike Städte und Grabungsstätten „hautnah“ erleben können.
Die Vereinsmitglieder pflegen zudem einen regen Austausch untereinander. „Zu unseren Mitgliedern zählt zum Beispiel ein Grafiker, der maßgeblich für die Beschriftungen und das Design des Archäologischen Museums verantwortlich ist“, erläutert Helge Nieswandt. „Manche Mitglieder helfen uns dabei, Großförderer anzusprechen, die wir dringend brauchen, um neue Ausstellungsstücke anzuschaffen oder Werbemittel zu produzieren.“ Studierende zahlen einen vergleichsweise geringen Mitgliedsbeitrag, engagieren sich dafür aber ehrenamtlich im Museum.
Aktuell übernimmt die GEFAM vor allem das Catering bei einer jährlichen Veranstaltung. Mit der „Karl-Lehmann-Hartleben-Vorlesung“ ehrt das Museum in jedem Sommersemester seinen ehemaligen Direktor. Diese neue Veranstaltung stellt sich an die Seite des Winckelmann-Vortrages, der im Dezember an den deutschen Archäologen Johann Joachim Winckelmann erinnert, der die Archäologie als Wissenschaft maßgeblich prägte. „Für uns Archäologinnen und Archäologen ist der Winckelmann-Vortrag eine wichtigere Veranstaltung als Weihnachten und Ostern zusammen“, sagt der Vereinsvorsitzende.
Autor: Tim Zemlicka
Dieser Artikel stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 3, 6. Mai 2026.