Physikerin lädt zu Foto-Reise zum kältesten Ort der Welt ein
„Sonnenschein, blauer Himmel, minus 30 Grad Celsius, Eis und Schnee“: So beschreibt Physik-Doktorandin Berit Schlüter von der Universität Münster den kältesten Ort der Welt, den Sommer in der Antarktis. Dort hat sie für einige Wochen gearbeitet, um bei einer Erweiterung des „IceCube-Neutrino-Observatoriums“ zu helfen. Wie lebt man am Südpol? Wie anstrengend ist die Arbeit im ewigen Eis, und wie vertreibt man sich die Zeit, wenn man gerade nicht arbeiten muss? In einem Vortrag am 16. April gibt Berit Schlüter Einblicke in ihre außergewöhnliche Dienstreise. Auf Basis von vielen Fotos stellt sie ihren Alltag am Südpol vor und skizziert, worum es bei dem Experiment zur Suche nach Neutrinos geht, über das sie ihre Doktorarbeit schreibt. Der Vortrag, zu dem alle Interessierten willkommen sind, beginnt um 18 Uhr im Hörsaal S8 im münsterschen Schloss (Schlossplatz 2). Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Neutrinos gehören zu den rätselhaftesten Teilchen des Universums. Sie sind überall, aber sie reagieren äußerst selten mit Materie, weshalb sie schwer nachzuweisen sind. Mehr als 400 internationale Physikerinnen und Physiker des IceCube-Konsortiums nutzen die Daten des Observatoriums an der Amundsen-Scott-Südpolstation, um den Kosmos mithilfe von Neutrinos zu erforschen. Darunter ist die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Alexander Kappes am Institut für Kernphysik der Universität Münster.
Der riesige „IceCube“-Detektor liegt unter der Eisoberfläche. Er registriert die extrem seltenen Wechselwirkungen der Neutrinos mit dem Eis und füllt ein Volumen von ungefähr einem Kubikkilometer aus. Die tiefsten Messpunkte befinden sich rund zweieinhalb Kilometer unter der Eisoberfläche. Wenn die Neutrinos mit dem Eis wechselwirken, entsteht blaues Licht. Mit optischen Sensoren fängt IceCube dieses Licht ein. Aus den Daten lässt sich beispielsweise rekonstruieren, aus welcher Richtung ein Neutrino kam und wie viel Energie es besaß.