„Deutsche Wildtier Stiftung“ zeichnet Biologin mit Forschungspreis aus
Sie koordinieren nächtliche Beutezüge, tauschen sich über sichere Schlafplätze aus und versuchen, das jeweils andere Geschlecht mit ihren Gesängen zu beeindrucken: Fledermäuse führen ein komplexes Sozialleben – und das vor allem über ihre Stimme. Wie gelingt ihnen das? Sind die Lautäußerungen angeboren oder erlernt, und verändern sie sich im Laufe des Lebens? Das möchte die Verhaltensbiologin Dr. Ahana Aurora Fernandez von der Universität Münster herausfinden. Für ihre Projektidee mit dem Titel „Von der Geburt bis zur Balz: Eine akustische Reise durch das Leben von Hufeisennasen“ hat die „Deutsche Wildtier Stiftung“ sie mit dem mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis ausgezeichnet.
Ahana Fernandez leitet eine Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe am Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie. Ihre Forschungsobjekte sind bisher die neotropische Große Sackflügelfledermaus und das einheimische Große Mausohr, eine streng geschützte Fledermausart, die in Europa weit verbreitet ist und auf der Roten Liste der Säugetiere als „nicht gefährdet“ geführt wird. Mit dem Preisgeld will sie ihre Untersuchungen nun auf die Familie der Hufeisennasen ausweiten. Sowohl die Kleine als auch die Große Hufeisennase stehen in Deutschland unter besonderem Schutz: Die Kleine Hufeisennase wird als „stark gefährdet“ eingestuft, die Große Hufeisennase gilt als „vom Aussterben bedroht“.
Für ihre Arbeit, die auch für den Artenschutz wertvoll ist, kooperiert Ahana Fernandez mit dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV). In zwei Gebäuden des LBV bringen die Fledermäuse ihre Jungtiere zur Welt. Keller und Dachgewölbe der Quartiere sind mit Videosystemen ausgestattet, die Einblicke in diese sogenannten Wochenstuben ermöglichen. Mithilfe von Ultraschallmikrofonen an den Kameras hofft die Biologin nun mehr über die Kommunikation der Hufeisennasen zu erfahren.