
Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert zwei Forschungsverbünde
Die Universität Münster darf sich über die Bewilligung von zwei Großvorhaben freuen. Zum einen richtet die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB)/Transregio in der Medizin ein. Dabei erforschen die münsterschen Wissenschaftler mit Experten der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Universität Dresden „Verlaufsformen affektiver Störungen“. Zum anderen hat der SFB mit dem Titel „Geometrie: Deformationen und Rigidität“ die Gutachter mit seiner Forschungsarbeit während der vergangenen vier Jahre überzeugt – die DFG hat deswegen eine weitere Förderperiode beschlossen. „Dieses Votum ist ein großer Erfolg für die Universität Münster und ein Beleg für die exzellente Arbeit unserer Forscherinnen und Forscher. Ich gratuliere den Sprechern und allen beteiligten Institutionen in Münster und an den anderen Standorten“, sagt Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels. „Die Vorhaben zeigen einmal mehr die Bedeutung mathematischer und medizinischer Grundlagenforschung, um langfristig neue Erkenntnisse zu gewinnen und Innovationen in vielen Anwendungsbereichen voranzutreiben.“
SFB/TRR „Verlaufsformen affektiver Störungen“
Während das Wissen über die Risikofaktoren für den Ausbruch von affektiven Störungen und über neurobiologische Prozesse zunimmt, besteht noch immer eine große Wissenslücke über die Mechanismen und Einflussfaktoren der Krankheitsverläufe, den Rückfällen und Erholungsphasen sowie über die Dauer und die Funktionsverluste. „Diese Lücken wollen wir in den kommenden vier Jahren schließen, indem wir kognitiv-emotionale Mechanismen und neurobiologische Zusammenhänge akuter Symptomveränderungen erfassen und passende Interventionsmöglichkeiten entwickeln“, betont Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski, Direktor des Instituts für Translationale Psychiatrie der Universität Münster und münsterscher Standortkoordinator des neuen Sonderforschungsbereichs. SFB-Sprecher ist Prof. Dr. Tilo Kircher von der Philipps-Universität Marburg.
SFB „Geometrie: Deformationen und Rigidität“
In seiner zweiten Förderphase entwickelt der SFB die Geometrie als eigenständige Disziplin und als Werkzeug für andere mathematische Bereiche weiter. Sprecher des SFB ist Prof. Dr. Eugen Hellmann vom Mathematischen Institut, seine Stellvertreter sind Prof. Dr. Burkhard Wilking und Prof. Dr. Wilhelm Winter.
Hintergrund: Was ein SFB/TRR ist
Der SFB/TRR – eine Programmvariante zum klassischen Sonderforschungsbereich – wird von zwei oder drei Hochschulen gemeinsam beantragt und getragen. Er ermöglicht eine enge Kooperation zwischen diesen Hochschulen und den jeweiligen Forscherinnen und Forschern einschließlich einer gemeinsamen Nutzung der Ressourcen. Die Vorhaben sind auf eine Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegt und werden von der DFG gefördert. Aktuell koordiniert die Universität Münster zehn SFB und SFB/TRR – an vielen weiteren hochschulübergreifenden Programmen sind Wissenschaftler der Universität Münster beteiligt.