Polytechnik-Preis: Chemie-Didaktikerin belegt zweiten Platz
Die Direktorin des Instituts für Didaktik der Chemie der Universität Münster, Prof. Dr. Annette Marohn, hat bei der Verleihung des diesjährigen Polytechnik-Preises den mit 15.000 Euro dotierten zweiten Platz belegt. Sie erhielt die Auszeichnung für ihr Projekt "choice2explore" und "choice2learn". Zum vierten Mal verlieh die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main den mit insgesamt 70.000 Euro dotierten und im deutschsprachigen Raum ausgeschriebenen Polytechnik-Preis für die Didaktik der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT-Fächer).
Beim Unterrichtskonzept "choice2explore" für die Grundschule und "choice2learn" für die Sekundarstufe erforschen Schülerinnen und Schüler alltägliche naturwissenschaftliche Phänomene. Was passiert, wenn eine Aromalampe duftet, eine Brausetablette sprudelt oder wenn man Nudelwasser salzt? Kinder und Jugendliche haben dazu unterschiedliche Vorstellungen, die sie anhand von Versuchen und Gedankenexperimente überprüfen können. Das Besondere an dem Konzept ist, dass Schüler mit sprachlichen oder motorischen Einschränkungen, Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und leistungsstarke Schüler gemeinsam in Kleingruppen lernen. Mit dieser Art der Umsetzung des diesjährigen Themas „Umgang mit Vielfalt in der MINT-Bildung“ begründet die Stiftung die Auszeichnung von Annette Marohn, die demnach ein "herausragendes fachdidaktisches Konzept" umgesetzt habe.
Die WWU ist die bislang einzige Hochschule, die in jeder der vier bisherigen Ausschreibungsrunden des Polytechnik-Preises einen Preisträger stellte. Der Hauptpreis in Höhe von 50.000 Euro ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Susanne Prediger von der Technischen Universität Dortmund. Den mit 5.000 Euro dotierten dritten Preis erhielten Prof. Dr. Björn Risch (Universität Koblenz-Landau) und Dr. Markus Scholz (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).
Über den Polytechnik Preis
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main zeichnet seit 2011 fachdidaktische Wissenschaftler der MINT-Fächer für ihre herausragenden Forschungs- und Entwicklungsleistungen aus. Prämiert werden Lernangebote, die sich mit alltagsrelevanten und zukunftsorientierten Themen beschäftigen und auf pädagogischen Konzepten beruhen. Alle nominierten Projekte sind praktisch erprobt und auf ihre Wirksamkeit hin untersucht worden, sodass sie umgehend in die Frankfurter Schulen und Kindertagesstätten transferiert werden können. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine Auswahlkommission, der unabhängige Experten aus Wissenschaft, Schule und Stiftungswesen angehören.