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Münster (upm/kk)

Ausstellung beleuchtet Bedeutung der Kleinen Fächer

Neues Projekt "WeltWeit.Unverzichtbar" ab Januar 2020 / Förderung über 50.000 Euro
Ausstellungsbeitrag: Ägyptischer Sarkophag-Deckel im Archäologischen Museum der WWU<address>© R. Dylka</address>
Ausstellungsbeitrag: Ägyptischer Sarkophag-Deckel im Archäologischen Museum der WWU
© R. Dylka

Im Rahmen der sogenannten Kleine-Fächer-Wochen an deutschen Hochschulen – eine gemeinsame Initiative von der Hochschulrektorenkonferenz und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung – hat die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) einen Projektantrag mit dem Titel „WeltWeit.Unverzichtbar“ erfolgreich eingereicht. Das Projekt wird ab dem Wintersemester 2019/20 mit 50.000 Euro gefördert und umfasst eine Ausstellung mit einem umfangreichen Begleitprogramm. „Die Ausstellung fokussiert aktuelle gesellschaftliche Themen und zeigt auf, welches Potenzial den an der WWU beheimateten Kleinen Fächern innewohnt, sich solcher Herausforderungen wissenschaftlich fundiert anzunehmen“, erläutert Achim Lichtenberger, Professor für klassische Archäologie und Direktor des Archäologischen Museums der WWU.

Achim Lichtenberger hatte den Antrag gemeinsam mit Prof. Dr. Angelika Lohwasser vom Institut für Ägyptologie und Koptologie initiiert. „Wir setzen uns schon lange für die Kleinen Fächer ein, denn sie müssen sich an den von großen Fächern geprägten Volluniversitäten verstärkt bemerkbar machen, um Forschungsleistungen, aber auch die Studierbarkeit und die zukünftigen Berufsfelder sichtbar werden zu lassen“, betont Angelika Lohwasser.

Zum Projekt

Das Projekt „WeltWeit.Unverzichtbar“ wurde von Vertreterinnen und Vertreter von knapp 20 geistes- und kulturwissenschaftlich orientierten Kleinen Fächern an der WWU erarbeitet. Das Projekt umfasst eine Ausstellung im Archäologischen Museum der Universität, das gegen Ende des Jahres nach einem Umbau wiedereröffnet werden wird. Die Ausstellung startet Anfang Januar und wird acht Wochen lang zu sehen sein.

Dabei wird es vor allem um die Themen Kommunikation – Migration – Nachhaltigkeit gehen. Anschauliche Beiträge bereiten diese Schlagworte publikumswirksam auf und werden mittels unterschiedlicher Medien visualisiert. Spezielle Schülerführungen und Informationsveranstaltungen sowie Gesprächsrunden und Podiumsdiskussionen begleiten die Ausstellung. Beispiele der Ausstellungsbeiträge sind unter anderem „der Übergang von Handschriften zum Druck in der jüdischen Buchkultur“ aus dem Fach Jüdische Studien, „chinesische Auslandsstudenten“ aus dem Fach Sinologie oder „Gestylt für das Jenseits“ aus dem Fach Ägyptologie.

Zum Hintergrund

Die geistes- und kulturwissenschaftlichen Kleinen Fächer der WWU blicken auf eine lange Tradition des interdisziplinären Arbeitens zurück, sei es in den großen Forschungsverbünden wie etwa im Sonderforschungsbereich „Kulturen des Entscheidens“ oder in kleineren Kooperationsprojekten wie zum Beispiel „Die Mumie im Archäologischen Museum der WWU“. Auch in der Lehre sind die kleinen Fächer sehr relevant - Beispiele dafür sind der interdisziplinäre Bachelor-Studiengang „Archäologie-Geschichte-Landschaft“ und der interdisziplinäre Master-Studiengang „Antike Kulturen des östlichen Mittelmeerraumes“.

Doch was ist eigentlich ein Kleines Fach? Warum sind Wissenschaften wie die Ägyptologie, Judaistik, die Archäologien, Kulturanthropologie, Sinologie und viele andere wichtig – für den weltweiten kulturellen Austausch, für die Beschreibung und Analyse von makro- und mikrohistorischen Wendepunkten oder die Beobachtung und das Verstehen von gesellschaftlichen Veränderungen? Die Vertreter dieser Fächer werden in den Kleine-Fächer-Wochen Antworten darauf liefern.

 

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