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Münster (upm)

Universität Potsdam vergibt "Voltaire-Preis" an Milad Karimi

Professor vom Zentrum für Islamische Theologie für Vermittlung zwischen den Kulturen ausgezeichnet
Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi<address>© WWU - Peter Grewer</address>
Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi
© WWU - Peter Grewer

Für seine Vermittlung zwischen den Kulturen hat die Universität Potsdam Ahmad Milad Karimi, Professor für Kalam, islamische Philosophie und Mystik von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU), den "Voltaire-Preis für Toleranz, Völkerverständigung und Respekt vor Differenz" verliehen. "Milad Karimi schafft mit Expertise und Leidenschaft Verständnis für das Andere und greift Kernthemen wie religiöse Praxis, Toleranz und Zeugnis oder Verständnis des Anderen auf", begründete der Vizepräsident der Universität Potsdam, Prof. Dr. Florian Schweigert, die Auszeichnung, die im Rahmen des Neujahrsempfangs der Universität Potsdam am Mittwoch (16. Januar) stattfand. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

"Ich fühle mich geehrt, nehme aber den Preis weder als selbstverständlich an, noch fühle ich mich ihm gewachsen. Deshalb bedeutet mir die Ehrung mehr Auftrag und Verantwortung für die Zukunft als die Würdigung der Vergangenheit", betonte Milad Karimi, der seit 2012 am "Zentrum für Islamische Theologie" der WWU lehrt und forscht. "Toleranz, Völkerverständigung und Respekt sind zentrale Begriffe, Tugenden für eine lebendige und attraktive Mehrheitsgesellschaft von morgen", fügte er hinzu. "Es sind Werte der Freiheit, Wissenschaft und Humanität, die immer wieder mit Leben gefüllt werden müssen, wenn wir uns nicht von Populisten und Fundamentalisten, von Stimmungs- und Panikmachern, von Antisemiten und Islamophoben, von Nationalisten und Diktaturen verführen lassen wollen."

Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam (Mitte), mit Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch, Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert, Voltaire-Preisträger Milad Karimi und der Stifterin des Preises Friede Springer (v.l.n.r.).<address>© Universität Potsdam - Karla Fritze</address>
Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam (Mitte), mit Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch, Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert, Voltaire-Preisträger Milad Karimi und der Stifterin des Preises Friede Springer (v.l.n.r.).
© Universität Potsdam - Karla Fritze
1979 in der afghanischen Hauptstadt Kabul geboren, floh Milad Karimi als Kind mit seiner Familie nach Indien. Später kam er über Russland nach Deutschland. Seine Promotion schloss Milad Karimi im Fach Philosophie über Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Martin Heidegger an der Universität Freiburg ab. Er ist Religionsphilosoph, Islamwissenschaftler, Schriftsteller sowie Verleger und Mitherausgeber einer Zeitschrift für Literatur und Kunst. Neben Gedichtbänden brachte er auch den Koran in neuer deutscher Übersetzung heraus.

Seit 2017 vergibt die Universität Potsdam den Voltaire-Preis einmal im Jahr an eine Wissenschaftlerin oder einen Wissenschaftler, die oder der sich für die Freiheit von Forschung und Lehre sowie für das Recht auf freie Meinungsäußerung einsetzt.

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