Wer sich mit Logik beschäftigt, begegnet ihr meist in Gestalt von Formeln. Logische Zusammenhänge lassen sich jedoch auch durch die räumliche Anordnung von Zeichen, durch Linien und durch die Abgrenzung von Flächen ausdrücken. Damit stellt sich die Frage, welche Rolle Diagramme für die Logik spielen können. Beispielweise könnte gefragt werden, wie sie Schlussfolgerungen ermöglichen, und unter welchen Bedingungen sich mit ihnen ein strenger Beweis führen lässt. Die Beschäftigung mit diagrammatischer Logik berührt somit auch die grundsätzlichere Frage, wie die Form einer Darstellung unser Argumentieren und Verstehen beeinflusst.
Versuche, logische Beziehungen grafisch darzustellen, haben eine lange Geschichte. Bekannt sind insbesondere die Mengendiagramme von Leonhard Euler und John Venn. Charles Sanders Peirce entwickelte mit seinen Existenzgraphen darüber hinaus eine diagrammatische Sprache, in der sich auch komplexere Zusammenhänge ausdrücken und Schlussfolgerungen nach festgelegten Regeln vollziehen lassen. Solche Ansätze geben Anlass, das Verhältnis von Anschauung und logischer Strenge genauer zu untersuchen: Was können wir einem Diagramm entnehmen, und welche Regeln müssen wir dafür bereits kennen?
Der Arbeitskreis möchte einen gemeinsamen Zugang zu diesen Fragen eröffnen. Anhand aktueller Texte und konkreter Beispiele beschäftigen wir uns mit den Grundlagen diagrammatischer Logik und erproben das Darstellen und Beweisen mit Diagrammen. Dabei sollen sowohl die logischen Verfahren als auch ihre philosophischen Voraussetzungen zur Diskussion stehen. Die Auswahl der Texte und die weiteren Schwerpunkte stimmen wir gemeinsam im Arbeitskreis ab.
Voraussetzung für die Teilnahme ist der vorherige Besuch von Logik I. Vorkenntnisse in diagrammatischer Logik sind nicht erforderlich. Der Arbeitskreis wird jeden Freitag von 12-14 Uhr (c.t.) stattfinden.
Das erste Treffen ist am 6. November 2026 von 12-14 Uhr geplant.
Bei Interesse oder Fragen meldet euch gerne per E-Mail: llippen@uni-muenster.de
