Juniorprofessorin Dr. Franziska Jahnke

© Astrid Pawlowitzki

Franziska Jahnke ist Juniorprofessorin am Institut für theoretische Mathematik sowie am Institut für Logik und Grundlagenforschung. Sie forscht auf dem Gebiet Modelltheorie von Körpern. Ihre Arbeit verbindet mathematische Logik mit Anwendungen in der Algebra.

Ein großer Teil ihrer Arbeit beschäftigt sich mit der Shelah-Vermutung über NIP-Körper. Das sind Körper, in denen mittels der Arithmetik kein bipartiter Zufallsgraph beschrieben werden kann. In den letzten Jahren wurden erste kleine Teilerfolge beim Entschlüsseln der Shelah-Vermutung erzielt, unter anderem dank ihrer Arbeit.


Was sind für Sie die schönsten Aspekte daran Mathematikerin zu sein?

Ich liebe es, in die Welt der reinen Mathematik einzutauchen und alles andere hinter mir zu lassen. Wenn ich erst einmal begonnen habe, Einsichten in ein Problem zu entwickeln, packt es mich oft sehr stark – in dieser Phase tiefer Konzentration kann ich fast alles andere um mich herum vergessen.

Es ist aber nicht nur die intellektuelle Herausforderung, Probleme zu lösen, die mich interessiert, sondern auch die sekundären Tugenden des Forscherdaseins: Ich habe auch sehr viel Freude daran, mit der internationalen Modelltheorie-Community zu interagieren, sei es auf Konferenzen oder über Videoanrufe. Besonders gerne tausche ich mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen hier in Münster und in der Ferne aus, von denen viele im Laufe der Zeit zu engen Freunden geworden sind.


Franziska Jahnke, geboren 1985, studierte an der Universität Freiburg Mathematik und promovierte 2013 an der Universität Oxford. Seitdem forscht sie an der Universität Münster, zunächst als akademische Rätin und seit 2017 als Mathrix-Juniorprofessorin.


Was waren bisher die wichtigsten Momente Ihrer Karriere?

Bei vielen verschiedenen Problemen, die ich in den vergangenen Jahren gelöst habe, erinnere ich mich noch genau an den Moment, als ich die entscheidende Idee hatte. Für meine Doktorarbeit kam mir die Hauptidee beim Wandern in den Alpen, für meine aktuelle Arbeit an NIP-Körpern begannen die beiden größten Durchbrüche mit Erkenntnissen, die ich auf einem Spielplatz und im Stall hatte. Auch wenn ich viel arbeite und versuche, meine Gedanken mit Stift und Papier zu ordnen, scheinen die wichtigsten Fortschritte immer in der freien Natur zu geschehen.

Aber gute Ideen zu haben, wie man seine Forschung vorantreiben kann (und Beharrlichkeit, wenn sich lange Zeit nichts vorwärts zu bewegen scheint), ist natürlich nicht alles, was man braucht, um erfolgreich zu sein! Sehr wichtig für mich waren auch die Chancen, die sich mir im Laufe meiner Karriere boten, von den Angeboten für ein Doktorandenstipendium in Oxford über eine Postdoc-Stelle in Münster bis hin zu der Mathrix-Stelle, die ich jetzt innehabe, sowie viele Einladungen, meine Arbeit auf Konferenzen in der ganzen Welt zu präsentieren.