Iiiiihhhhh! Eine Maus in der Bibliothek!
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Wie Sie vielleicht wissen, haben wir eine Maus in der Bibliothek. Diese machte sich zunächst recht nützlich, so unter anderem bei der Insektenvertilgung. Auch aufgrund ihrer Orts- und Bibliothekstreue war sie sehr beliebt und erhielt vorübergehend sogar Bibliotheksasyl. Die gegenseitige Duldung war aber leider nicht von langer Dauer, denn an Neujahr kündigte die Maus (wir waren noch nicht dazu gekommen, ihr einen Namen zu geben) den ungeschriebenen Vertrag auf: Sie löste die zentrale Alarmanlage aus und warf damit neben Polizei und Feuerwehr auch den Sicherheitsbeauftragten der ZB Med aus dem Bett. Es war ihr wohl zu Kopf gestiegen, alleine in der menschenleeren Bibliothek zu sein, sie hatte auf den Tischen unbedingt Polka tanzen müssen. “Nicht mit uns!” empörte sich Dr. Oliver Obst, Leiter der Medizinbibliothek: “Hier ist ein Rubikon überschritten worden. Das bedeutet Krieg!”
Bevor jedoch der Kammerjäger seiner blutigen Pflicht Genüge tut, hat die ZB Med der Maus noch eine letzte Chance geben, mit heilem Fell davonzukommen. In einer Durchsage über die bibliotheksinterne Sprechanlage wurde die Maus mit deutlichen Worten aufgefordert, sich binnen 24 Stunden freiwillig zu stellen.
Sollte die Maus das Ultimatum ungerührt verstreichen lassen, stellen unsere Nutzer die einzige verbliebene Hoffnung auf ein unblutiges Ende dar: Bitte, wenn Sie die Maus sehen, tun Sie ihr Möglichstes, sie zu fangen bzw. aus der Bibliothek zu jagen! Die ZB Med wird Ihnen ewig dankbar sein; der erfolgreiche Jäger erhält den Ehrentitel “Held der ZB Med” und einen Büchergutschein für das überaus lehrreiche Buch Die Pippilothek.

Gleichzeitig werden wir allerdings auch ein paar Lebendfallen aufstellen. (Dies ist keineswegs als Misstrauen gegenüber Ihrem Jagdvermögen zu deuten). Bitte lassen sie diese Fallen unbedingt stehen; da unsere Maus ein recht scheues und zudem nachaktives Tier ist, erwarten wir Fangerfolge erst nach Mitternacht.
Die Duldung der Maus im Rahmen des Bibliotheksasyls ist hiermit rückwirkend zum 1.1.2012 aufgehoben.
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Wie kommt eine Maus überhaupt in eine Bibliothek?
Darauf gibt es natürlich viele Antworten. Die Pippilotheks-Maus war auf der Flucht, die Herforder Schulbibliotheksmaus kommt wegen der Atmosphäre, die Herforder Bibliotheksmaus fiel Kulturstrolchen in die Hände und einige Bibliotheksmäuse sind Opfer von Web-2.0-Fortbildungen geworden. Wir können also nur spekulieren, warum sich Mus musculus ausgerechnet unsere Bibliothek als Refugium ausgewählt hat. Wir nehmen an, dass es sich um eine medizinisch interessierte Vertreterin der Spezies handelt, die auf diesem Wege ihr Landarztexamen nachmachen wollte.
Foto: Wikimedia Commons, Amazon
Tags: Benutzungsordnung, Maus, Zweigbibliothek MedizinVerwandte Beiträge:
Translations:

January 3rd, 2012 at 15:35
hm, wie wäre es mit der installation einer bibliotheks-katze?
so à la dewey readmore books?
January 3rd, 2012 at 22:03
@viola: Hier fehlt mir der “Gefällt mir”-Button
January 4th, 2012 at 09:38
Den “gefällt mir”-Button haben wir entfernt nach Kritik aus Datenschützerkreisen. Man kann aber auf Facebook liken.
January 5th, 2012 at 12:54
Sehr nett und amüsant – aber die Anspielung auf AsylbewerberInnen in Deutschland durch das Amtsdeutsch “Aufhebung der Duldung”, “Bibliotheksasyl” (mit der Folge Tod durch Mausefalle?) bitte ich zu überdenken.
January 5th, 2012 at 19:31
@Viola: Ein schöner Vorschlag!
In Amerika wirds vorgemacht, wann kommen die ersten (erwünschten) Bibliothekshaustiere in die ZB med, Herr Obst?
January 6th, 2012 at 23:01
@Oliver Obst: Wie wäre es mit dieser Lösung?