Archiv der Kategorie: Medizin

„Paper of the Month“ Mai 2018: PD Dr. Astrid Jeibmann aus dem Institut für Neuropathologie

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Mai 2018 wurde PD Dr. Astrid Jeibmann aus dem Institut für Neuropathologie für die Publikation:: Gadolinium-based contrast agents induce gadolinium deposits in cerebral vessel walls, while the neuropil is not affected: an autopsy study in der Zeitschrift Acta Neuropathologica [Volltext] ausgezeichnet.

Kürzlich veröffentlichte Studien konnten zeigen, dass nach mehrmaliger Gabe von Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln im Rahmen der MRT-Bildgebung Gadolinium-Ablagerungen in verschiedenen Bereichen des Gehirns auftraten, am stärksten sichtbar im Nucleus dentatus des Kleinhirns. Auch wenn bisher keine klinischen Korrelate bekannt sind, gibt es eine intensive Debatte, ob diese Ablagerungen schädlich sein können.

Das Ziel der Studie war es, die Gadolinium-Verteilung im Gehirngewebe von Patienten, die mehrfache Injektionen Gadolinium-haltiger Kontrastmittel erhielten, im niedrigen Mikrometerbereich zu untersuchen und mögliche pathologische Gewebeveränderungen durch Gadolinium-Ablagerungen zu untersuchen. Wir konnten mit einer analytischen Methode, die die Untersuchung ortsaufgelöster Elementverteilungen ermöglicht (LA-ICP-MS) Gadolinium-Ablagerungen in den Gefäßwänden kleiner Blutgefäße im Nucleus dentatus bei allen Patienten nachweisen, die Gadolinium-haltige Kontrastmittel erhalten haben, während wir diese in der Kontrollgruppe nicht nachweisen konnten. Es konnten bei keinem der Patienten signifikante pathologischen Veränderungen des Gehirngewebes gefunden werden.

Wir konnten zeigen, dass Gadolinium-Ablagerungen im Gehirn auf die Blutgefäßwände beschränkt sind, das Neuropil nicht betroffen ist und Reaktionen auf zellulärer Ebene nicht nachweisbar sind.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Der ZB Medizin-Jahresbericht 2017 ist online

Der aktuelle Jahresbericht der Zweigbibliothek Medizin ist online. Er enthält detaillierte, statistische Angaben über die Verläufe von Ausleihe, Benutzung, Budget der letzten Jahre sowie Sondermassnahmen und Zielplanungen.

Ein Auszug:
Die Benutzung stieg gegenüber dem Vorjahr auf 196.517 (+3,6%). Damit verzeichnete die Bibliothek das vierte Jahr in Folge steigende Benutzerzahlen.

Bis 2012 lagen die Ausleihzahlen gedruckter Bücher konstant bei 55.000, um ab 2013 kontinuierlich um 3% zu fallen. Eine mögliche Ursache liegt in der rasanten Steigerung der Nutzung elektronischer Bücher, die 2015 – zeitgleich mit der Ausweitung von easystudium – explosionsartig auf über 200.000 Online-Ausleihen anstieg. U.a. werden Pakete von folgenden Verlagen angeboten: de Gruyter, Elsevier, MedStandards, Schattauer, Springer, Thieme, UpToDate. Alle 1,5 Sekunden wird eine Buchseite online gelesen.

2017 wurden 95 Schulungen durchgeführt (+26,7%), das Angebot reicht von Bibliothekseinführungen, Doktorandensprechstunden, Vorlesungen in Blockpraktika, „Hausbesuchen“ bis zu der neuen Veranstaltung „Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten“, die seit Juni 2017 von der Bibliothek zusammen mit dem Institut für Ausbildung und Studienangelegenheiten konzipiert und durchgeführt wird. Insgesamt wurden 1.600 Teilnehmer erreicht (+8,6%).

 

Foto: ZB Medizin

„Paper of the Month“ April 2018: Anke Herrmann aus der Medizinischen Klinik D

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat April 2018 wurde Anke Herrmann aus der Medizinischen Klinik D für die Publikation: WW and C2 domain-containing proteins regulate hepatic cell differentiation and tumorigenesis through the hippo signaling pathway in der Zeitschrift Hepatology [Volltext] ausgezeichnet.

Die Regulation der Zellproliferation und des Organwachstums unterliegt einem komplexen Netzwerk an Signalwegen. Besonders wichtig ist hier der Hippo-Signalweg, der im aktiven Zustand die Zellteilung hemmt und so ein überschießendes Organwachstum verhindert. Wir konnten nun kürzlich die WWC-Proteine als Aktivatoren des Hippo-Signalweges identifizieren. Die genaue Funktion der WWC-Proteine im Organismus war jedoch bislang unbekannt.

Wir konnten zeigen, dass ein Verlust der WWC-Expression in der Leber von Mäusen zu einer deutlichen Organvergrößerung, einer begleitenden Entzündungsreaktion und schließlich zu einer Bildung von Karzinomen führt. Dabei blockiert das Fehlen der WWC-Proteine den Hippo-Signalweg gleich auf mehreren Ebenen und aktiviert so die über den Ko-Transkriptionsfaktoren YAP-gesteuerte Expression von proliferationsfördernden Genen in der Leber.

Wir konnten erstmals die WWC-Proteine als wichtige Schaltermoleküle für die Hippo-Signalweg-abhängige Regulation der Zellproliferation und Karzinombildung in der Leber beschreiben. Unsere Daten können dazu dienen, die Expression der WWC Proteine als neuen prognostischer Faktor für Lebertumore einzusetzen.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Ist Sciebo sicher für Patientendaten?

Frage:
Momentan nutzen wir Sciebo um pseudonymisierte Patientendaten mit unseren externen Kollaborationspartnern auszutauschen. Ist das Maß der Verschlüsselung hoch genug und wird das auch nach Inkrafttreten der neuen EU Verordnung erlaubt sein?

Antwort:
Laut Datenschutz-Grundverordnung ist die Pseudonymisierung eine „Teilverschlüsselung“ und gilt als Sicherheitsvorkehrung im Sinne von Artikel 32. Außerdem wird sie in Artikel 25 explizit als geeignete Maßnahme für „Datenschutz durch Technikgestaltung und datenschutzfreundliche Voreinstellungen“ genannt. Solange die Pseudonymisierung korrekt durchgeführt wird, ist sie also auch demnächst eine ausreichende Sicherheitsmaßnahme. Grundsätzlich empfiehlt Sciebo – wo immer möglich – eine zusätzliche Verschlüsselung der Daten durch den Nutzer (z.B. mit Cryptomator).

Foto: CC z naydeeyah at flickr.com

disco-Ausfall am Do, 24.05.2018

Disco, der zentrale Einstiegspunkt für Ihre Literaturrecherche (eingebunden sind der ULB Katalog, lizenzierte und freie E-Zeitschriften der EZB, DFG-Nationallizenzen und Primo Central), steht wegen eines Updates am Do, 24.05. in der Zeit von 8:30 bis ca. 10:00 Uhr nicht zur Verfügung.

Wir bitten um Verständnis.

 

 

 

ProQuest Academic: 2400 weitere E-Book-Titel zusätzlich verfügbar

Für das Jahr 2018 hat die ULB Münster vier große E-Book-Pakete mit insgesamt ca. 210.000 Titeln im Uni-Netz freigeschaltet (siehe: Über 200.000 E-Book-Titel zusätzlich verfügbar), u.a. die vollständige E-Book-Kollektion von De Gruyter und Partnerverlagen, die Full Collection von  Cambridge University Press und die E-Book-Kollektion von SAGE Knowledge.

Die Kollektion von ProQuest Academic wurde nun um 2425 Bücher aller Disziplinen erweitert – diese Titel unterliegen einem digitalen Rechtemanagement, so dass pro Nutzer nur eine begrenzte Zahl von Seiten kopiert oder ausgedruckt werden kann.

Zur Verfügung stehen diese E-Books  von über 60 Universitätsverlagen wie MIT Press oder Oxford University Press als auch Verlagen wie De Gruyter, Wolters Kluwer Health oder Thieme ausschließlich via disco Katalogplus.

Einige dieser hinzugefügten medizinischen Titel seien hier exemplarisch aufgeführt:

  • Arzimanoglou, Alexis: Pediatric Epilepsy Surgery. 2017
  • Cantrell, Susan A.: Letters from Rising Pharmacy Stars: Advice on Creating and Advancing Your Career in a Changing Profession. 2017
  • Haider, Khawaja Husnain: Stem Cells – from Drug to Drug Discovery. 2017
  • Hosák, Ladislav: Psychiatry and Pedopsychiatry. 2017
  • Zimmermann, Richard: Nuclear Medicine. Radioactivity for Diagnosis and Therapy. 2017
  • Leite, Claudia: Diffusion Weighted and Diffusion Tensor Imaging: A Clinical Guide. 2016
  • Baxter, Alexander: Emergency Imaging. 2013
  • Muenchberger, Heidi: Health and Healing after Traumatic Brain Injury. 2013
  • Shanley, Laura Kaplan: Unassisted Childbirth. 2012
  • The Praeger Handbook of Environmental Health/Edited by Robert H. Friis. 2011
  • Kwabi-Addo, Bernard: Cancer Causes and Controversies. 2011
  • Schenck, David. Healers. Extraordinary Clinicians at Work. 2011
  • Parangi, Sareh: Thyroid Disease. 2010
  • Morin, Pierre: Inside Coma. 2010
  • LeVine, Harry, III: Medical Imaging. 2010
  • McIntosh, Emma: Applied Methods of Cost-Benefit Analysis in Health Care. 2010
  • Room, Robin: Cannabis Policy. Moving beyond stalemate. 2010

Grafik © Proquest

Neue Datenbanken in DBIS

Das Datenbank-Infosystem (DBIS) wurde an der Universitätsbibliothek Regensburg entwickelt. Gegenwärtig nehmen neben der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB) an dem Dienst 326 wissenschaftliche Bibliotheken teil, die ihren Benutzern den Zugang zu Datenbanken über DBIS anbieten. Momentan umfasst das Datenbank-Infosystem 12656 Einträge. Davon sind 5375 Datenbanken frei über das Internet verfügbar.

Die ULB bietet via DBIS 62 Datenbanken für das Fachgebiet Medizin an, darunter u.a. Amboss, Cochrane Library, Journal Citation Reports, PubMed, UpToDate oder Web of Science Core Collection.

Regelmäßig wird DBIS um neue Datenbanken erweitert, so ist nun das

ein Wörterbuch mit Zitaten von Äußerungen, die große wissenschaftliche Entdeckungen ankündigten, verfügbar. Des Weiteren finden sich unter den neu eingepflegten Datenbanken, auf die nur im Uni-Netz zugegriffen werden kann, einige Dictionaries, beispielsweise:

Pocket Oxford German Dictionary (English-German), The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/11923

Pocket Oxford German Dictionary (German-English), The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/11924

Pocket Oxford Irish Dictionary : Irish-English, The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/8174

Pocket Oxford Irish Dictionary: English-Irish, The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/8175

Pocket Oxford Italian Dictionary (English-Italian), The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/7399

Pocket Oxford Italian Dictionary (Italian-English), The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/7398

Pocket Oxford Spanish Dictionary (English-Spanish), The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/11925

Pocket Oxford Spanish Dictionary (Spanish-English), The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/11927

Pocket Oxford-Hachette French Dictionary : English-French, The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/7472

Pocket Oxford-Hachette French Dictionary : French-English, The
URL: www.ulb.uni-muenster.de/dbis/id/7473

„Paper of the Month“ März 2018: Dr. Silke Niemann vom Institut für Medizinische Mikrobiologie

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat März 2018 wurde Dr. Silke Niemann aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie für die Publikation: Panton-Valentine Leukocidin associated with S. aureus osteomyelitis activates platelets via neutrophil secretion products in der Zeitschrift Scientific Reports [Volltext] ausgezeichnet.

Einige Staphylococcus aureus Stämme produzieren das Toxin Panton-Valentine Leukocidin (PVL). Die fortschreitende Globalisierung fördert ihre Verbreitung. PVL wird u.a. mit thrombotischen Komplikationen bei Kindern, die unter einer Osteomyelitis leiden, in Zusammenhang gebracht. Bei einer Thrombose spielt die Plättchenaktiverung eine ganz bedeutende Rolle. Aber die Mechanismen, über die PVL die Thrombosenentstehung fördert, sind noch unbekannt.

Es konnte gezeigt werden, dass PVL keinen direkten Einfluss auf die Blutplättchen hat, aber den Zelltod in Granulozyten (PMN) induziert. Dabei werden Abwehrwaffen wie die Defensine, hypochlorige Säure (HOCl), und HOCl-modifizierte Proteine freigesetzt, die dann die Plättchen aktivieren. Dies kann dann zur Thrombose führen. Vermutlich ist dieser Mechanismus auch auf andere Toxine, die PMN angreifen, übertragbar. Die Schädigung der PMN durch PVL konnte durch anti-PVL-Antikörper blockiert werden. Dies erklärt, warum Patienten mit geringem Antikörper-Titer ein erhöhtes Risiko für Thrombosen haben. Defensin-Inhibitoren, Glutathion und Resveratrol, welche die Plättchenaktivierung durch HOCl-modifizierte Proteine hemmen, konnten die Plättchenaktivierung in Gegenwart von PVL-geschädigten PMN verhindern.

Es konnte ein Zusammenhang zwischen Thromboseentstehung und PVL aufgezeigt werden und es wurde ein neuer Mechanismus beschrieben, der auch auf andere Toxine übertragbar ist. Die Beobachtungen liefern Denkanstöße für neue Ansätze zur Behandlung/ Vorbeugung von thrombotischen Komplikationen in Zusammenhang mit PVL-positiven S. aureus.

 

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Foto: MFM/Christian Albiker

„Paper of the Month“ Februar 2018: Prof. Wolfgang Linke vom Institut für Physiologie II

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Februar 2018 wurde Prof. Wolfgang Linke, Direktor des Instituts für Physiologie II -Vegetative Physiologie- für die Publikation: Protein phosphatase 5 regulates titin phosphorylation and function at a sarcomere-associated mechanosensor complex in cardiomyocytes in der Zeitschrift Nature Communications [Volltext] ausgezeichnet.

Immer mehr Patienten leiden an Herzinsuffizienz, bei der sich Herzmuskelstruktur und -funktion verändern, auch in den kontraktilen Sarkomeren der Herzmuskelzellen. Im Sarkomer hat das Riesenprotein Titin die Funktion einer mechanischen Feder. Werden die Sarkomere beim Bluteinstrom (Diastole) gedehnt, extendiert die Titinfeder und entwickelt eine Kraft. In kranken Herzen versteift die Titinfeder, was zu diastolischer Herzinsuffizienz führen kann.

Erstmals wird beschrieben, dass ein Enzym namens PP5 die Titinfeder versteift. Die Phosphatase PP5 spaltet Phosphatgruppen vom Titin ab (Dephosphorylierung) und wirkt als Gegenspieler von Kinasen, die die Titinfeder phosphorylieren. PP5 dockt an eine herzspezifische Stelle der Titinfeder an. Deren Dephosphorylierung vermindert die Dehnbarkeit des Titins und damit der Herzmuskelzellen; das Herz versteift. PP5 kehrt so eine erhöhte Titin-Dehnbarkeit nach Phosphorylierung der gleichen Stelle um. Gleichzeitig schaltet PP5 einen für das Herzwachstum wichtigen Sensormechanismus am Titin ab, der durch Kinasen der MAPK-Familie eingeschaltet wird. In Patientenherzen ist zu viel PP5 vorhanden und die Titinfeder wird zu stark dephosphoryliert. Dies kann die Versteifung insuffizienter Herzen erklären.

Die neuen Erkenntnisse könnten in Zukunft Patienten mit diastolischer Herzinsuffizienz helfen, wenn die pathologische Versteifung der kardialen Titinfeder und damit der Herzwände mittels medikamentöser Blockade von PP5 umgekehrt wird. Solche Substanzen sind verfügbar und werden derzeit von Prof. Linkes Team in internationalen Konsortien erforscht.

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Foto: MFM/Christian Albiker

„Paper of the Month“ Januar 2018: Sarah Guttmann aus der Medizinischen Klinik B

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Januar 2018 wurde Sarah Guttmann, MSc, aus der Medizinischen Klinik B für Gastroenterologie und Hepatologie für die Publikation Organic cation transporter 3 mediates cisplatin and copper cross-resistance in hepatoma cells in der Zeitschrift Oncotarget [Volltext] ausgezeichnet.

Cisplatin ist ein breit eingesetztes Zytostatikum. Mit Cisplatin behandelte Patienten bilden häufig eine Resistenz aus, was ein Therapieversagen zur Folge hat. Die Resistenzbildung wurde mit einer Überexpression des Kupfertransporters ATP7B in Zusammenhang gebracht, wodurch ein erhöhter Export von Cisplatin aus der Zelle prognostiziert wird. ATP7B wird vorwiegend in der Leber exprimiert und eine Funktionsstörung verursacht Morbus Wilson. […]

Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ATP7B nicht an der Ausbildung einer Cisplatin Resistenz in Hepatozyten involviert ist. OCT3 ist an der Aufnahme von Cisplatin und Kupfer beteiligt. Die OCT3 Expression könnte zur Unterstützung der Prognose und der Intensivierung der Cisplatin Therapie herangezogen werden.

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Foto: MFM/Christian Albiker

Studie aus Japan: UpToDate reduziert medizinische Fehlentscheidungen

UpToDate als Ressource zur Unterstützung klinischer Entscheidungen zeigt Auswirkungen bei der Reduzierung von medizinischen Fehlern, immerhin die dritthöchste Ursache für US-Todesfälle.

Eine japanische Studie, die im International Journal of Medical Informatics veröffentlicht wurde, zeigt eine signifikante Verbindung zwischen der Verwendung von UpToDate Clinical Decision Support (CDS) und reduzierten Diagnosefehlern. Ärzte, die UpToDate verwendeten, wiesen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne UpToDate eine signifikant niedrigere Rate von Diagnosefehlern auf (2 Prozent gegenüber 24 Prozent). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die „UpToDate-Nutzung signifikant mit der Reduzierung von Diagnosefehlern verbunden ist“.

Die neue Studie verdeutlicht den Einfluss dieser Ressource zur Entscheidungsunterstützung bei der Verringerung der Variabilität in der Versorgung, der Erhöhung der Patientensicherheit und der Verbesserung der klinischen Wirksamkeit. Die Studie erscheint, nachdem Forscher der Johns Hopkins University bereits 2016 in einer Studie zu dem Schluß kamen, dass medizinische Fehler die dritthäufigste Ursache von Todesfällen in den USA sind. [1]

In der neuen Studie hat das Team von Drs. Taro Shimizu, Takaaki Nemoto und Yasuharu Tokuda zu evaluieren versucht, wie computergestützte Systeme helfen können, Diagnosefehler zu vermeiden oder zu reduzieren. Sie führten die Studie in der Ambulanz des Tokyo Joto Hospital, einem kommunalen Krankenhaus in Tokio, Japan, durch.

„Diagnosefehler sind üblich. Eine von 10 Diagnosen ist falsch und einer von drei Patienten hat einen Diagnosefehler erlebt. Diagnosefehler stellen den größten Anteil an Behandlungsfehlern mit dem höchsten Anteil an Gesamtausgaben in den Vereinigten Staaten dar“, kommentiert Peter Bonis, MD, Chief Medical Officer, Clinical Effectiveness, von Wolters Kluwer, dem Anbieter von UpToDate. Die neue Studie zeigt, dass Wissensressourcen wie UpToDate einen nicht unwesentlichen Unterschied machen, wenn es darum geht, Ärzten bei der Diagnose zu helfen.

Die Studie „Effectiveness of a clinical knowledge support system for reducing diagnostic errors in outpatient care in Japan: A retrospective study“ wurde in der Januar-Ausgabe 2018 des International Journal of Medical Informatics publiziert.

[1] Makary Martin A, Daniel Michael (2016): Medical error—the third leading cause of death in the US. British Medical Journal. 353: i2139

UpToDate ist eine tagesaktuelle klinische Reviews-Datenbank.

Zugang per Web, App und Offline
Sie können unter http://www.uptodate.com/online im Hochschulnetz der Universität Münster direkt auf UpToDate zugreifen. Der mobile Zugang ist via Android- und iPhone-Apps möglich. Die dafür nötige UpToDate-Anywhere-Version hat die ZB Med ebenfalls erworben. Ist man registriert und hat die obige App auf seinem Smartphone oder Tablet installiert (Anleitung hier), dann kann man unter dem Menüpunkt „Offline-Inhalte“ alle Reviews (Themen) mit oder ohne Grafiken für die Offline-Nutzung herunterladen.

„Paper of the Month“ Dezember 2017: Prof. Jürgen Klingauf vom Institut für Medizinische Physik und Biophysik

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt  eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Dezember 2017 wurde Prof. Jürgen Klingauf, Direktor des Instituts für Medizinische Physik und Biophysik für die Publikation VGLUT1 functions as a glutamate/proton exchanger with chloride channel activity in hippocampal glutamatergic synapses in der Zeitschrift Nature Communications [Volltext] ausgezeichnet.

Während der synaptischen Übertragung werden verschmolzene synaptische Vesikel durch Endocytose recycliert und für eine erneute Verwendung mit Transmitter beladen. Die Beladung der Vesikel mit Glutamat erfolgt durch vesikuläre Glutamattransporter (VGLUTs). Verlust von VGLUT unterbindet die glutamaterge Neurotransmission und führt zu schweren kognitiven Fehlleistungen und Letalität. Eine Modulation der VGLUT-Aktivität wird bei der Pathophysiologie mehrerer neurologischer Krankheiten impliziert (Schizophrenie, Alzheimer, Parkinson und Epilepsie).

Wir zeigen durch Mikroskopie mit pH- und Chlorid-sensitiven Fluoreszenzsonden in lebenden kultivierten Nervenzellen von Wildtyp- und VGLUT-defizienten Mäusen, dass VGLUT ein Glutamat/Protonen Austauscher mit assoziierter Chloridleitfähigkeit ist. Nach der Endocytose kann so das meiste aufgenommene Cl- durch Glutamat ersetzt werden, ohne daß sich die elektrische Vesikelmembranspannung oder die Osmolarität ändern. Dieser Austausch wird durch den Cl—Gradienten selbst sowie durch den Protonengradienten angetrieben, den die vakuoläre Protonenpumpe erzeugt. Unsere Ergebnisse erhellen den Transportmechanismus von Glutamat unter physiologischen Bedingungen und zeigen, wie Änderungen von intrazellulärem Cl- und pH den Glutamattransport und damit die synaptische Übertragungsstärke modulieren können.

Es wird kontrovers diskutiert, ob die VGLUT-Aktivität in vivo die synaptische Übertragung modulieren kann. Der von uns gezeigte Glutamat/Cl- Austausch ist ein bedeutender Mechanismus dafür. Die pathophysiologischen Bedingungen, die zu Änderungen des intra- und extrazellulären Cl- führen, müssen nun untersucht werden, um zu klären, ob die glutamaterge Übertragung und synaptische Plastizität tatsächlich auf diese Weise moduliert werden.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker