Kategoriearchiv: Humanmedizin

Herzlich Willkommen, liebes Urbani- und Lundeen-Semester, liebe Studierende der Hebammenwissenschaft!

Wir sind die Medizin-Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Münster (ULB)!

Wir freuen uns, Sie beim Start Ihres Studiums unterstützen zu können. Die Medizin-Bibliothek bietet Ihnen eine umfangreiche Sammlung an Fachliteratur und zahlreiche digitale Ressourcen. Um Ihre Recherche zu erleichtern und Ihnen den bestmöglichen Zugang zu unseren Angeboten zu ermöglichen, beachten Sie bitte folgende Informationen:

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Auf der Rückseite Ihrer Studierendenkarte finden Sie Ihre persönliche ULB-Benutzernummer, sowohl im Klartext als auch als Barcode. Sie aktivieren die Bibliotheksfunktion der Karte ganz einfach über die Online-Aktivierung: Loggen Sie sich mit Ihrer Uni-Kennung ein und geben Sie Ihre ULB-Benutzernummer ein. Nach dem Absenden der Daten ist Ihre Karte automatisch für die ULB aktiviert und Sie können unsere Ressourcen nutzen.

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Ihre Uni-Kennung ist Ihr Schlüssel zu Ihrem Bibliothekskonto. Sie benötigen diese Kennung für Bestellungen im KatalogPlus oder für Verlängerungen Ihrer Ausleihen.

Kontakt und Ansprechpersonen

Bei Fragen zur Nutzung der Medizin-Bibliothek steht Ihnen das Team der Medizin-Bibliothek gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns per E-Mail unter info.medibib@uni-muenster.de oder telefonisch unter +49 (0)251 83-58561 oder persönlich an der Leihstelle: Montag – Freitag von 8-16 Uhr (weitere Öffnungszeiten in dieser Übersicht).
Wichtige Informationen für Sie als Erstsemester finden Sie hier.

Wir wünschen Ihnen einen guten Studienbeginn!

Kohorten-Paten

Carlo Urbani (1956-2003)

Carlo Urbani war ein italienischer Arzt und hat die hoch ansteckende Krankheit SARS (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) erkannt und klassifiziert.

Er forschte über Malaria und medizinische Parasitologie und galt als Experte für Parasitäre Krankheiten bei Schulkindern. Zudem war er engagiert bei der italienischen Abteilung der Ärzte ohne Grenzen, deren Präsident er einige Jahre später wurde. Er war eines der Mitglieder, die 1999 den Friedensnobelpreis im Namen der Organisation entgegennahmen.

Urbani behandelte 2003 einen amerikanischen Geschäftsmann, der an einer schweren vermeintlichen Grippe erkrankt war. Urbani erkannte eine neue und hoch ansteckende Krankheit, informierte umgehend die WHO, und gilt daher als der wahrscheinlich erste, der die Atemwegserkrankung schweres akutes Atemwegssyndrom (SARS) erkannte und klassifizierte. Im März erkrankte Urbani selbst an SARS und starb kurze Zeit später an den Folgen der Infektion.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Carlo_Urbani 

Harry C. Lundeen (1924-2009)

Harry C. Lundeen war Professor für Zahnmedizin an mehreren amerikanischen Universitäten (University of Florida, University of Oregon, University of Kentucky). Lundeen ist international bekannt für seine Forschung über die Funktion der Zähne beim Kauen und Sprechen.

Er hielt Vorträge in den gesamten USA, in Europa, Südamerika und Japan und veröffentlichte über 50 Publikationen. Zu den neuesten gehörten „How People Use Their Teeth“ und ein Text-/DVD-Werk mit dem Titel „The Function of Teeth“ im Jahr 2005.

Ding des Monats: iPad – Medizinwissen, das in deine Tasche passt

Seit dem 17. August 2010 leiht die Medizin-Bibliothek (damals noch Zweigbibliothek Medizin iPads aus!

Folgender Text wurde damals auf unserer Webseite veröffentlicht:

„Tablet-PCs eignen sich hervorragend für die Informationsversorgung in Forschung, Lehre und Krankenversorgung, konnten sich bisher aber nie richtig durchsetzen. Seitdem der iPad von Apple verfügbar ist, scheint sich dies geändert zu haben. Diese Hightech-Flunder schickt sich an, die „Wissensmaschine der Zukunft“ zu werden“…

Die Ausleihe hat sich seitdem sehr geändert: während in den Anfangszeiten die Anzahl der iPads nur ausreichte, um Studierenden der Humanmedizin die Vorklinik zu erleichtern (in einigen Semestern musste sogar gelost werden!), ist die Anzahl mittlerweile ausreichend, um die Ausleihe für Studierende der Humanmedizin über das Physikum hinaus in die Klinik zu verlängern. Studierende der Zahnmedizin bekommen dann ein Gerät über die Zahnklinik. Seit 2022 können auch die Studierenden der Hebammenwissenschaft ein Gerät ausleihen.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt?

Für eine Ausleih-Anfrage schreiben Sie bitte eine E-Mail an tablet.medibib@uni-muenster.de und senden Sie Ihre aktuelle Immatrikulationsbescheinigung mit.

Teilen Sie auch Ihren Kohorten-Namen mit. Studierende der Hebammenwissenschaft nennen bitte das Jahr des Studienbeginns. Die Leih-iPads können semesterübergreifend ausgeliehen werden.

Die Ausleihe eines iPads kann für Studierende der Human- und Zahnmedizin und Hebammenwissenschaft angeboten werden, die kein eigenes Tablet besitzen.

Informationen zu den von uns zur Verfügung gestellten Lizenzen und Apps finden Sie in unserem Wiki unter „Tablet-Ausleihe und Lizenzen“.

Die passenden Apple Pencils zur jeweiligen iPad-Generation haben wir in der Kurzausleihe der Bibliothek der Dinge. Bitte beachten Sie hierbei, dass die Ausleihe eines Apple Pencils unabhängig von der Ausleihe eines iPads erfolgt und zum Austesten gedacht ist. Ein Pencil hat daher üblicherweise eine Ausleihfrist von 14 Tagen (+ Möglichkeit der Verlängerung).

Das „Paper of the Month“ 08/2026 geht an: Mathis Richter und Oliver Söhnlein aus dem Institut für Experimentelle Pathologie

Für den Monat August 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an:

 

Mathis Richter und Prof. Oliver Söhnlein aus dem Institut für Experimentelle Pathologie:

Depth of neutrophil mobilization stratifies survival in ST-elevation myocardial infarction.
Richter, M; von Göwels, J; (…); Soehnlein, O
AUG 2026 | NAT CARDIOVASC RES 5(8), 693-704. [Volltext]

Neutrophile galten lange als einheitliche Population endgültig ausdifferenzierter Zellen. Zunehmend zeigt sich jedoch, dass sie funktionell heterogen und bei Entzündungsreaktionen schnell mobilisierbar sind. Ob bei akuten kardiovaskulären Ereignissen wie dem ST-Hebungsinfarkt unterschiedliche Reifungsstadien der Neutrophilen mobilisiert werden und ob dies mit dem Krankheitsverlauf zusammenhängt, war bislang kaum untersucht.
Wir zeigen, dass unreife Neutrophile, darunter CD16low/CD10neg-Präneutrophile (preNeus) – die letzte mitotische Vorläuferzelle der Neutrophilen – bei Patientinnen und Patienten mit ST-Hebungsinfarkt, Herzinsuffizienz und Schlaganfall ins Blut mobilisiert werden, wobei die Reaktion beim Herzinfarkt am stärksten ausgeprägt war. Diese Mobilisierung geht mit einem koordinierten Zytokinmuster im Plasma einher. PreNeus lassen sich im Klinikalltag als unreife Granulozyten im Rahmen des Routine-Blutbilds nachweisen und sagten die 30-Tage-Mortalität in zwei unabhängigen Kohorten besser vorher als etablierte Biomarker. Auch nach Berücksichtigung bekannter Risikofaktoren blieb dieser Zusammenhang mit dem Überleben bestehen.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein einfacher, routinemäßig verfügbarer Blutparameter helfen könnte, Hochrisikopatienten mit ST-Hebungsinfarkt bereits bei Krankenhausaufnahme zu identifizieren und so frühere, gezieltere klinische Entscheidungen zu unterstützen.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

echopilot – Guter Start, sichere Landung.

echopilot ist eine Lern- und Nachschlage-App für den Einstieg in die Echokardiographie.

Die App zeigt für jeden der Standardblicke, wo die Schnittebene im Brustkorb liegt, wie der Schallkopf dafür steht und was im Bild zu sehen sein wird. Dabei helfen Texte, 3D-Animationen und markierte Videoloops. Für die Auswertung stehen Normwerte und Definitionen, Flowcharts sowie eine Datenbank mit Herzklappenprothesen zur Verfügung.

 

Entstanden ist die App aus den Erfahrungen im Echokardiographielabor des UKM: Prof. Dr. Stefan Orwat und Dr. Robert Radke arbeiten hier regelmäßig ihre Weiterbildungsassistent*innen, aber auch externe Kolleg*innen in die Echokardiographie ein. Genauso finden hier die Echokurse für die Studierenden statt.

echopilot ist kostenlos, es ist keine Registrierung notwendig. Die App ist für iPhones und iPads und kann auch im App Store gefunden werden: https://echopilot.app

Text, Grafik © Dr. Robert Radke

Das „Paper of the Month“ 7/2026 geht an: Christiane Engelbertz aus der Kardiologie I und Jeanette Köppe aus dem IBKF

Für den Monat Juli 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an:

Dr. Christiane Engelbertz aus der Klinik für Kardiologie I und Dr. Jeanette Köppe aus dem Institut für Biometrie und Klinische Forschung:

Direct Oral Anticoagulants Versus Phenprocoumon: Mortality, Thromboembolism and Major Hemorrhage. A Systematic Review and Meta-Analysis of Routine Data Studies
Engelbertz, C; Reinecke, H; Köppe, J
Jul 2026 | Dtsch Arztebl Int. 23(14): 377-384. [Volltext]

Patienten mit Vorhofflimmern erhalten zur Prophylaxe von thromboembolischen Ereignissen eine Antikoagulation. Hierfür werden vorwiegend die nicht-Vitamin K-abhängigen oralen Antikoagulanzien (NOAK) eingesetzt, die in den Zulassungsstudien im Vergleich zu dem Vitamin K-Antagonisten (VKA) Warfarin besser abschnitten. Die Wirksamkeit und Sicherheit der NOAK im Vergleich zu dem in Deutschland eingesetzten VKA Phenprocoumon wurde nicht untersucht.
Sieben Real-World-Studien (Daten von deutschen Krankenkassen) mit insgesamt über 1,8 Millionen Patientinnen und Patienten, die bei Einschluss antikoagulations-naive waren, wurden in der Meta-Analyse zusammengefasst. Die Patientinnen und Patienten erhielten entweder eines der vier NOAK oder Phenprocoumon. Die Endpunkte Gesamtmortalität, thromboembolische Ereignisse sowie schwere Blutungen wurden für alle NOAK zusammen sowie für die einzelnen NOAK (Apixaban, Dabigatran, Edoxaban und Rivaroxaban) gegenüber Phenprocoumon analysiert. Es zeigte sich ein signifikant höheres Risiko für Gesamtmortalität sowie für thromboembolische Ereignisse für die gepoolte Analyse für alle NOAK im Vergleich zu Phenprocoumon sowie ein Trend für fast alle individuellen NOAK, jedoch ein geringeres Risiko für schwere Blutungen.
Die Studie unterstreicht, dass der bevorzugte Einsatz von NOAK gegenüber Phenprocoumon kritisch hinterfragt werden sollte. Während das reduzierte Risiko für schwere Blutungen einen klinisch-relevanten Vorteil darstellt, muss dieser Nutzen sorgfältig gegen das erhöhte Mortalitätsrisiko und das erhöhte thromboembolische Risiko abgewogen werden.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Das „Paper of the Month“ 06/2026 geht an: Michael Oertel und Hans Theodor Eich aus der Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie

Für den Monat Juni 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an:

Priv.-Doz. Dr. Michael Oertel und Prof. Hans Theodor Eich aus der Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie

Radiotherapy for indolent primary cutaneous B-cell lymphoma: an international multicenter ILROG analysis
Oertel, M; Dabaja, B; (…); Eich, HT
JUN 2026 | BLOOD 147(25): 3051-3060. [Volltext]

Die Strahlentherapie ist eine etablierte Behandlungsform für niedrigmaligne primär kutane B-Zell-Lymphome. Die Empfehlungen zu ihrer Anwendung variieren international, was die vorgestellte Analyse initiierte. Das Hauptziel bestand darin, den Stellenwert der Strahlentherapie bei Patienten mit diesen Lymphomen in einer großen multizentrischen Analyse zu bewerten, insbesondere im Hinblick auf Niedrigdosiskonzepte.
Es wurden 535 Patienten in die Studie eingeschlossen, die an 22 internationalen Zentren innerhalb der International Lymphoma Radiation Oncology Group (ILROG) behandelt wurden. Hierbei zeigte sich die eingesetzte Strahlendosis als signifikanter Prädiktor der lokalen Kontrolle ohne Einfluss auf das Gesamtüberleben. Auch hatte die verwendete Strahlendosis keinen signifikanten Einfluss auf die Gesamt- und Komplettansprechraten. Schon eine Niedrigdosisbestrahlung von nur zwei Sitzungen (4 Gray) war mit einer Ansprechrate von 90 Prozent verbunden, mit einem kompletten Ansprechen bei 84 Prozent der Patienten. Die beobachteten Nebenwirkungen der Therapie waren meist geringgradig und auf die Haut limitiert (v.a. vorübergehende Hautrötung).
Diese Analyse umfasst die größte Patientenserie mit primärem kutanem B-Zell-Lymphom im Frühstadium, die mittels Strahlentherapie behandelt wurden. Sie unterstreicht das Potenzial der Radiotherapie hinsichtlich einer langfristigen Tumorkontrolle. Auch Niedrigdosiskonzepte bieten eine hohe Ansprechrate.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Das „Paper of the Month“ (03/2026) geht an: Dominik Koesling und Claudia Bozzaro aus dem Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin

Für den Monat März 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dominik Koesling und Prof. Claudia Bozzaro aus dem Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin: Chronic pain and unrecognized grief: epistemic barriers to personal and social recognition . Med Health Care and Philos 29, 371–382 (2026): [Volltext]

Betroffene von chronischen Schmerzen erleben im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung vielfältige Verlusterfahrungen – vom Arbeitsplatz über soziale Beziehungen bis hin zu Lebensplänen. Die mit derartigen Verlusterfahrungen einhergehende Trauer wird in der Behandlung chronischer Schmerzpatientinnen und -patienten bislang nur unzureichend berücksichtigt.

Gegenstand der Untersuchung ist die komplexe Verbindung von Trauerprozessen und chronischen Schmerzen. In der Analyse wurden vier epistemische Barrieren identifiziert, welche das Erkennen von Trauer bei chronischen Schmerzen behindern. Einige dieser Barrieren betreffen gängige Annahmen darüber, was typische Fälle von Trauer und Schmerz sind. Die getroffenen Annahmen erweisen sich als einseitig und unterschätzen die Komplexität dieser Erfahrungen. Darüber hinaus bestehen weitere Barrieren aufgrund falscher Vorstellungen über die zeitlichen Verläufe von Trauer und chronischen Schmerzen. Zudem ist die fehlerhafte Einordnung von Trauer bei chronischen Schmerzen als Depression zu nennen.

Um die Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern, kann es hilfreich sein, ihre Trauer anzuerkennen und als solche zu adressieren. Aus diesem Grund wird empfohlen, chronisch Schmerzkranken angemessene psychologische Unterstützung anzubieten, die auch auf ihre Trauerbedürfnisse ausgerichtet ist.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Das „Paper of the Month“ 02/2026 geht an: Frank Erhard Uschner und Jonel Trebicka von der Medizinischen Klinik B

Für den Monat Febraur 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Frank Erhard Uschner und Jonel Trebicka von der Medizinischen Klinik B: Safety, pharmacokinetics, and preliminary efficacy of VS-01, an intraperitoneal liposomal infusion, in patients with decompensated liver cirrhosis, ascites, and covert hepatic encephalopathy: a phase 1b, first-in-human, open-label, non-randomised, single ascending and multiple dose study . Apr 2026 | Lancet Gastroenterology & Hepatology 11(4):299-313: [Volltext]

Komplikationen der Leberzirrhose können zu einem akut-auf-chronischen Leberversagen (ACLF) führen, das mit einer hohen Mortalität einhergeht. Bislang existieren keine zugelassenen Therapien, die das ACLF ursächlich behandeln. Die einzige kurative Option für betroffene Patienten ist – insbesondere vor dem Hintergrund des bestehenden Organmangels – die Lebertransplantation.

Diese Phase 1b-First-in-Human-Studie zeigt, dass die intraperitoneale Anwendung von VS-01 bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose, Aszites und coverter hepatischer Enzephalopathie sicher und gut verträglich ist. Zudem ist dies die erste Studie, in der eine intraperitoneale Arzneimittelapplikation bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose untersucht wurde. Unsere Daten bestätigen, dass intraperitoneal verabreichte Liposomen die Ammoniak-Clearance (zur Therapie der hepatischen Enzephalopathie) verbessern und Blutmetabolite, die mit dem ACLF assoziiert sind, reduzieren können.

Diese Studie liefert eine Grundlage für die weitere Untersuchung Liposomen-basierter Therapien zur intraperitonealen Anwendung in kritisch kranken Patienten mit Leberzirrhose und akut-auf-chronischem Leberversagen.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Das „Paper of the Month“ (01/2026) geht an: André Schreiber und Stephan Ludwig aus dem Institut für Virologie

Für den Monat Januar 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dr. André Schreiber und Prof. Stephan Ludwig aus dem Institut für Virologie: Inhibitors of cellular RSK isoforms exhibit anti-SARS-CoV-2 activity, enhance efficacy of direct-acting antivirals, and suppress emergence of resistance . Jan 2026 | DRUG RESISTANCE UPDATE Epub 85:101357: [Volltext]

Die Kinase RSK wird durch die zelluläre Raf/MEK/ERK Kinase-Kaskade aktiviert, welche eine entscheidende Rolle bei der Internalisierung von SARS-CoV-2-Erregern in Wirtszellen spielt. Die Hemmung der zentralen Kinase MEK1/2 führte zu einer Verringerung der Infektionsrate und zeigte synergistische Effekte in Kombination mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten. Zudem war die Ausprägung von viralen Resistenzen stark verringert.

Die Studie zeigt, dass die RSK Isoformen RSK1 und RSK3 die SARS-CoV-2 Replikation fördern, während Isoform RSK2 antiviral wirkt. RSK-Inhibitoren wie BI-D1870 und BRD 7389 reduzieren die Virusreplikation in Zellen bereits als Monotherapie und entfalten starke Synergien in Kombination mit den direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen Remdesivir (RDV) und Nirmatrelvir (NTV). Langzeitbehandlungen mit RSK-Inhibitoren führten im Gegensatz zu RDV und NTV zu keiner Resistenzselektion. Die Kombination BRD 7389/NTV senkte ebenfalls das Resistenzrisiko. Zudem konnten RDV- oder NTV-resistente Varianten durch synergistische Kombinationen aus RSK-Inhibitoren und DAAs erneut wirksam gehemmt und bestehende Resistenzen überwunden werden.

Die Studie zeigt erstmals, dass synergistische Kombinationen aus virusgerichteten und zellulären Inhibitoren sowohl das Risiko der Resistenzselektion senken als auch die Wirksamkeit antiviraler Therapien gegen resistente Varianten verbessern – ein wichtiger Schritt hin zu neuen Behandlungsansätzen.

Förderung:
Die vorliegende Publikation wurde unter anderem durch das Förderinstrument IMF der Medizinischen Fakultät Münster (Projekte: I-SC122105, I- SC212302, Projektleiter: André Schreiber) finanziell gefördert. Details zu weiteren, externen Förderern sind in der Publikation aufgeführt.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Wenn das Immunsystem überreagiert: Was bei Allergien im Körper passiert

In der jüngsten Folge von Risiko und Nebenwirkung, dem Podcast der Uniklinik Münster (UKM), dreht sich alles um Risiken, Auslöser, Prävention und moderne Therapien von Allergien. Diese sind mehr als Heuschnupfen im Frühling: Sie können plötzlich auftreten, den Alltag massiv beeinflussen – und in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich werden.

Gemeinsam klären wir, was genau im Körper passiert, wenn das Immunsystem überreagiert, ob man auch im Erwachsenenalter noch neue Allergien entwickeln kann und welche Rolle die Vererbung spielt.

Dr. Mathias Sulk, Leiter des Allergiezentrums NordWest am UKM, erklärt uns außerdem, wann man Allergie-Symptome abklären lassen muss, welche Diagnose- und Therapiemöglichkeiten es gibt und wie Betroffene ihren Alltag ohne Beschwerden gestalten können.

Wir stellen uns die Frage, warum schon Kinder Allergien entwickeln können und ob man das überhaupt verhindern kann. Ist Stillen immer noch die beste Prävention? Und warum könnte es für unser Immunsystem gesund sein, wenn wir auf dem Bauernhof aufwachsen? Fragen, die wir mit Dr. Mathias Sulk klären.

Weitere Infos:

Text, Grafik © UKM

Springer Medizin Podcast: Die vier Säulen der Migränetherapie

Trotz effektiver Therapieoptionen bei Migräne werden viele Patientinnen und Patienten nicht leitliniengerecht behandelt. In dieser Folge der ZFA TALKS erklärt Migräneforscher Dr. med. Lukas Becker, wie Betroffene bestmöglich beraten und betreut werden können. Die Aufklärung spielt dabei für ihn eine zentrale Rolle und auch eine Erstlinien-Prophylaxe kann bereits in der Hausarztpraxis gestartet werden.

Migräne ist eine der häufigsten Erkrankungen, die den Alltag, die Lebensqualität und auch die Leistungsfähigkeit von Betroffenen extrem einschränken kann. Doch obwohl Migräne so häufig ist, ist noch immer nicht eindeutig klar, wie sie eigentlich entsteht. Es gibt jedoch Erklärungsansätze und auch neuere zielgerichtete Therapien, die die anderen effektiven Behandlungsmöglichkeiten ergänzen.

Wann beispielsweise Triptane eingesetzt werden sollten und welche Kontraindikationen zu beachten sind, erläutert Dr. med. Lukas Becker in dieser Folge. Um den Verdacht einer Migräne zu stellen, reicht eine einfache Frage und zwar nach der Dauer der Kopfschmerzattacke, die dann – um weitere Kriterien ergänzt – relativ einfach zur Diagnose führt.

„In der alltäglichen Praxis [ist] es eigentlich so, dass man eher motivieren muss zu einer suffizienten Einnahme, denn Schützen muss vor einem Zuviel. Das ist zumindest meine Erfahrung.“ [Dr. med. Lukas Becker zur Migränetherapie] Dabei stehen neben Wirkstoffen auch nicht medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung, die die Anfallshäufigkeit verringern und die Selbstwirksamkeit der Patientinnen und Patienten steigern können. Der Experte gibt zudem Tipps, wie die Evaluation von Therapien und die pragmatische Einordnung des Risikos von Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch gelingt.

Dr. med. Lukas Becker ist Arzt in Weiterbildung und Migräneforscher am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Duisburg-Essen

Text, Grafik © Springer Medizin

Das „Paper of the Month“ (12/2025) geht an: Philipp Backhaus, Michael Schäfers und Konstantin Seifert aus der Nuklearmedizin und der Urologie

Für den Monat Dezember 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Prof. Philipp Backhaus und Prof. Michael Schäfers aus der Klinik für Nuklearmedizin sowie Dr. Konstantin Seifert aus der Klinik für Urologie und Kinderurologie: Translational and First-in-Human Positron Emission Tomography Targeting Prostatic Acid Phosphatase in Prostate Cancer Using the Ligand [68Ga]Ga-OncoACP3-DOTA. DEC 2025 | EUROPEAN UROLOGY (2025): [Volltext]

Gegen PSMA gerichtete PET-Tracer und Therapien haben die Versorgung bei Prostatakrebs revolutioniert. Die Wirksamkeit wird jedoch durch eine heterogene PSMA-Expression (ca. 10 Prozent der Metastasen sind PSMA-negativ) und eine hohe Anreicherung in gesundem Gewebe wie Speicheldrüsen und Nieren eingeschränkt. Die Prostata-spezifische saure Phosphatase (ACP3) wurde bisher noch nicht als Zielstruktur für die PET-Bildgebung evaluiert.

Diese weltweit erste Anwendung am Menschen untersucht [68Ga]Ga-OncoACP3-DOTA als neuartigen PET-Tracer zur Darstellung von ACP3. Im direkten Vergleich zum etablierten Tracer [18F]PSMA-1007 zeigte der Tracer in vielen Fällen eine überlegene Darstellung der Erkrankungsausbreitung und führte in einer relevanten Anzahl von Patienten zu einer Änderung des klinischen Managements. [68Ga]Ga-OncoACP3-DOTA zeigt eine intensive Tumoraufnahme bei gleichzeitig geringerer Hintergrundanreicherung insbesondere in Nieren und Speicheldrüsen, welche für klinisch wichtige Nebenwirkungen der PSMA-gerichteten Radioligandentherapie verantwortlich sind. Dies bildet eine vielversprechende Grundlage für gegen ACP3-gerichete wirksame und toxizitätsarme Radioligandentherapien mit Alpha- oder Beta-Emittern.

Die Studie etabliert ACP3 als hochspezifische neue Zielstruktur für PET-Diagnostik und Radioligandentherapie bei Prostatakrebs. Die hohe und zuverlässige Tumoranreicherung bei gleichzeitig geringer Anreicherung in kritischen Organen spricht für das Potential von OncoACP3, eine echte, relevante Alternative zur PSMA-Theranostik werden zu können.

Förderung:
Die vorliegende Publikation wurde unter anderem von der Medizinischen Fakultät Münster durch verschiedene Förderinstrumente finanziell gefördert. Hierzu gehören das IMF (Projekt: BA122316, Projektleiter: P. Backhaus und K. E. Seifert), das CareerS Programm (D. Ventura), sowie das Medizinerkolleg MedK (F. Gierse). Details zu weiteren externen Förderern sind in der Publikation aufgeführt.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker