Das „Paper of the Month“ 04/2026 geht an: Sara Reinartz Groba aus der Med B sowie Mathis Richter, Dennis Schwarz und Oliver Söhnlein aus der Experimentellen Pathologie

Für den Monat April 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an:

Sara Reinartz Groba aus der Medizinischen Klinik B sowie Mathis Richter, Dennis Schwarz und Oliver Söhnlein aus dem Institut für Experimentelle Pathologie, ZMBE

Tryptophan depletion generates hyper-reactive portal neutrophils in alcoholic liver disease.
Reinartz Groba S, Richter M; Schwarz, D (…) Soehnlein O.
Apr 2026 | Gut 11 [Volltext]

Die Darm-Leber-Achse ist ein zentraler Modulator der alkoholassoziierten Lebererkrankung (ALD), wobei metabolischer Crosstalk und mikrobielle Metabolite lebereigene Immunzellen beeinflussen. In der ALD sind Neutrophile zentrale Mediatoren von Entzündung und Gewebeschädigung im Leberparenchym. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, wie das portale Mikromilieu die Aktivierung von Neutrophilen vor ihrem Eintritt in die Lebersinusoide beeinflusst.

Mithilfe gepaarter portalvenöser und systemischer Blutproben von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener chronischer Lebererkrankung identifizierte die Studie eine distinkte Population hyperaktivierter Neutrophiler, die vorwiegend in der portalvenösen Zirkulation von Betroffenen mit ALD vorkam. Metabolomische Analysen zeigten eine Depletion von Tryptophan im Pfortaderblut als zentralen Treiber dieses Phänotyps. In-vitro führte eine Supplementierung mit Tryptophan zu einer Reduktion der Neutrophilenaktivierung, metabolischer Stressantworten sowie der ROS-Produktion über einen IDO/AhR-abhängigen Signalweg. Die Studie beschreibt damit einen immunmetabolischen Mechanismus, der darmabgeleitete Metabolite mit neutrophilenvermittelter Leberschädigung verbindet.

Die Arbeit etabliert den portalvenösen Tryptophanstoffwechsel als neuartiges therapeutisches Ziel in der ALD und unterstreicht die immunmetabolische Regulation von Neutrophilen entlang der Darm-Leber-Achse. Diese Erkenntnisse könnten zukünftige Studien zu mikrobiom- oder metabolitbasierten Interventionen zur Begrenzung von Leberschäden lenken.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

„Ding des Monats“: der Reflexhammer – klopfen, testen, punktieren

Die nächste Prüfung steht vor der Tür und ihre praktische Erfahrung in neurologischen Untersuchungen ist schon länger her?  Über unsere Bibliothek der Dinge leihen Sie sich das Diagnose-Equipment einfach kostenlos aus.

Der Reflexhammer nach Trömner von KaWe gilt als Standard im Klinikalltag. Mit seinem Gewicht von ca. 200 Gramm liegt er gut in der Hand. Da erledigt die Schwerkraft das präzise Auslösen der Reflexe fast von allein.

Das versteckte Highlight: Der Hammer ist dreiteilig!

Dieser Hammer kann viel mehr als nur Reflexe der Sehnen zu testen! Er verbirgt ein cleveres 3-in-1-System für eine umfassende neurologische Statuserhebung:

  • Der Hammerkopf: Löst präzise Reflexe der Sehnen der Streck- oder Beugemuskulatur aus.
  • Der integrierte Pinsel: Perfekt für die feine Prüfung der Oberflächensensibilität/ Hautreflexe (Berührungsempfinden).
  • Die versteckte Nadel: Unverzichtbar für den Test des Schmerzempfindens, je nachdem ob die spitze oder weniger spitze Seite der Nadel aufgesetzt wird.

 

Also warum kaufen, wenn Sie leihen können?

Melden Sie sich einfach an der Leihstelle, leihen Sie den Gegenstand aus, testen Sie ihn an ihren Kommiliton*innen.

Die Ausleihe ist für zwei Wochen möglich, kann jedoch meist noch verlängert werden. Der Gegenstand steht exklusiv Ihnen als Angehörige der Medizinischen Fakultät zur Verfügung.

Weitere Gegenstände finden Sie auf der Webseite unter „Ausleihe“ und dann „Bibliothek der Dinge“.

Ergänzen Sie Ihre Untersuchung mit der Ausleihe einer Stimmgabel.

„Ding des Monats“: unsere Skelette zur Ausleihe im Haus!

Wusstet ihr, dass wir mehr als nur Bücher beherbergen? Im Herzen unserer Bibliothek, der Leihstelle, warten auf euch stille Lehrmeister – unsere Skelette! Und nicht nur irgendwelche Skelette, sondern eine kleine Familie mit spannenden Namen und Hintergründen.

Die Skelette sind ideal, um den Aufbau des menschlichen Körpers zu studieren und die
Anatomie zu verinnerlichen.

Neben den beiden kleinen Skeletten Josepha und Rahel, die perfekt für den ersten Blick aufs menschliche Skelett sind, haben wir nämlich ganze sechs lebensgroße Modelle zur Ausleihe! Alle Modelle sind anatomisch korrekt.

Die Skelette sind sowohl in farbig als auch in weiß ausleihbar und jedes von ihnen trägt eine kleine Beschreibung, die die Knochen und Muskelansätze auflisten (lateinisch).

 

Wie leiht ihr euch ein Skelett aus?

Sprecht einfach unsere freundlichen Mitarbeitenden an der Leihstelle an! Das Skelett kann gegen Pfand ausgeliehen und in den Räumen der Medizin-Bibliothek genutzt werden.

Jedes Skelett trägt den Namen einer inspirierenden Person, die die Medizin nachhaltig geprägt hat:

  • Albert Schweitzer: Arzt und Friedensnobelpreisträger, dessen Engagement für die Menschen in Afrika uns bis heute inspiriert.
  • Dorothea Erxleben: Eine Pionierin! Sie war die erste promovierte Medizinerin in Deutschland und kämpfte für die Zulassung von Frauen zum Medizinstudium.
  • Gerhard Domagk: Der Nobelpreisträger, der mit der Entwicklung von Sulfonamiden einen Durchbruch bei der Behandlung bakterieller Infektionen erzielte.
  • Hermine Heusler-Edenhuizen: Sie war die erste offiziell ernannte Frauenärztin Deutschlands – eine Wegbereiterin für viele nachfolgende Generationen.
  • Josepha von Siebold: Eine bedeutende deutsche Geburtshelferin, die als erste Frau eine Ehrendoktorwürde erhielt und sich für die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Frauen einsetzte.
  • Lucy: Die älteste bekannte Vertreterin der Gattung „Australopithecus afarensis“, deren Entdeckung 1974 unser Verständnis der menschlichen Evolution revolutionierte.
  • Rahel Hirsch: Eine bahnbrechende Forscherin und die erste Medizinerin mit dem Titel „Professor“ in Deutschland.
  • Rosalind Franklin: Eine britische Biochemikerin, deren Beiträge zur Entdeckung der Struktur der DNA entscheidend waren.

Das „Paper of the Month“ (03/2026) geht an: Dominik Koesling und Claudia Bozzaro aus dem Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin

Für den Monat März 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dominik Koesling und Prof. Claudia Bozzaro aus dem Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin: Chronic pain and unrecognized grief: epistemic barriers to personal and social recognition . Med Health Care and Philos 29, 371–382 (2026): [Volltext]

Betroffene von chronischen Schmerzen erleben im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung vielfältige Verlusterfahrungen – vom Arbeitsplatz über soziale Beziehungen bis hin zu Lebensplänen. Die mit derartigen Verlusterfahrungen einhergehende Trauer wird in der Behandlung chronischer Schmerzpatientinnen und -patienten bislang nur unzureichend berücksichtigt.

Gegenstand der Untersuchung ist die komplexe Verbindung von Trauerprozessen und chronischen Schmerzen. In der Analyse wurden vier epistemische Barrieren identifiziert, welche das Erkennen von Trauer bei chronischen Schmerzen behindern. Einige dieser Barrieren betreffen gängige Annahmen darüber, was typische Fälle von Trauer und Schmerz sind. Die getroffenen Annahmen erweisen sich als einseitig und unterschätzen die Komplexität dieser Erfahrungen. Darüber hinaus bestehen weitere Barrieren aufgrund falscher Vorstellungen über die zeitlichen Verläufe von Trauer und chronischen Schmerzen. Zudem ist die fehlerhafte Einordnung von Trauer bei chronischen Schmerzen als Depression zu nennen.

Um die Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern, kann es hilfreich sein, ihre Trauer anzuerkennen und als solche zu adressieren. Aus diesem Grund wird empfohlen, chronisch Schmerzkranken angemessene psychologische Unterstützung anzubieten, die auch auf ihre Trauerbedürfnisse ausgerichtet ist.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Herzlich willkommen, liebes Taussig- und Kells-Semester!

Herzlich willkommen in der Medizin-Bibliothek der Universitäts- und Landesbibliothek Münster!

Wir freuen uns, Sie beim Start Ihres Studiums unterstützen zu können. Die Medizin-Bibliothek bietet Ihnen eine umfangreiche Sammlung an Fachliteratur und zahlreiche digitale Ressourcen. Um Ihre Recherche zu erleichtern und Ihnen den bestmöglichen Zugang zu unseren Angeboten zu ermöglichen, beachten Sie bitte folgende Informationen:

Benutzernummer aktivieren

Auf der Rückseite Ihrer Studierendenkarte finden Sie Ihre persönliche ULB-Benutzernummer, sowohl im Klartext als auch als Barcode. Sie aktivieren Ihre die Bibliotheksfunktion der Karte ganz einfach über die Online-Aktivierung: Loggen Sie sich mit Ihrer Uni-Kennung ein und geben Sie Ihre ULB-Benutzernummer ein. Nach dem Absenden der Daten ist Ihre Karte automatisch für die ULB aktiviert und Sie können unsere Ressourcen nutzen.

Wichtige Informationen zur Uni-Kennung

Ihre Uni-Kennung ist Ihr Schlüssel zu Ihrem Bibliothekskonto. Sie benötigen diese Kennung für Bestellungen in KatalogPlus oder Verlängerungen Ihrer Ausleihen.

Kontakt und Ansprechpartner

Bei Fragen zur Nutzung der Medizin-Bibliothek stehen Ihnen das Team der Medizin-Bibliothek gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter info.medibib@uni-muenster.de oder 0251 83-58561, oder persönlich an der Leihstelle Montag – Freitag von 8-16 Uhr (weitere Öffungszeiten in dieser Übersicht).

Wir wünschen Ihnen einen guten Studienbeginn!

Kohorten-Paten

Helen Brooke Taussig (1898–1986)

Helen Brooke Taussig war eine US-amerikanische Kardiologin, die als Begründerin der pädiatrischen Kardiologie (Kinderherzheilkunde) gilt. Trotz erheblicher persönlicher Hürden, denn sie war legasthenisch und wurde im Laufe ihres Lebens nahezu taub, machte sie eine herausragende medizinische Karriere. Ihre bedeutendste Leistung war die Entwicklung des Konzepts für die sogenannte Blalock-Taussig-Operation zusammen mit dem Chirurgen Alfred Blalock, ein lebensrettender Eingriff für Säuglinge mit angeborenen Herzfehlern, die unter Sauerstoffmangel litten und als „Blue Babies“ bezeichnet wurden. In den 1960er Jahren spielte sie zudem eine wichtige Rolle bei der Warnung vor den Gefahren des Medikaments Thalidomid (Contergan) und trug dazu bei, dessen Zulassung in den USA zu verhindern. Für ihre Verdienste erhielt sie 1964 die Presidential Medal of Freedom, die höchste zivile Auszeichnung der Vereinigten Staaten.

Charles Edmund Kells Jr. (1856–1928)

Charles Edmund Kells Jr. war ein US-amerikanischer Zahnarzt aus New Orleans, der als einer der bedeutendsten Pioniere der modernen Zahnmedizin gilt. Er war 1896 einer der ersten, der Röntgenstrahlen in der Zahnheilkunde einsetzte, und fertigte eine der ersten dentalen Röntgenaufnahmen an. Darüber hinaus führte er zahlreiche weitere Innovationen ein, darunter den Einsatz von Zahnarzthelferinnen, elektrische Absauggeräte und andere technische Neuerungen in der Zahnarztpraxis. Durch seine jahrelange, ungeschützte Arbeit mit Röntgenstrahlen erlitt er schwere Strahlenschäden, die zum Verlust mehrerer Finger und schließlich beider Hände führten. Aufgrund seiner zunehmenden Leiden nahm er sich 1928 das Leben.

Das „Paper of the Month“ 02/2026 geht an: Frank Erhard Uschner und Jonel Trebicka von der Medizinischen Klinik B

Für den Monat Febraur 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Frank Erhard Uschner und Jonel Trebicka von der Medizinischen Klinik B: Safety, pharmacokinetics, and preliminary efficacy of VS-01, an intraperitoneal liposomal infusion, in patients with decompensated liver cirrhosis, ascites, and covert hepatic encephalopathy: a phase 1b, first-in-human, open-label, non-randomised, single ascending and multiple dose study . Apr 2026 | Lancet Gastroenterology & Hepatology 11(4):299-313: [Volltext]

Komplikationen der Leberzirrhose können zu einem akut-auf-chronischen Leberversagen (ACLF) führen, das mit einer hohen Mortalität einhergeht. Bislang existieren keine zugelassenen Therapien, die das ACLF ursächlich behandeln. Die einzige kurative Option für betroffene Patienten ist – insbesondere vor dem Hintergrund des bestehenden Organmangels – die Lebertransplantation.

Diese Phase 1b-First-in-Human-Studie zeigt, dass die intraperitoneale Anwendung von VS-01 bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose, Aszites und coverter hepatischer Enzephalopathie sicher und gut verträglich ist. Zudem ist dies die erste Studie, in der eine intraperitoneale Arzneimittelapplikation bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose untersucht wurde. Unsere Daten bestätigen, dass intraperitoneal verabreichte Liposomen die Ammoniak-Clearance (zur Therapie der hepatischen Enzephalopathie) verbessern und Blutmetabolite, die mit dem ACLF assoziiert sind, reduzieren können.

Diese Studie liefert eine Grundlage für die weitere Untersuchung Liposomen-basierter Therapien zur intraperitonealen Anwendung in kritisch kranken Patienten mit Leberzirrhose und akut-auf-chronischem Leberversagen.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

„Ding des Monats“: Augen-Modell – mehr als nur ein Blickfang

Jetzt ist Schluss mit flachen Lehrbuch-Skizzen. Wer die Anatomie des Sehens wirklich verstehen will, muss sie begreifen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Daher haben wir ein Augen-Modell im Bestand, dass Sie an der Leihstelle der Bibliothek gegen Pfand entleihen können. Das Modell kann in den Räumen der Bibliothek zum Lernen genutzt werden.

Analysieren Sie das Sinnesorgan, indem Sie die Anatomie in Ihre 7 Einzelteile zerlegen:

  • Glaskörper
  • Linse
  • Aderhaut mit Iris und Netzhaut kann in zwei Teile zerlegt werden
  • Augenhaut mit Hornhaut und Muskelansätzen
  • Augenhöhle

Erleben Sie das menschliche Auge aus voller 360°-Perspektive und in 5-facher Vergrößerung. Die Einzelteile sind auf dem knöchernen Boden der Augenhöhle angebracht, um Lagebeziehungen perfekt nachzuvollziehen. Die exakte und detaillierte Anatomie wird ergänzt durch Nummerierungen, um die einzelnen Merkmale zu benennen – die ideale Begleitung für die Vorbereitung auf Prüfungen.

Das Augen-Modell F11 von 3B Scientific ist wie viele andere Modelle und Dinge Bestandteil unserer Bibliothek der Dinge.

Eine Anleitung mit den lateinischen und deutschen Begriffen sowie weiteren Sprachen (PDF) finden Sie beim Hersteller.

Das „Paper of the Month“ (01/2026) geht an: André Schreiber und Stephan Ludwig aus dem Institut für Virologie

Für den Monat Januar 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dr. André Schreiber und Prof. Stephan Ludwig aus dem Institut für Virologie: Inhibitors of cellular RSK isoforms exhibit anti-SARS-CoV-2 activity, enhance efficacy of direct-acting antivirals, and suppress emergence of resistance . Jan 2026 | DRUG RESISTANCE UPDATE Epub 85:101357: [Volltext]

Die Kinase RSK wird durch die zelluläre Raf/MEK/ERK Kinase-Kaskade aktiviert, welche eine entscheidende Rolle bei der Internalisierung von SARS-CoV-2-Erregern in Wirtszellen spielt. Die Hemmung der zentralen Kinase MEK1/2 führte zu einer Verringerung der Infektionsrate und zeigte synergistische Effekte in Kombination mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten. Zudem war die Ausprägung von viralen Resistenzen stark verringert.

Die Studie zeigt, dass die RSK Isoformen RSK1 und RSK3 die SARS-CoV-2 Replikation fördern, während Isoform RSK2 antiviral wirkt. RSK-Inhibitoren wie BI-D1870 und BRD 7389 reduzieren die Virusreplikation in Zellen bereits als Monotherapie und entfalten starke Synergien in Kombination mit den direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen Remdesivir (RDV) und Nirmatrelvir (NTV). Langzeitbehandlungen mit RSK-Inhibitoren führten im Gegensatz zu RDV und NTV zu keiner Resistenzselektion. Die Kombination BRD 7389/NTV senkte ebenfalls das Resistenzrisiko. Zudem konnten RDV- oder NTV-resistente Varianten durch synergistische Kombinationen aus RSK-Inhibitoren und DAAs erneut wirksam gehemmt und bestehende Resistenzen überwunden werden.

Die Studie zeigt erstmals, dass synergistische Kombinationen aus virusgerichteten und zellulären Inhibitoren sowohl das Risiko der Resistenzselektion senken als auch die Wirksamkeit antiviraler Therapien gegen resistente Varianten verbessern – ein wichtiger Schritt hin zu neuen Behandlungsansätzen.

Förderung:
Die vorliegende Publikation wurde unter anderem durch das Förderinstrument IMF der Medizinischen Fakultät Münster (Projekte: I-SC122105, I- SC212302, Projektleiter: André Schreiber) finanziell gefördert. Details zu weiteren, externen Förderern sind in der Publikation aufgeführt.

Die bisherigen ausgezeichneten „Paper of the Month“ finden Sie hier.

Foto: MFM/Christian Albiker

Campuslizenz für Citavi läuft am 31.12.26 aus

Aufgrund deutlich gestiegener Kosten für die Campuslizenz und der angespannten finanziellen Lage der Universität Münster wird die Citavi-Campuslizenz nicht verlängert.
Ab dem 1.1.2027 können Sie das Literaturverwaltungsprogramm Citavi nicht mehr kostenfrei über die Campuslizenz der Universität Münster nutzen. Bitte sichern Sie Ihre Citavi-Projekte rechtzeitig vor dem Jahresende, da diese nach Auslaufen der Lizenz nicht mehr zugänglich sein werden.
Bestehende Citavi-Projekte können in ein anderes Literaturverwaltungsprogramm übertragen werden. Mit Zotero steht Ihnen ein kostenloses OpenSource-Literaturverwaltungsprogramm mit ähnlichem Funktionsumfang zur Verfügung. Wir empfehlen, noch vor Ablauf der Citavi-Lizenz zu prüfen, ob die Daten korrekt übertragen wurden oder Nacharbeiten notwendig sind. Wir beraten Sie gerne beim Umstieg von Citavi auf Zotero.

Citavi
Zotero
Beratung zum Umstieg von Citavi auf Zotero
Literaturverwaltungsprogramme

Abbildung: Lumivero

Wenn das Immunsystem überreagiert: Was bei Allergien im Körper passiert

In der jüngsten Folge von Risiko und Nebenwirkung, dem Podcast der Uniklinik Münster (UKM), dreht sich alles um Risiken, Auslöser, Prävention und moderne Therapien von Allergien. Diese sind mehr als Heuschnupfen im Frühling: Sie können plötzlich auftreten, den Alltag massiv beeinflussen – und in manchen Fällen sogar lebensbedrohlich werden.

Gemeinsam klären wir, was genau im Körper passiert, wenn das Immunsystem überreagiert, ob man auch im Erwachsenenalter noch neue Allergien entwickeln kann und welche Rolle die Vererbung spielt.

Dr. Mathias Sulk, Leiter des Allergiezentrums NordWest am UKM, erklärt uns außerdem, wann man Allergie-Symptome abklären lassen muss, welche Diagnose- und Therapiemöglichkeiten es gibt und wie Betroffene ihren Alltag ohne Beschwerden gestalten können.

Wir stellen uns die Frage, warum schon Kinder Allergien entwickeln können und ob man das überhaupt verhindern kann. Ist Stillen immer noch die beste Prävention? Und warum könnte es für unser Immunsystem gesund sein, wenn wir auf dem Bauernhof aufwachsen? Fragen, die wir mit Dr. Mathias Sulk klären.

Weitere Infos:

Text, Grafik © UKM

Springer Medizin Podcast: Die vier Säulen der Migränetherapie

Trotz effektiver Therapieoptionen bei Migräne werden viele Patientinnen und Patienten nicht leitliniengerecht behandelt. In dieser Folge der ZFA TALKS erklärt Migräneforscher Dr. med. Lukas Becker, wie Betroffene bestmöglich beraten und betreut werden können. Die Aufklärung spielt dabei für ihn eine zentrale Rolle und auch eine Erstlinien-Prophylaxe kann bereits in der Hausarztpraxis gestartet werden.

Migräne ist eine der häufigsten Erkrankungen, die den Alltag, die Lebensqualität und auch die Leistungsfähigkeit von Betroffenen extrem einschränken kann. Doch obwohl Migräne so häufig ist, ist noch immer nicht eindeutig klar, wie sie eigentlich entsteht. Es gibt jedoch Erklärungsansätze und auch neuere zielgerichtete Therapien, die die anderen effektiven Behandlungsmöglichkeiten ergänzen.

Wann beispielsweise Triptane eingesetzt werden sollten und welche Kontraindikationen zu beachten sind, erläutert Dr. med. Lukas Becker in dieser Folge. Um den Verdacht einer Migräne zu stellen, reicht eine einfache Frage und zwar nach der Dauer der Kopfschmerzattacke, die dann – um weitere Kriterien ergänzt – relativ einfach zur Diagnose führt.

In der alltäglichen Praxis [ist] es eigentlich so, dass man eher motivieren muss zu einer suffizienten Einnahme, denn Schützen muss vor einem Zuviel. Das ist zumindest meine Erfahrung.“ [Dr. med. Lukas Becker zur Migränetherapie] Dabei stehen neben Wirkstoffen auch nicht medikamentöse Maßnahmen zur Verfügung, die die Anfallshäufigkeit verringern und die Selbstwirksamkeit der Patientinnen und Patienten steigern können. Der Experte gibt zudem Tipps, wie die Evaluation von Therapien und die pragmatische Einordnung des Risikos von Kopfschmerzen bei Medikamentenübergebrauch gelingt.

Dr. med. Lukas Becker ist Arzt in Weiterbildung und Migräneforscher am Institut für Allgemeinmedizin der Universität Duisburg-Essen

Text, Grafik © Springer Medizin