Bitte denken Sie daran, dass die Medizin-Bibliothek und die ULB als auch die anderen dezentralen Bibliotheken am Freitag, dem 1. Mai (Maifeiertag), geschlossen bleiben.
Abbildung: Medizin-Bibliothek
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Für den Monat März 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dominik Koesling und Prof. Claudia Bozzaro aus dem Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin: Chronic pain and unrecognized grief: epistemic barriers to personal and social recognition . Med Health Care and Philos 29, 371–382 (2026): [Volltext]
Betroffene von chronischen Schmerzen erleben im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung vielfältige Verlusterfahrungen – vom Arbeitsplatz über soziale Beziehungen bis hin zu Lebensplänen. Die mit derartigen Verlusterfahrungen einhergehende Trauer wird in der Behandlung chronischer Schmerzpatientinnen und -patienten bislang nur unzureichend berücksichtigt.
Gegenstand der Untersuchung ist die komplexe Verbindung von Trauerprozessen und chronischen Schmerzen. In der Analyse wurden vier epistemische Barrieren identifiziert, welche das Erkennen von Trauer bei chronischen Schmerzen behindern. Einige dieser Barrieren betreffen gängige Annahmen darüber, was typische Fälle von Trauer und Schmerz sind. Die getroffenen Annahmen erweisen sich als einseitig und unterschätzen die Komplexität dieser Erfahrungen. Darüber hinaus bestehen weitere Barrieren aufgrund falscher Vorstellungen über die zeitlichen Verläufe von Trauer und chronischen Schmerzen. Zudem ist die fehlerhafte Einordnung von Trauer bei chronischen Schmerzen als Depression zu nennen.
Um die Behandlung von Menschen mit chronischen Schmerzen zu verbessern, kann es hilfreich sein, ihre Trauer anzuerkennen und als solche zu adressieren. Aus diesem Grund wird empfohlen, chronisch Schmerzkranken angemessene psychologische Unterstützung anzubieten, die auch auf ihre Trauerbedürfnisse ausgerichtet ist.
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Foto: MFM/Christian Albiker

Für den Monat Febraur 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Frank Erhard Uschner und Jonel Trebicka von der Medizinischen Klinik B: Safety, pharmacokinetics, and preliminary efficacy of VS-01, an intraperitoneal liposomal infusion, in patients with decompensated liver cirrhosis, ascites, and covert hepatic encephalopathy: a phase 1b, first-in-human, open-label, non-randomised, single ascending and multiple dose study . Apr 2026 | Lancet Gastroenterology & Hepatology 11(4):299-313: [Volltext]
Komplikationen der Leberzirrhose können zu einem akut-auf-chronischen Leberversagen (ACLF) führen, das mit einer hohen Mortalität einhergeht. Bislang existieren keine zugelassenen Therapien, die das ACLF ursächlich behandeln. Die einzige kurative Option für betroffene Patienten ist – insbesondere vor dem Hintergrund des bestehenden Organmangels – die Lebertransplantation.
Diese Phase 1b-First-in-Human-Studie zeigt, dass die intraperitoneale Anwendung von VS-01 bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose, Aszites und coverter hepatischer Enzephalopathie sicher und gut verträglich ist. Zudem ist dies die erste Studie, in der eine intraperitoneale Arzneimittelapplikation bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose untersucht wurde. Unsere Daten bestätigen, dass intraperitoneal verabreichte Liposomen die Ammoniak-Clearance (zur Therapie der hepatischen Enzephalopathie) verbessern und Blutmetabolite, die mit dem ACLF assoziiert sind, reduzieren können.
Diese Studie liefert eine Grundlage für die weitere Untersuchung Liposomen-basierter Therapien zur intraperitonealen Anwendung in kritisch kranken Patienten mit Leberzirrhose und akut-auf-chronischem Leberversagen.
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Für den Monat Januar 2026 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dr. André Schreiber und Prof. Stephan Ludwig aus dem Institut für Virologie: Inhibitors of cellular RSK isoforms exhibit anti-SARS-CoV-2 activity, enhance efficacy of direct-acting antivirals, and suppress emergence of resistance . Jan 2026 | DRUG RESISTANCE UPDATE Epub 85:101357: [Volltext]
Die Kinase RSK wird durch die zelluläre Raf/MEK/ERK Kinase-Kaskade aktiviert, welche eine entscheidende Rolle bei der Internalisierung von SARS-CoV-2-Erregern in Wirtszellen spielt. Die Hemmung der zentralen Kinase MEK1/2 führte zu einer Verringerung der Infektionsrate und zeigte synergistische Effekte in Kombination mit direkt wirkenden antiviralen Medikamenten. Zudem war die Ausprägung von viralen Resistenzen stark verringert.
Die Studie zeigt, dass die RSK Isoformen RSK1 und RSK3 die SARS-CoV-2 Replikation fördern, während Isoform RSK2 antiviral wirkt. RSK-Inhibitoren wie BI-D1870 und BRD 7389 reduzieren die Virusreplikation in Zellen bereits als Monotherapie und entfalten starke Synergien in Kombination mit den direkt wirkenden antiviralen Wirkstoffen Remdesivir (RDV) und Nirmatrelvir (NTV). Langzeitbehandlungen mit RSK-Inhibitoren führten im Gegensatz zu RDV und NTV zu keiner Resistenzselektion. Die Kombination BRD 7389/NTV senkte ebenfalls das Resistenzrisiko. Zudem konnten RDV- oder NTV-resistente Varianten durch synergistische Kombinationen aus RSK-Inhibitoren und DAAs erneut wirksam gehemmt und bestehende Resistenzen überwunden werden.
Die Studie zeigt erstmals, dass synergistische Kombinationen aus virusgerichteten und zellulären Inhibitoren sowohl das Risiko der Resistenzselektion senken als auch die Wirksamkeit antiviraler Therapien gegen resistente Varianten verbessern – ein wichtiger Schritt hin zu neuen Behandlungsansätzen.
Förderung:
Die vorliegende Publikation wurde unter anderem durch das Förderinstrument IMF der Medizinischen Fakultät Münster (Projekte: I-SC122105, I- SC212302, Projektleiter: André Schreiber) finanziell gefördert. Details zu weiteren, externen Förderern sind in der Publikation aufgeführt.
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Für den Monat Dezember 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Prof. Philipp Backhaus und Prof. Michael Schäfers aus der Klinik für Nuklearmedizin sowie Dr. Konstantin Seifert aus der Klinik für Urologie und Kinderurologie: Translational and First-in-Human Positron Emission Tomography Targeting Prostatic Acid Phosphatase in Prostate Cancer Using the Ligand [68Ga]Ga-OncoACP3-DOTA. DEC 2025 | EUROPEAN UROLOGY (2025): [Volltext]
Gegen PSMA gerichtete PET-Tracer und Therapien haben die Versorgung bei Prostatakrebs revolutioniert. Die Wirksamkeit wird jedoch durch eine heterogene PSMA-Expression (ca. 10 Prozent der Metastasen sind PSMA-negativ) und eine hohe Anreicherung in gesundem Gewebe wie Speicheldrüsen und Nieren eingeschränkt. Die Prostata-spezifische saure Phosphatase (ACP3) wurde bisher noch nicht als Zielstruktur für die PET-Bildgebung evaluiert.
Diese weltweit erste Anwendung am Menschen untersucht [68Ga]Ga-OncoACP3-DOTA als neuartigen PET-Tracer zur Darstellung von ACP3. Im direkten Vergleich zum etablierten Tracer [18F]PSMA-1007 zeigte der Tracer in vielen Fällen eine überlegene Darstellung der Erkrankungsausbreitung und führte in einer relevanten Anzahl von Patienten zu einer Änderung des klinischen Managements. [68Ga]Ga-OncoACP3-DOTA zeigt eine intensive Tumoraufnahme bei gleichzeitig geringerer Hintergrundanreicherung insbesondere in Nieren und Speicheldrüsen, welche für klinisch wichtige Nebenwirkungen der PSMA-gerichteten Radioligandentherapie verantwortlich sind. Dies bildet eine vielversprechende Grundlage für gegen ACP3-gerichete wirksame und toxizitätsarme Radioligandentherapien mit Alpha- oder Beta-Emittern.
Die Studie etabliert ACP3 als hochspezifische neue Zielstruktur für PET-Diagnostik und Radioligandentherapie bei Prostatakrebs. Die hohe und zuverlässige Tumoranreicherung bei gleichzeitig geringer Anreicherung in kritischen Organen spricht für das Potential von OncoACP3, eine echte, relevante Alternative zur PSMA-Theranostik werden zu können.
Förderung:
Die vorliegende Publikation wurde unter anderem von der Medizinischen Fakultät Münster durch verschiedene Förderinstrumente finanziell gefördert. Hierzu gehören das IMF (Projekt: BA122316, Projektleiter: P. Backhaus und K. E. Seifert), das CareerS Programm (D. Ventura), sowie das Medizinerkolleg MedK (F. Gierse). Details zu weiteren externen Förderern sind in der Publikation aufgeführt.
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Für den Monat November 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Nicole C. Riedel und Kornelius Kerl von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin – Pädiatrische Hämatologie und Onkologie: In vivo intratumoral heterogeneity in a dish: scalable forebrain organoid models of embryonal brain tumors for high-throughput personalized drug discovery. Cancer Communications. 2025 Nov 2: [Volltext]
Hirntumoren sind die zweithäufigste bösartige Erkrankung im Kindesalter, wobei embryonale Hirntumoren wie atypische teratoide und rhabdoide Tumoren (ATRT) und embryonale Tumoren mit mehrschichtigen Rosetten (ETMR) eine besonders schlechte Prognose haben. Obwohl fortschrittliche 3D-In-vitro-Modelle wie Organoide die Krebsforschung und Arzneimittelentwicklung revolutioniert haben, fehlten bislang vergleichbare Modelle für pädiatrische Hirntumoren.
Das Autorenteam entwickelte ein neuartiges automatisiertes hybrides Tumor-Gehirn-Organoidmodell für embryonale Hirntumoren wie ATRT und ETMR. Durch liquid-handling assistierte Co-Aggregation humaner iPS-Zellen und Tumorzellen entstanden innerhalb von vier Wochen homogene Tumor-Gehirn-Organoide. Das Modell bildete die intratumorale Heterogenität von Primärtumoren auf transkriptomischer und histologischer Ebene besser ab als reine Tumorsphären. Die Kombination aus neuronaler Mikroumgebung und Tumorzellen ermöglichte ein zelltypspezifisches Wirkstoffscreening und die Identifikation hochwirksamer, nicht neurotoxischer Substanzen. Für ETMR erwiesen sich Anthrazykline als neue, effektive und bislang nicht eingesetzte Wirkstoffklasse.
In dieser Arbeit etablierten wir erste Tumor-Gehirn-Organoide für kindliche Hirntumoren. Sie bilden die intratumorale Heterogenität ab und ermöglichen zelltypenspezifische Wirkstoffscreening, wodurch neue Perspektiven für Präzisionsmedizin und patientenspezifische Therapien mit potenziell geringeren neurokognitiven Nebenwirkungen entstehen.
Förderung:
Die Publikation wurde unter anderem durch das Förderinstrument Medizinerkolleg (MedK) der Medizinischen Fakultät Münster (Stipendiatinnen: Nicole C. Riedel und Paula Aust) finanziell gefördert. Details zu weiteren externen Förderern sind in der Publikation aufgeführt.
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Für den Monat Oktober 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Dr. Alexander Potthoff und PD Dr. Jens Soltwisch aus dem Institut für Hygiene: Spatial biology using single-cell mass spectrometry imaging and integrated microscopy. Nature Communications 16(1).2025: 9129 [Volltext]
Spatial Biology untersucht Zellen in ihrem natürlichen Gewebeumfeld. Massenspektrometrie Imaging (MSI) liefert dabei ortsaufgelöste molekulare Informationen, etwa zu Lipiden oder Metaboliten. Eine direkte Kombination dieser Daten mit Fluoreszenzmikroskopie auf demselben Gewebeschnitt war bislang jedoch nicht etabliert, insbesondere nicht mit einer lateralen Auflösung, die Einzelzellanalyse erlaubt.
In dieser Arbeit wurde eine weiterentwickelte t-MALDI-2 Ionenquelle vorgestellt, die hochauflösende MSI und in-source-Mikroskopie unmittelbar miteinander verknüpft. Durch diese Technik können molekulare Profile einzelner Zellen präzise mit morphologischen und proteinbasierten Informationen desselben Schnitts korreliert werden.
Die Machbarkeit wurde anhand zweier biologischer Modelle demonstriert: Bei Makrophagen konnten lipidspezifische Veränderungen während der Phagozytose bis auf subzellulärer Ebene nachvollzogen werden. In Tumorgewebe ließ sich die molekulare Heterogenität infiltrierender Immunzellen charakterisieren und funktionelle Subtypen von Neutrophilen identifizieren. Damit zeigt die Studie das Potenzial der Methode für multimodale Einzelzellanalysen in komplexen Proben.
Die Technik verbindet massenspektrometrische und mikroskopische Bildgebung zu einer analytischen Plattform. Sie erweitert das methodische Spektrum der Spatial Biology um eine Ebene, die molekulare und morphologische Informationen von Zellen direkt zusammenführt. Dies schafft neue Möglichkeiten, zelluläre Mechanismen ortsaufgelöst zu untersuchen.
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Diese Publikation wird in einem der nächsten Brownbag-Lunches der Medizinischen Fakultät vorgestellt.
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Für den Monat September 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Professor Selidji Todagbe Agnandji vom Institut für Medizinische Mikrobiologie: Safety, tolerability, and protective efficacy of a radiation-attenuated, whole sporozoite malaria vaccine in children in Gabon: a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 2 trial. Lancet Infectious Diseases. 16 September 2025: 7872 [Volltext]
Der strahlungsgeschwächte Plasmodium falciparum-Sporozoiten-Impfstoff (PfSPZ) wird derzeit für naive (europäische) und endemisch exponierte (subsaharische afrikanische) Bevölkerungsgruppen entwickelt. Ein verkürztes Impfschema mit einer Dosis von 9,0×10^5 PfSPZ an den Tagen 0, 7 und 28 zeigt eine Wirksamkeit von bis zu 100 % in kontrollierten Malaria-Infektionsstudien am Menschen.
Dieses Impfschema wurde erstmals bei Kindern aus einem Endemiegebiet getestet. Von den 200 teilnehmenden Kindern wurden 134 nach dem Zufallsprinzip der PfSPZ-Impfung und 66 der Placebo-Gabe zugewiesen. Die Wirksamkeit des Impfstoffs in Woche 26 nach der dritten Immunisierung unter Verwendung eines für die Altersschicht angepassten Cox-HR-Modells betrug 9 % (95 % CI −75 bis 53; p=0,78). Am Ende des Studienzeitraums (104 Wochen) waren 31 (49 %) von 63 Placebo-Empfängern und 56 (43 %) von 129 Impfstoffempfängern P. falciparum-positiv geworden (Impfstoffwirksamkeit 19 % [−26 bis 47]; p=0,35). 93 % der 109 Impfstoffempfänger zeigten eine Serokonversion für Anti-PfCSP-IgG-Antikörper, verglichen mit fünf (9 %) der 53 Placebo-Empfänger. Es gab keine schwerwiegenden und unerwünschten Ereignisse.
Der PfSPZ-Impfstoff ist bei Bevölkerungsgruppen, die in einem Malaria-Endemiegebiet in Gabun leben, nicht wirksam. Bei der Malaria-naiven Bevölkerung aus Deutschland, bot er einen hohen Schutz. Wahrscheinlich moduliert eine intensive Exposition gegenüber Infektionen das Immunsystem und verändert dessen Fähigkeit, auf Impfungen zu reagieren.
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Bitte denken Sie daran, dass die Medizin-Bibliothek, weitere Dezentrale Bibliotheken, als auch die ULB am Freitag, dem 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) geschlossen bleiben.
Ab Samstag gelten die aktuellen Öffnungszeiten.
Für den Monat August 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Michael Heming, Anna-Lena Börsch und Gerd Meyer zu Hörste von der Klinik für Neurologie: Multi-omic identification of perineurial hyperplasia and lipid-associated nerve macrophages in human polyneuropathies. Nature Communications. 16(1).2025: 7872 [Volltext]
Polyneuropathien (PNP) gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und führen zu fortschreitenden sensiblen und motorischen Ausfällen. Die Ursachen sind vielfältig und bleiben oft selbst nach Nervenbiopsien ungeklärt. Obwohl die Suralisbiopsie ein wichtiges diagnostisches Verfahren ist, wurde ihr molekulares Potenzial bislang nicht ausgeschöpft.
Mit modernster Einzelzell- und Raumtranskriptomik an Suralisbiopsien haben wir das bislang größte zelluläre Atlas menschlicher peripherer Nerven erstellt. Dabei wurden neue molekulare Marker von Schwann-Zellen und Perineurium identifiziert und krankheitsspezifische Veränderungen sichtbar. Besonders bei immunvermittelten PNP zeigte sich eine fokale Verdickung des Perineuriums, verbunden mit dem Signalstoff CXCL14, sowie eine Anreicherung von lipidassoziierten Makrophagen – ähnlich wie bei anderen lipidreichen Geweben. Damit erweisen sich PNP als „Pan-Nerven-Erkrankungen“, die nicht nur Nervenfasern, sondern auch deren Schutz- und Immunumgebung betreffen.
Diese Studie liefert wichtige Erkenntnisse zum Verständnis menschlicher Polyneuropathien und entschlüsselt Mechanismen mit diagnostischem und therapeutischem Potenzial. Die Charakterisierung zellulärer und molekularer Merkmale im Nervengewebe von Patienten eröffnet neue Wege zur Identifizierung behandelbarer Neuropathien und legt den Grundstein für die Entwicklung von Biomarkern.
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Für den Monat Juli 2025 geht das „Paper of the Month“ der Medizinischen Fakultät der Universität Münster an: Daniel Münter und Kornelius Kerl von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin -Pädiatrische Hämatologie und Onkologie-: Multiomic analysis uncovers a continuous spectrum of differentiation and Wnt-MDK-driven immune evasion in hepatoblastoma. Journal of Hepatology. 83(2).2025: 367-382 [Volltext]
Das Hepatoblastom ist ein pädiatrischer Lebertumor mit Wnt/β-Catenin-Mutationen. Bisher wurden diskrete Tumor-Subgruppen und Differenzierungsstadien mit Prognosebezug beschrieben. Die Mechanismen, die das Verhalten und die räumliche Anordnung von Immunzellen in der Tumormikroumgebung steuern, waren jedoch weitgehend unbekannt.
Die Studie zeigt ein kontinuierliches Spektrum von Differenzierungszuständen des Hepatoblastoms, einschließlich eines transitionalen ‚intermediären‘ Programms. Sie liefert räumliche Beweise für eine Immunflucht, bei der Immunzellen aus dem Tumorkern ausgeschlossen werden. Es wird ein neuer Mechanismus aufgedeckt, bei dem erhöhte Wnt-Signale die Expression von Midkine (MDK) in Tumorzellen steigern. Dieses MDK verändert nahegelegene Makrophagen und fördert einen anti-inflammatorischen, pro-fibrotischen Phänotyp, der zur Immunflucht beiträgt.
Die Arbeit identifiziert MDK als zentralen, tumorspezifischen Immunmodulator im Hepatoblastom und damit als neues, angreifbares Ziel für Therapien. Ein Eingriff in die Wnt-MDK-Achse könnte die Immunflucht umkehren oder reduzieren und bietet eine neue Therapiestrategie für diese Tumorentität.
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Herr Dr. Nils Beese und Studierende Frau Selina Hal
Für die Besucher*innen der Medizin-Bibliothek ist es nichts Neues: seit mehr als einem Jahr steht gegenüber dem Bistro der Bibliothek eine blaue Tonne, in der Pfandflaschen und -dosen eingeworfen werden können.
Im Bistro selbst befindet sich zwar ein Getränkeautomat, allerdings kein Rücknahmeautomat für leere Getränkebehältnisse, was zur Folge hatte, dass in der gesamten Bibliothek allmorgendlich vor Öffnung selbiger Pfandflaschen und -dosen eingesammelt werden mussten.
Seinerzeit trat die Medizinstudierende Selina Hal an die Bibliotheksleitung heran mit dem Vorschlag die UNICEF-Aktion „Dein Pfand rettet Leben“ zu unterstützen. Die Bibliothek griff diese Idee auf, und seit dem 15. April vergangenen Jahres findet sich besagte Pfandtonne in der Bibliothek.
Und so kam April 2024 bis zum Ende des Jahres ein Betrag von 950 Euro zusammen. Und in diesem Jahr ist bereits bis Ende Juli auch schon ein Betrag von 942 Euro zusammengekommen, der an UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, überwiesen wurde.
Nochmals dankt die Bibliothek Frau Hal und weiteren Mitstudierenden für die Idee und Umsetzung!