Archiv der Kategorie: Bibliothek

„Paper of the Month“ Januar 2019 geht an PD Dr. Stefan Orwat aus der Klinik für Kardiologie III

Für den Monat Januar 2019 wurde PD Dr. Stefan Orwat aus der Klinik für Kardiologie III für die Publikation: Utility of machine learning algorithms in assessing patients with a systemic right ventricle in der Zeitschrift European Heart Journal – Cardiovascular Imaging. Epub ahead of print;  Published online 9.Januar 2019 [Abstract]  ausgezeichnet.

Künstliche-Intelligenz-(KI)-Systeme stoßen derzeit auf ein breites Interesse im Bereich der kardiovaskulären Bildgebung. Trotz des beträchtlichen Potenzials gab es bislang aber keine Untersuchungen zu ihnen im Bereich der angeborenen Herzfehler.

Erstmals konnte der Nutzen neuartiger Deep‐Learning-(DL)‐Algorithmen bei der Diagnostik von erwachsenen Patienten mit einem angeborenen Herzfehler nachgewiesen werden. Dazu wurden 132 Patienten untersucht. Der speziell für die Ultraschallanalyse des Herzens trainierte DL‐Algorithmus erzielte mit 98 Prozent eine leicht höhere Gesamtgenauigkeit bei der Erkennung der korrekten Diagnose als die Testgruppe der spezialisierten Mediziner. Dazu wurden die Bilddaten von Patienten mit einer Transposition der großen Arterien nach einer Vorhofumkehr‐OP (atriale Switch‐Operation nach Mustard oder Senning) sowie von Patienten mit einer angeborenen korrigierten Transposition (ccTGA), bei der auch die Herzkammern seitenverkehrt angeordnet sind, und von herzgesunden Menschen herangezogen.

Die Studie illustriert das Potenzial von Algorithmen des maschinellen Lernens, die auf routinemäßigen echokardiographischen Datensätzen trainiert wurden, um die zugrunde liegende Diagnose bei komplexen angeborenen Herzerkrankungen automatisch zu erkennen. Ziel ist es nun, diese Ergebnisse in innovative Praxislösungen zu überführen.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month – Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month – Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Umfrage zu Lern-Apps: 3. Nutzung App vs. Laptop/PC

In der Umfrage vom Januar 2019 wurden alle Teilnehmer des easystudium-Projekts über die Lern-Apps befragt (Fragebogen), welche die Bibliothek anbietet. Die Antworten von 470 Studierenden konnten in die Auswertung einbezogen werden. Es wurde nach folgenden sieben Apps gefragt: Amboss Kreuzen, Amboss Wissen, iPublishCentral Reader (für die Elsevier-Bücher), Sobotta Anatomie Atlas, Thieme eRef, UpTodate und Visible Body (Human Anatomy Atlas). Alle Inhalte konnten auch – ohne App – mit dem Browser (zB auf dem Laptop) genutzt werden.

Nutzung App vs. Laptop/PC
Da auf alle Verlagsangebote sowohl der App als auch per Laptop/PC zugegriffen werden konnte, war die Frage interessant, ob bestimmte Bücher und Anwendungen häufiger per App genutzt wurden als andere. Die obige Abbildung stellt die App-Nutzung der Laptop/PC-Nutzung gegenüber. Dargestellt wurde der Anteil der jeweiligen Nutzungsart an der Gesamtnutzung. Die Apps wurden dabei nach ihrem Anteil gerankt, der sich von 93% ausschliessliche App-Nutzung (Visible Body) bis zu 63% belief (UpToDate).

Um den Grad der unterschiedlichen Nutzung noch einmal zu verdeutlichen, wurde in der folgenden Abbildung bestimmt, wie hoch die Rate zwischen App- und Laptop-Nutzung war, d.h. wieviel mal mehr die App als die Laptop-(Browser)Version benutzt wurde.

Die obige Abbildung zeigt, dass die Visible Body-App fast 16-mal häufiger benutzt wurde als die Browser-Version auf dem Laptop/PC. Dies deckt sich auch mit den vom Anbieter gelieferten Nutzungsstatistiken. Für den Sobotta Atlas ist es ebenfalls deutlich, dass die App sehr viel häufiger benutzt wurde als die Browser-Version.

Dieses Ergebnis läßt sich wie folgt interpretieren: Während die Browserversion von Visible Body etwas umständlich und langsam funktioniert, und daher nicht zur Nutzung einlädt, sieht es beim Sobotta Atlas genau umgekehrt aus: Hier ist die App nicht nur technisch schneller als die Browser-Version, sondern besitzt auch deutlich mehr Funktionen.

Die übrigen fünf Apps haben deutlich höhere Browser-Nutzungen von 18% – 32%. Dies spricht analog zum oben gesagten für eine gute Browser-Version, aber u.U. auch für die schlechtere Nutzbarkeit der Apps. Den genauen Grund können die Bewertungen der Zufriedenheit und die Kommentare liefern.

Nutzung Tablet vs. Smartphone

Um den Grad der unterschiedlichen Nutzung noch einmal zu verdeutlichen, wurde in der folgenden Abbildung bestimmt, wie hoch die Rate zwischen der Tablet- und der Smartphone-Nutzung war, d.h. wieviel mal mehr die App auf dem Tablet als auf dem Smartphone benutzt wurde.

Die obige Abbildung zeigt, dass die Elsevier Reader-App auf dem Tablet fast 9-mal häufiger benutzt wurde als auf dem Smartphone. Das war der Tablet-Spitzenplatz unter allen Apps. Thieme eRef, Visible Body und Sobotta Atlas zeigen mit Raten von 5,4-6,6 ebenfalls eine starke Tablet-Präferenz, während UpToDate (2,4) und die beiden Amboss-Programme (2,0 bzw. 1,8) auch gerne auf dem Smartphone benutzt wurden. Der Grund für eine hohe Tablet-Nutzung könnte sein, dass die App besonders gut auf einem größeren Bildschirm funktioniert. Vielleicht ist es darum auch kein Zufall, dass die beiden Spitzenreiter Elsevier und Thieme „Lese-Apps“ sind. Die Elsevier Reader App mit ihrem 1:1 Buchlayout ist auf einem kleinen Bildschirm nicht so gut lesbar. Die Thieme eRef-Bücher hingegen sollten – da mit einem responsive Design ausgestattet – eigentlich auch auf einem Smartphones gut funktionieren. Dass man generell nicht gerne lange Texte auf den kleinen Bildschirmen liest, zeigen auch die anderen Apps, bei denen nicht das Lesen sondern das Nachschlagen bzw. Ankreuzen im Vordergrund steht – dies gilt offensichtlich auch für die Amboss Lernkarten.

Weitere Beiträge und Ergebnisse

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ab Montag 28.1. : Semester-Schluss-Verkauf beim Bücherflohmarkt: 1 Buch = 1 Euro !

Die Zweigbibliothek Medizin räumt die (Verkaufs)-Regale! 

Im Semester-Schluss-Verkauf im Keller der ZB Med kostet jedes Buch genau 1 Euro!

Ab Montag, 28. Januar 2019, jeweils 10:00 – 15:00 Uhr, bis Freitag, es sei denn die Regale sind vorher leergekauft 😉 !

Zugang zum Keller über den Aufzug.

Bild : Pixabay

Ehemaliger Leiter der Bibliothekskommission, Prof. Toellner, verstorben


Prof. Richard Toellner signiert sein Buch „Medizingeschichte als Aufklärungswissenschaft“ (LIT-Verlag 2016), in der Zweigbibliothek Medizin im Monografiebreich unter der Signatur WZ 40 16/1 zu finden.

Unter dem Titel „Profunder Kenner der Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin: Prof. Richard Toellner verstorben“ veröffentlichte die Westfälische Wilhelms-Universität Münster einen Nachruf auf den emeritierten Universitätsprofessor für Geschichte der Medizin, der am 2. Januar 2019 verstorben ist.

Mit Wirkung vom 14. April 1974 wurde Richard Toellner zum ordentlichen Professor für das Fach Geschichte und Theorie der Medizin und zum Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin an der Universität Münster ernannt, das er bis zu seiner Emeritierung 1995 leitete. Vom 1. Oktober 1977 bis zum 30. September 1978 war er Dekan des damaligen Fachbereiches 5 – Vorklinische und theoretische Medizin. Richard Toellner war Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften und seit 1987 Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Seine breitgefächerten Forschungsschwerpunkte in der Medizingeschichte reichen von der Antike bis zur Medizin im Nationalsozialismus. Zudem arbeitete er intensiv zu Fragen der Medizintheorie und -ethik. Nicht zuletzt war er Gründungsmitglied und langjähriger Vorsitzender der gemeinsamen Ethikkommission der WWU und der Ärztekammer Westfalen-Lippe, die eine Vorreiterrolle in Deutschland spielte.

Den MitarbeiterInnen der Zweigbibliothek Medizin ist Toellner in bester Erinnerung, da er als Vorsitzender der Bibliothekskommission in den Gründungsjahren der Zweigbibliothek maßgeblichen Anteil an der Verwirklichung einer zentralen Medizinbibliothek auf dem Campus hatte. Später sorgte die Kommission durch die Entscheidung, den Literaturetat der Klinik- und Institutsbibliotheken zur Hälfte in die ZB Med umzuleiten, für die wichtige finanzielle Starthilfe. In den Anfangsjahren war er (zusammen mit Prof. Nieschlag) entscheidend daran beteiligt, das Schiff „Zweigbibliothek“ durch die aufkommenden Stürme zu steuern. Seine Verbundenheit mit der Bibliothek drückte sich auch dadruch aus, dass er zum 10jährigen Jubiläum der Bibliothek einen bemerkenswerten Vortrag zum Thema Der Arzt, das Buch und das Bild hielt.

So schrieb er kurz vor Eröffnung der Bibliothek an die Direktorinnen und Direktoren der Kliniken und Institute der Medizinischen Fakultät einen Brief. In diesem wies er auf drei Bedingungen hin, damit eine Medizinischen Bibliothek ihre Leistungsfähigkeit optimal erfüllen könnte:

Am Ende dieses Jahres soll die Zweigbibliothek für die Medizinische Fakultät eröffnet werden. Damit wird nach 18jährigen Bemühungen ein für die Forschung und Lehre an unserer Fakultät gravierender Mangel behoben und Münster endlich gegenüber vergleichbaren Fakultäten nicht mehr im Hintertreffen sein. Die vom Fachbereichsrat des Fachbereichs 5 – Medizinische Fakultät – eingesetzte Kommission „Zweigbibliothek“ versucht in enger Zusammenarbeit mit der Leitung der Universitätsbibliothek die Bedingungen für eine leistungsfähige Medizinische Bibliothek zu schaffen, die den Erwartungen der Forscher, Dozenten und Studenten entspricht und von den Benutzern gleich voll angenommen wird. Dazu sind noch einige Anstrengungen von uns allen notwendig. Vor Vielen von Ihnen hatte ich schon einmal, am 16. Dezember 1992 im Humboldt-Haus, Gelegenheit davon zu sprechen. Drei Bedingungen sind es vornehmlich, von deren optimaler Erfüllung die Leistungsfähigkeit einer Medizinischen Bibliothek abhängt: 1. Eine schnelle, zuverlässige und gezielte Literaturrecherche. Dazu bedarf es qualifizierter, kompetenter Bibliothekare, eines guten bibliographischen Apperates und moderner EDV-Technik. 2. Eine möglichst vollständige Präsentation der Forschungsliteratur vor Ort. Das bedeutet in erster Linie einen hervorragenden Zeitschriftenbestand. Die neueste Handbuchliteratur
und die aktuellen Monographien müssen ebenfalls greifbar sein. 3. Günstige, den Erfordernissen an einer Medizinischen Fakultät angepaßte Öffnungszeiten. Das Ideal wäre Offnung an sieben Tagen der Woche 24 Stunden, wie in Amerika an einigen Stellen realisiert.

Im Rückblick hat die Zweigbibliothek in diesem Sinne viele, wenn nicht alle Erwartungen der Fakultät erfüllen können. Lediglich bei den Öffnungszeiten musste die Bibliothek erst einmal klein anfangen. Statt 24/7 (wie u.a. die Profs. Dierichs und Schmitz gewünscht hatten) wurde Mo-Fr 8-22 Uhr, Sa 9-18 Uhr und So 10-18 Uhr geöffnet. Die steigende Attraktivität der Bibliothek führte dann über die Jahre zu steigenden Öffnungszeiten (oder war es andersrum? 😉 ) von aktuell 8-24 Uhr durchgehend.

Foto: © LIT Verlag

Umfrage zu Lern-Apps: 2. Nutzung nach Betriebssystem

In der Umfrage vom Januar 2019 wurden alle Teilnehmer des easystudium-Projekts über die Lern-Apps befragt (Fragebogen), welche die Bibliothek anbietet. Die Antworten von 470 Studierenden konnten in die Auswertung einbezogen werden. Es wurde nach folgenden sieben Apps gefragt: Amboss Kreuzen, Amboss Wissen, iPublishCentral Reader (für die Elsevier-Bücher), Sobotta Anatomie Atlas, Thieme eRef, UpTodate und Visible Body (Human Anatomy Atlas). Nach weiteren Apps wie Muscle & Motion (zu geringe Verbreitung) und allgemeinen Apps wie PDF-Programmen (zu viele) wurden nicht gefragt. Alle Inhalte konnten auch – ohne App – mit dem Browser (zB auf dem Laptop) genutzt werden.

Nutzung nach Betriebssystem
Bei der ersten Nutzungsfrage „Mit welchen Geräten haben Sie die folgenden elektronischen Ressourcen hauptsächlich benutzt?“ konnte angekreuzt werden, mit welchen Geräten bzw. Betriebssystemen auf die Apps zugegriffen wurde. Als Antworten war vorgegeben: Android-Handy, Android-Tablet, iPhone, iPad, Laptop/PC, anderes Gerät. Mehrere Antworten waren möglich.

Die obige Abbildung zeigt die Nutzung der Lern-Apps nach Betriebssystemen, gerankt nach der Nutzung durch iPhone und iPads (rote Säulen). Da es mehrere Nutzungsmöglichkeiten gab, konnte die summierte Nutzung 100% übersteigen. Die meiste Nutzung nach diesem Bewertungsschema entfiel mit 135% auf die App Amboss Kreuzen, gefolgt von Thieme eRef (109%), Amboss Wissen (108%), Visible Body (84%), Sobotta Atlas (82%), Elsevier Reader (79%) und UpToDate (32%).

Die 135% auf Amboss Kreuzen verteilen sich auf folgende Betriebssysteme: iPad 59% (dunkelrote Säule), iPhone 20% (hellrot), Laptop/PC 36% (dunkelgrün), Android-Handy 13% (grün), Android-Tablet 6% (hellgrün) und anderes Gerät 1% (gelb).

Nutzung Apple vs. Android
Die obige Abbildung zeigt die Nutzung durch Apple- (rot) bzw. Android-Geräte (grün). Dargestellt wurde der Anteil der jeweiligen Geräte an der Gesamtnutzung von mobilen Geräten. Die Apps wurden dabei nach ihrem Anteil gerankt, der sich von 90% Apple-Nutzung (Elsevier Reader) bis zu 79% belief (Amboss wissen). Summa summarum nutzen rund 85% der Studierenden, die mobil unterwegs waren, demnach iPhones oder iPads, um auf die Anwendungen zuzugreifen, 15% Android-Geräte. Die (relativ geringen) unterschiedlichen Prozentsätze bei den verschiedenen Apps widersprechen der Erwartungshaltung, dass das Verhältnis zwischen Apple- und Android-Nutzer gleich ist und somit auch für alle Apps gleich ist. Aber entweder gibt es Apple-affine und Android-affine Apps oder Apple- bzw. Android-Nutzer haben sich je nach App die Frage entweder beantwortet oder nicht.

Weitere Beiträge und Ergebnisse

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„Paper of the Month“ Dezember 2018 geht an 2 Publikationen aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Die Medizinische Fakultät der WWU vergibt eine Auszeichnung für das Paper of the Month.

Für den Monat Dezember 2018 wurden gleichberechtigt 2 Publikationen  aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ausgezeichnet.

Zum einen PD Dr. Karl Peter Schlingmann für die Publikation: Germline de novo mutations in ATP1A1 cause renal hypomagnesemia, refractory seizures, and intellectual disability in der Zeitschrift American Journal of Human Genetics 103(5): 808-816 [Abstract]:

Berichtet wird von drei Patienten, die trotz adäquater Magnesiumsubstitution prolongierte Krampfanfälle zeigten und eine schwere geistige Behinderung entwickelten. Bei diesen Patienten konnten heterozygote de novo Mutationen in ATP1A1 identifiziert werden, das für die Alpha1-Untereinheit der Na-K-ATPase kodiert. Die Na-K-ATPase generiert das zelluläre Membranpotential als Grundlage essentieller Zellfunktionen wie neuronale Aktivität, Muskelkontraktion oder epithelialen Ionentransport. Alpha1 stellt die dominierende Isoform in der Niere dar und ist in allen Zellen des zentralen Nervensystems exprimiert. Funktionelle Studien konnten zeigen, dass die hier identifizierten Mutationen zu einer deutlich gestörten Funktion der Na-K-ATPase führen.

Beschrieben wird ein neues Krankheitsbild, das einen Magnesiummangel, zerebrale Krampfanfälle und eine geistige Behinderung umfasst, verursacht durch de novo ATP1A1-Mutationen. Diese Beobachtungen unterstreichen die essentielle Rolle der Na-K-ATPase für die renale Magnesiumkonservierung und die physiologische neuronale Aktivität im ZNS.

Zum anderen Dr. Niki Tomas Loges für die Publikation: Recessive DNAH9 Loss-of-Function Mutations Cause Laterality Defects and Subtle Respiratory Ciliary-Beating Defects ebenfalls in der Zeitschrift American Journal of Human Genetics 103(6): 995-1008 [Volltext].

In dieser Arbeit wurde ein neues Gen für Herzdefekte identifiziert. Hierbei wurden Mutationen in dem Gen DNAH9 in fünf Patienten gefunden. Alle fünf Patienten haben eine seitenverkehrte Anlage der inneren Organe. Zwei Patienten wiesen zusätzlich schwere Herzdefekte auf. Zudem konnte gezeigt werden, dass DNAH9 ein Motorprotein ist, welches im oberen Teil der Flimmerhärchen lokalisiert ist. Ein Fehlen von DNAH9 führt zu einem Verlust weiterer Motorproteine im oberen Teil der Flimmerhärchen. DNAH9 ist demnach essentiell für den korrekten Zusammenbau des oberen Teils der Flimmerhärchen.

Die Ergebnisse stellen einen wichtigen Beitrag für das Verständnis des Aufbaus des oberen Teils von Flimmerhärchen im Menschen und für die Ursachen von Herzdefekten und Herzfehlbildungen dar.

Eine Liste aller bisherigen Gewinner der Paper of the Month–Auszeichnung finden Sie hier.

Der Paper of the Month–Aufsteller in der Zweigbibliothek Medizin bietet den Besuchern die Lektüre der Studie vor Ort an.

Foto: MFM/Christian Albiker

Schreibwaren und Bibliothekstasche aus dem Automaten

ZB Med erweitert ihren Service

Wie oft erlebt man das: Mitten in der Vorbereitung auf eine wichtige Klausur geht beim Arbeiten im Lesesaal dem Filzschreiber der Saft aus, oder die Karteikärtchen gehen zur Neige. Die Post-it-Etiketten sind ausgerechnet jetzt nicht mehr in allen benötigten Farben dabei und der dringend benötigte USB-Stick liegt leider zuhause.

All das und viel mehr bietet seit gestern der neue Schreibwarenautomat, der als Kooperationsprojekt der ULB Münster mit dem Berliner StartUp-Unternehmen UniVend im Bistro der Zweigbibliothek aufgestellt wurde. Vorrangig wird im Automaten Büromaterial aller Art angeboten, zusätzlich kann man aber auch einige praktische Dinge des Alltags erwerben. Das Sortiment wird laufend an die Bedürfnisse der ZB Med-Nutzer*innen angepasst – Ihre Wünsche und Anregungen sind jederzeit willkommen!


Bibliothekstasche der ULB Münster

Im Schreibwarenautomat wird auch für 6 EUR eine stabile, langlebige durchsichtige Bibliothekstasche verkauft, die UniVend gemeinsam mit der ULB Münster entwickelt hat. Die Tasche bietet ausreichend Platz für Laptop, Arbeitsmaterial und Bücher. Sie ist nicht nur auf dem Weg von zuhause in die Uni gut einsetzbar, sondern kann in der ZB Med und der ULB auch anstelle eines Korbes in die Lesesäle und Gruppenarbeitsbereiche mitgenommen werden. Die Mitnahme der Bibliothekstasche ist auch in der Zweigbibliothek Sozialwissenschaften, in der Bibliothek des Instituts für Erziehungswissenschaft sowie im Haus der Niederlande möglich. Weitere Institutsbibliotheken wollen die Mitnahmeregelung in naher Zukunft ebenfalls umsetzen.

Gezahlt werden kann übrigens ausschließlich bargeldlos.

Fotos: (c) ULB

Umfrage zu Lern-Apps: 1. Teilnehmer

Teilnehmer
Die Umfrage lief vom 14.-18.Januar 2019 und richtete sich an alle Teilnehmer des easystudium-Projekts, die sich im 1.-12.Semester befanden – insgesamt 2.046 Personen. Der Fragebogen (PDF) bestand aus sieben Fragen plus zwei, die sich auf die Verlosung bezogen. 12 der Teilnehmer hatten keine und 27 eine nicht funktionierende Emailadresse, so dass letztendlich 2.017 Studierende angeschrieben wurden. Von denen beantworteten 487 die Umfrage, was einen Recall von 24% bedeutet. 17 Fragebögen konnten nicht in die Auswertung mit einbezogen werden, da sie unvollständig beantwortet worden waren, so dass final die Fragebögen von 470 Antwortenden in die Auswertung einbezogen wurden.

Es wurde nach folgenden sieben Apps gefragt: Amboss Kreuzen, Amboss Wissen, iPublishCentral Reader (für die Elsevier-Bücher), Sobotta Anatomie Atlas, Thieme eRef, UpTodate und Visible Body (Human Anatomy Atlas). Nach weiteren Apps wie Muscle & Motion (zu geringe Verbreitung) und allgemeinen Apps wie PDF-Programmen (zu viele) wurden nicht gefragt. Alle Inhalte konnten auch – ohne App – mit dem Browser (zB auf dem Laptop) genutzt werden.

Von den 470 waren 40 im 1. Semester (8,8%), 13,8% im 2. Semester usw (siehe oben). Insgesamt gaben 48,6% der Antwortenden an in der Vorklinik zu sein, 51,4% in der Klinik.

Die Antwortrate war nicht gleichmässig über alle Semester verteilt. Die Studierenden der Vorklinik waren überdurchschnittlich unter den Antwortenden vertreten (vielleicht auch wegen der Auslobung von Präparierbesteck und Physikums-Lernstoff), so nahmen 40% des 2. Semesters an der Umfrage teil. Die Studierenden der Klinik beteiligten sich demgegenüber unterdurchschnittlich an der Umfrage, so antwortete nur jeder Sechste des 8. Semesters.

   
Dr. Oliver Obst, der Leiter der Bibliothek, überrreicht Verlosungspreise.

Für die Beantwortung der Umfrage waren drei Präparierbestecke und drei Physikumsbücher ausgelobt worden, die von der Firma Miamed gestiftet worden waren, sowie drei iTunes-Gutscheine.

Weitere Beiträge und Ergebnisse

Foto: BillionPhotos at fotolia.de

Zu wenig Arbeitsplätze und Schließfächer! Was macht die Bibliothek?

 

Die Bibliothek hat gemessen an ihrer Attraktivität schlicht zu wenig Arbeitsplätze. Insbesondere in der Klausurenphase ist jeder Platz belegt, wie die obigen Bilder anschaulich zeigen.

 

Abgestellte Taschen und Rucksäcke unmittelbar vor der Leihtheke haben gestern die Eingangstüre für einen Rollstuhlfahrer blockiert. In Folge ging die Glastüre zu Bruch, die Reparatur wird kostspielig.

Was macht die Bibliothek?
Wie berichtet hat die Bibliothek die – berechtigte – Kritik der Medizinstudierenden an fehlenden Arbeitsplätzen (sowohl für Einzelpersonen als auch Gruppen) ernst genommen und einen Lösungsvorschlag erarbeitet: Das Projekt 100plus (PDF). Die beantragten Qualitätsverbesserungsmittel wurden leider nicht in voller Höhe bewilligt, so dass nun eine „Stückellösung“ kommt. Zuerst kommen zusätzliche Schließfächer, im Laufe des Jahres dann aber auch mehr Arbeitsplätze.

Natürlich wird die Bibliothek auch ab sofort darauf achten, dass keine Gegenstände mehr den Behinderteneingang blockieren. Wir sind dabei auf Ihre Aufmerksamkeit und Hilfe angewiesen.

Erweiterte Wochenendöffnung wird gut angenommen

Wie berichtet, war die Zweigbibliothek Medizin zum Beginn des Wintersemesters dem Wunsch ihrer Nutzer nachgekommen und hat probeweise auch an Samstagen und Sonntagen bereits um 8:00 Uhr ihre Türen geöffnet.

Die erweiterte Wochenendöffnung wird gut angenommen. Wie die ersten Statistiken zeigen (s.o.), nahmen jeden Tag bis zu 40 Nutzer die Möglichkeit war, am Wochenende vor 10 Uhr in die Bibliothek zu kommen. Dabei war der Samstag etwas beliebter als der Sonntag. Während sonntags durchschnittlich 23 Benutzer die Bibliothek vor 10 Uhr aufsuchten, waren dies an Samstagen 26.

Insgesamt waren im letzten Jahr 388 Nutzer inden Genuß der frühen Öffnungszeit gekommen. Damit folgt die ZB Med dem Vorbild der Universitätsabibliothek, die ebenfalls eine frühe Wochenendöffnung anbietet (allerdings nur in Prüfungsphasen). Sollte die frühe Öffnungszeit von den Nutzern gut angenommen werden, stünde einer Verstetigung nichts im Wege.

ZB Med mit über 200.000 Besuchern: Rekord von 2017 gebrochen

In 2018 besuchten genau 207.971 Nutzer die Zweigbibliothek Medizin. Damit wurden die Besucherzahlen aus dem letzten Jahr – die bereits Rekord waren – nochmals deutlich übertroffen. Die Steigerungsrate betrug 5,8%. Damit verzeichnete die Bibliothek bereits das fünfte Jahr in Folge steigende Benutzerzahlen. In der ganzen Geschichte der Bibliothek wurde bisher noch nie eine höhere Anzahl von Benutzern gezählt (mit Ausnahme von 2007, als die Universitätsbibliothek geschlossen war, und viele fachfremde Benutzer zu uns auswichen).

Unabhängig von der physischen Nutzung steigt auch die Fern-Nutzung der Bibliothek durch Studierende stetig an, da rund 20.000 Online-Bücher (darunter 250 der wichtigsten Lehrbücher) und zahlreiche Apps zur Verfügung stehen.

Weihnachtliches Lernen in der Bibliothek: „Jede Minute ist wichtig“

Ferras N., Medizinstudent aus Syrien, ist sehr froh, dass die Zweigbibliothek Medizin am Wochenende vor Weihnachten geöffnet hat. Er bereitet sich auf das Physikum vor und schätzt die großzügigen Öffnungszeiten. Am besten kann er lernen, wenn er zwischen den Regalen auf und ab läuft. Neben ihm lernt Oluwon S., ein Jurastudent aus Mazedonien, für das 2. Staastexamen. Die ZB Med ist für ihn schlicht die „beste Bibliothek in Münster“, hier ist es gemütlich, hier kann er sich besser konzentrieren als zu Hause und – ganz wichtig – auch zwischendurch mal hinlegen. Das einzige Manko: Zwischen den Feiertagen schließt die Bibliothek bereits um 19 Uhr.

Die Zweigbibliothek Medizin ist die einzige Bibliothek, die sich die Mühe gemacht hat, am Wochenende vor Weihnachten zu öffnen. Dr. Oliver Obst: „Den studentischen Hilfskräften sei Dank! Ohne deren Bereitschaft zu einem Sonderdienst vor Weihnachten hätten wir die Bibliothek nicht öffnen können.“ Die anderen Bibliotheken haben zwischen den Jahren gar ganz geschlossen. Lediglich die grosse Universitätsbibliothek am Krummer Timpen und die ZB Med haben wenigstens am Donnerstag und Freitag nach Weihnachten noch auf.

Insgesamt nutzten über 200 Personen die Möglichkeit, am Wochenende in der Zweigbibliothek Medizin zu lernen. Wie Ferras und Oluwon kommen die meisten bereits um 10 Uhr und gehen erst wieder, wenn die Bibliothek schliesst – denn „jede Minute ist wichtig“, wie Ferras betont.


Die Computerarbeitsplätze waren begehrt, da nicht jeder zu Hause Zugriff auf das Internet hat.